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04.01.2010

09:30 Uhr

Rekordausgaben

Analysten sehen für US-Bonds schwarz

Morgan Stanley rechnet mit fallenden Kursen bei US-Staatsanleihen und empfiehlt Leerverkäufe. Die Bank führt Rekordschulden der US-Regierung ins Feld. Irgendwann müsse aufgeräumt werden. Profis wetten bereits auf fallende Kurse. Was Analysten erwarten.

Die US-Notenbank Fed in Washington hat 2009 Staatsanleihen gekauft, um die heimische Wirtschaft zu stabilisieren. Analysten rechnen jetzt mit fallenden Kursen bei US-Bonds. ap

Die US-Notenbank Fed in Washington hat 2009 Staatsanleihen gekauft, um die heimische Wirtschaft zu stabilisieren. Analysten rechnen jetzt mit fallenden Kursen bei US-Bonds.

Bloomberg NEW YORK. Wenn die US-Bank Morgan Stanley recht hat, ist es am besten, 2010 US-Treasuries leer zu verkaufen. Ihr Stratege David Greenlaw rechnet mit fallenden Kursen bei zehnjährigen US-Staatsanleihen, so dass die Renditen um etwa 40 Prozent (165 Basispunkte) auf 5,5 Prozent klettern dürften. Das wäre der größte jährliche Renditeanstieg seit 1999.

Die Gründe dafür: Anleger machen sich Sorgen über das Haushaltsdefizit, das durch die Rekordausgaben der Regierung zur Stützung der Konjunktur weiterhin bei einer Billion Dollar liegen dürfte. Auch bestehe die Gefahr, dass steigende Fremdkapitalkosten die Konjunkturerholung abwürgen. „Wenn derart aggressive Maßnahmen zur Abwendung einer Depression ergriffen werden, muss irgendwann aufgeräumt werden“, erläutert Greenlaw. Geteilt wird seine Skepsis im Hinblick auf die Treasuries von spekulativen Investoren, darunter Hedge-Fonds-Managern.

An den Terminmärkten steigt die Zahl der Verkaufspositionen

Diese haben in der Woche zum 15. Dezember ihre Wetten auf einen Rückgang der Kurse für die zehnjährigen Terminkontrakte mehr als verfünffacht, geht aus Daten der Aufsichtsbehörde für die US-Terminmärkte hervor. Spekulative Verkaufspositionen übertrafen die Kaufpositionen an der Terminbörse Chicago Board of Trade um 52 781 Kontrakte. Das war der größte Anstieg seit Oktober 2008.

Nicht alle Analysten sind so skeptisch. In einer Umfrage von Bloomberg News, die die jüngsten Prognosen stärker berücksichtigt, sehen die befragten 60 Ökonomen die Renditen im Zehn-Jahres-Bereich Ende 2010 nur moderat höher bei 3,97 Prozent. Derzeit rentieren sie bei rund 3,8 Prozent.

James Caron, Leiter US-Zinsstrategie bei Morgan Stanley, argumentiert, dass den USA wachsende Konkurrenz von anderen Anleiheemittenten drohe. Infolgedessen würden die Anleger höhere Renditen verlangen. Auch laufe bei der Fed das 1,6 Billionen schwere Programm zum Aufkauf von Treasuries aus. Die Notenbank war 2009 der größte Investor in US-Staatsanleihen.

Im nächsten Jahr wird das US-Finanzministerium nach Schätzungen von Morgan Stanley die Rekordsumme von 2,55 Billionen Dollar am Kapitalmarkt aufnehmen, 38 Prozent mehr als in diesem Jahr. Die Ausgaben der Regierung von Präsident Barack Obama steigen, obwohl das Hilfsprogramm der Fed ausläuft. Der Senat hat zugestimmt, die Begrenzungen für die staatliche Kreditaufnahme auf 12,39 Billionen Dollar anzuheben. Zudem ist ein Hilfspaket von 154 Milliarden Dollar für den Arbeitsmarkt und Infrastrukturprojekte vorgesehen. Bloomberg

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