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30.01.2012

14:37 Uhr

Rendite fällt

Euro übersteht Italien-Auktion

An den Finanzmärkten wächst das Vertrauen in Italien etwas: Das hochverschuldete Land konnte problemlos Geld bei den Investoren einsammeln. Dennoch suchten viele Anleger wieder die Sicherheit der deutschen Anleihen.

Italiens Börse in Mailand. Reuters, Sascha Rheker

Italiens Börse in Mailand.

Mailand/ReutersAn den Finanzmärkten wächst das Vertrauen in Italien etwas: das hochverschuldete Land konnte am Montag problemlos rund 7,5 Milliarden Euro bei den Investoren einsammeln und musste dafür weniger Zinsen zahlen als zuvor. Dennoch suchten viele Anleger wieder die Sicherheit der deutschen Bundesanleihen. Der Bund-Future stieg um bis zu 76 Ticks auf 139,65 Punkte. Der Euro konnte aber kaum mehr von der Entwicklung profitierten und notierte nahe seinem Tagestief von 1,3110 Dollar, womit er rund einen US-Cent niedriger als am Freitagabend in New York lag.

„Im Vorfeld des EU-Gipfels ist die Lage angespannt“, sagte Helaba-Analystin Viola Stork. Bei den als informell ausgewiesenen Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs geht es vorrangig um schärfere Regeln zum Schuldenabbau. Offiziell ist die Rettung Griechenlands kein Thema. „Aber das wird man nicht totschweigen können“, erklärte Stork. Seit Wochen wird über die Beteiligung privater Gläubiger an der Entschuldung Griechenlands verhandelt. Ein deutscher Vorstoß zur Kontrolle des griechischen Haushaltes sorgte am Wochenende für heftige Diskussionen. Nach Medienberichten reichen die bisher kalkulierten 130 Milliarden Euro bis Ende 2014 für Griechenland nicht aus.

Viele Anleger fürchten, die griechischen Probleme könnten auf andere hoch verschuldete Länder überspringen. Die Ratingagentur Fitch stufte Ende voriger Woche die Kreditwürdigkeit einiger Euro-Ländern herunter, darunter auch Italien. Tatsächlich haben die Märkte seit einiger Zeit wieder mehr Vertrauen in Italien, wie sich am Rückgang der Renditen der zehnjährigen Papiere seit Jahresbeginn ablesen lässt. So waren die Sätze bis Freitagabend wieder unter sechs Prozent gefallen von knapp 7,5 Prozent vor drei Wochen. Doch nach den kritischen Kommentaren von Fitch und angesichts der Sorge um Griechenland zogen die Renditen am Montag noch vor der Auktion wieder bis auf 6,208 Prozent an. Nach der Auktion neuer zehnjähriger Papiere rutschte die Rendite leicht ab.

Portugal im Visier der Investoren
Misstrauisch sind die Anleger vor allem hinsichtlich der Zukunft Portugals. Die Rendite der zehnjährigen Papiere stiegen auf 16,832 von 15,540 Prozent am Freitag. Zum Abschluss einer Zahlungsausfall-Versicherung für portugiesische Schulden verlangten Anbieter eine Rekord-Vorauszahlung von 3,9 Millionen Euro. Derartige Auftakt-Zahlungen werden üblicherweise nur bei CDS für Verbindlichkeiten von Staaten verlangt, die als am Rande der Zahlungsunfähigkeit stehend betrachtet werden.

Die Unsicherheit der Akteure wirkte sich auf die Kurse der deutschen Bundesanleihen aus: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf 1,80 von 1,85 Prozent. Damit verlangen die Märkte von der Bundesrepublik weniger Zinsen als von den USA, deren zehnjährige Papiere 1,85 Prozent rentieren. Viele Analysten beurteilen die Lage in den USA skeptisch. Dies hatte in der vorigen Woche auch den Euro über die psychologisch wichtige Marke von 1,30 Dollar gehievt.

Dollar-Verkäufe hatte vor allem die Ankündigung der US-Notenbank Fed ausgelöst, voraussichtlich bis Ende 2014 an ihrer Nullzinspolitik festzuhalten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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teo

30.01.2012, 19:18 Uhr

Jetzt berichten wir schon pro Auktion. Geil.

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