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19.09.2014

22:44 Uhr

Rekord-Börsengang

Alibaba-Aktie schießt durch die Decke

Die Börse ist im Alibaba-Fieber. Investoren reißen sich um die Anteilsscheine der chinesischen Online-Handelsplattform. Jetzt steht der erste Preis fest – die Umschreibung „Höhenflug“ ist noch stark untertrieben.

Daumen hoch: Das Alibaba-Management vor der New York Stock Exchange. Reuters

Daumen hoch: Das Alibaba-Management vor der New York Stock Exchange.

New York/PekingWer beim völlig überzeichneten Börsengang von Alibaba zum Zuge kam, kann sich freuen. Zu Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street wurde die Aktie mit dem Kürzel BABA auf eine Spanne zwischen 90 und 91 US- Dollar pro Aktie geschätzt. Ein Plus von 32,5 bis 33,8 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Der erste Preis im Mittagshandel betrug 92,70 Dollar – ein fulminantes Debüt. Wenig später kostete das begehrte Papier sogar 99,70 Dollar, bevor der Kurs zum Handelsschluss wieder auf rund 93,89 Dollar nachgab. Den Preisbildungsprozess erklärt die New York Stock Exchange übrigens hier. Die Alibaba-Aktie setzte im US-Handel umgehend zum Höhenflug an.

Der chinesische Onlineriese hatte seine Aktien zum Einstandspreis von 68 US-Dollar angeboten und kam damit schon rein rechnerisch auf einen Emissionserlös von mindestens 21,8 Milliarden US-Dollar. Wenn die bei der Platzierung beteiligten Investmentbanken ihre Zeichnungsrechte ausüben, könnte das Volumen sogar 25 Milliarden Dollar (19,3 Milliarden Euro) erreichen. Da zunächst nur ein Teil des Unternehmens an der Börse gelistet wird, ist Alibaba auf dieser Grundlage nun über 200 Milliarden Dollar wert.

Die Börse schnellte auf Rekordhöhen: Der Leitindex Dow Jones Industrial am Freitag auf den höchsten Stand seiner Geschichte. Rund eine Stunde nach dem Handelsstart notierte der Leitindex noch 0,29 Prozent fester bei 17 315,60 Punkten. Auch der marktbreite S&P-500-Index setzte seinen Rekordkurs fort. Ebenfalls stark zeigte sich der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100. Die Börse Frankfurt teilte am Freitag mit, dass die Aktie nun auch in der Finanzmetropole handelbar ist.

Noch nie hat ein Unternehmen bei seinem Aktiendebüt mehr Geld bei Investoren einsammeln können. Die bislang größten Börsengänge in den USA gelangen der Kreditkartenfirma Visa 2008, dem Autobauer General Motors bei seinem Neustart 2010 und Facebook im Jahr 2012. Weltweit lag die Agricultural Bank of China bislang an der Spitze, sie sammelte bei ihrem Börsendebut 2010 die Rekordsumme von umgerechnet 22,12 Milliarden Dollar ein.

Alibaba ist beim tatsächlichen Handelsvolumen nach eigenen Angaben größer als Amazon oder Ebay. Zu den großen Handelsplätzen des Konzerns gehören die Plattformen Taobao, Tmall und Juhuasuan. Mehr als 200 Millionen Käufer und acht Millionen Verkäufer wickelten hier im vergangenen Jahr Geschäfte über 248 Milliarden Dollar ab.

Die Chinesen sind Vorreiter einer großen Kräfteverschiebung im weltweiten Online-Handel. In Schwellen- und Entwicklungsländern entdecken Milliarden neuer Nutzer - und damit auch Käufer - das Internet. Alibaba, der indische Online-Händler Flipcart oder die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet, die bald auch an die Börse geht, machen in diesen Regionen verstärkt US-Schwergewichten wie Amazon und Ebay Konkurrenz.

Kommentare (1)

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Herr Nehal Devanowitch

19.09.2014, 19:42 Uhr

wenn die geschäftspolitik genau so ist wie die von china an sich dann sollte man sehr vorsichtig sein dort zu investieren. ich denke aber die macht des aktionärs ist viel zu klein sein e interessen vertreten zu können

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