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19.12.2013

14:00 Uhr

Rekordkäufe

Ausländer greifen bei japanischen Aktien zu

Ausländische Investoren kaufen japanische Aktien wie nie zuvor. Analysten jubeln und überbieten sich mit optimistischen Prognosen für 2014. Doch der Aktienmarkt hängt an der Geldspritze der Notenbank.

Logos japanischer Technologieriesen. Japanische Aktien profitieren von der Geldflut der Notenbank. Reuters

Logos japanischer Technologieriesen. Japanische Aktien profitieren von der Geldflut der Notenbank.

FrankfurtAusländische Investoren haben mehr Aktien aus Japan in ihren Portfolios als je zuvor. Damit setzen sie auf die Regierung von Premierminister Shinzo Abe und ihre Bestrebungen, die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft anzukurbeln.

Von Anfang des Jahres bis Ende November haben ausländische Anleger Aktien im Wert von 12,9 Billionen Yen (91 Milliarden Euro) gekauft, zeigen Daten von der Börse Tokio. Der 1755 Unternehmen umfassende Topix-Index hat seit Januar bis Donnerstag auf Yen- Basis über 44 Prozent zugelegt. Auf Dollar-Basis entsprach das einer Wertsteigerung von rund 22 Prozent, in Euro einem Wertzuwachs von rund 17 Prozent.

Die Mittelzuflüsse kletterten auf den höchsten Stand seit 2005. Damals hatte der Topix im Folgejahr auf Yen-Basis 1,9 Prozent zugelegt.

Investoren, die außerhalb Japans ansässig sind, haben im November netto Aktien im Wert von 2,3 Billionen Yen an den Börsen in Tokio und Nagoya gekauft. Es war der zehnte Monat in Folge mit Nettoaktienkäufen von Ausländern - und der Monat mit dem höchsten Überschuss seit April. Im Vergleich dazu haben inländische Privatpersonen und Finanzinstitutionen lediglich in einem Monat netto mehr japanische Aktien gekauft als verkauft. Der Topix Index ging am Freitag bei 1.238,88 Zählern aus dem Markt.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Yoshihisa Okamoto, Leiter Aktienresearch bei Mizuho Asset Management, erwartet, dass der Topix bis Ende nächsten Jahres auf 1.750 Punkte klettert. Das entspricht einem Anstieg um 40 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Mittwoch. Es ist die optimistischste Prognose von sechs von Bloomberg befragten Analysten. Im Durchschnitt sagen die sechs Analysten ein Plus von 19 Prozent voraus.

Von 272 Investoren, die die Bank of America im November befragte, nannten 18 Prozent in der Sparte Industrieländer Japan als bevorzugten Markt für Investments im nächsten Jahr. Zum Vergleich: 44 Prozent nannten die Vereinigten Staaten und 31 Prozent Europa.

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