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10.03.2014

15:08 Uhr

Rendite irischer Bonds

Irische Anleihen vor Auktion im Hoch

Die Rendite irischer Staatsanleihen steigt: Im Vorfeld einer für Donnerstag angesetzten Versteigerung klettert die Rendite irischer Bonds nach oben. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor die Bonität Irlands hochgestuft.

Irische Staatsanleihen stehen bei Anlegern zur Zeit hoch im Kurs. dpa

Irische Staatsanleihen stehen bei Anlegern zur Zeit hoch im Kurs.

Frankfurt am MainVor der Wiederaufnahme regelmäßiger irischer Anleihe-Emissionen haben Anleger am Montag die Staatsanleihen des Landes abgestoßen. Die Anleger machten in ihren Büchern Platz für die neuen Papiere, erklärten Händler. Die Rendite zehnjähriger irischer Staatstitel kletterte um drei Basispunkte auf 3,11 Prozent.

Die irische Schuldenagentur hatte angekündigt, am Donnerstag eine Milliarde Euro mit der Versteigerung zehnjähriger Staatsanleihen einsammeln zu wollen. Irland hatte Ende 2013 als erstes Land den Euro-Rettungsschirm verlassen und steht finanziell wieder auf eigenen Beinen.

Ratingagenturen ABC

Wie arbeiten Ratingagenturen?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Anleiheemittenten; das können Unternehmen, Banken oder Staaten sein. Das Urteil der Bonitätsprüfer bestimmt letztlich den Kurs der Papiere. In die Bewertung fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.

Welche Auswirkungen hat ein schlechtes Rating?

Je schlechter Ratingagenturen die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, desto schwieriger und teurer wird es für diesen, sich frisches Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, im schlimmsten Fall ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern beispielsweise auch institutionelle Investoren.

Was bedeuten Ratings wie „AAA“ oder „BB+“?

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Bei Standard & Poor's und Fitch beginnt die Skala mit der Bestnote „AAA“ (englisch: „Triple A“). Es folgen „AA“, „A“, „BBB“, „BB“, „B“, „CCC“, „CC“, „C“. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab „BB+“ beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: „Junk“) genannt wird. Die Skala reicht bis „D“ - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist. Etwas anders verfährt die Ratingagentur Moody's, die bei der Bewertung große und kleine Buchstaben sowie Zahlen kombiniert. „Aaa“ bedeutet „erstklassig“ und ist die höchste Bewertung. Diese Note steht für höchste Qualität, geringstes Ausfallsrisiko, vergleichbar mit Staatsanleihen. Dann folgen „Aa1“, „Aa2“, „Aa3“ für „starke Zahlungsfähigkeit“ sowie in der nächsten Stufe „A1“, „A2“ und „A3“ für „gute Zahlungsfähigkeit“. Danach wird der erste Buchstabe durch ein „B“ ersetzt. Der «spekulative Bereich“ beginnt bei „Ba1“, die niedrigste Kategorie ist „E“.

Was bemängeln Kritiker an Ratingagenturen?

Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen Mathematik und was Meinung ist. In der Finanzkrise kamen Ratingagenturen in die Schusslinie: In vielen Fällen behielten Unternehmen, die ein hohes Risiko trugen, zu lange ihre Topnoten. Sie wurden erst herabgestuft, als die Krise bereits akut war; Anlegern blieb keine Zeit zu reagieren. Daher ist es wenig ratsam, allein auf das Urteil von Moody's & Co zu vertrauen.

Welche Alternativen gibt es zu Ratingagenturen?

Manche Profis verlassen sich inzwischen stärker auf das Urteil eigener Analysten. Deren Meinung findet umso mehr Beachtung, wenn sie eine abweichendes Urteil zu den Ratingagenturen fällen. Privatanleger können überlegen, wenig transparente Marktsegmente über Fonds abzudecken, statt direkt in Anleihen zu investieren. So profitieren sie quasi indirekt vom Know-How weiterer Experten.

Laut DZ Bank Analyst Christian Lenk dürfte die Nachfrage nach irischen Bonds hoch sein, vor allem, nachdem die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote im Januar auf „Baa3“ von zuvor „Ba1“ hochgenommen hat. Damit gelten irische Staatsanleihen wieder als relativ sichere Anlage (Investment Grade). Zuvor zählten die Schuldpapiere als „Ramsch“ und durften deshalb von vielen Großinvestoren gar nicht gekauft werden.

Von

rtr

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