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02.01.2011

18:43 Uhr

Renixx

Schwarzes Jahr für die Werte der grünen Industrie

Der Börsenindex Renixx, weltweiter Aktienindex für erneuerbare Energien, hat das Jahr 2010 mit einem drastischen Kursverlust beendet. Die Gründe dafür sehen Branchenexperten vor allem in den Folgen der Wirtschaftskrise. Doch auch die Politik sei nicht unschuldig.

Der Börsenindex der grünen Industrie verlor 2010 stark. Quelle: dpa

Der Börsenindex der grünen Industrie verlor 2010 stark.

HB MÜNSTER. Das Börsenbarometer notierte mit 529,63 Punkten um rund 29 Prozent niedriger als vor einem Jahr (749,25 Punkte), wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) am Samstag in Münster mitteilte.

Damit schloss der Renixx im Vergleich zu anderen Indizes gegen den Trend: Der deutsche Leitindex Dax legte 2010 auf Jahressicht um rund 16 Prozent zu. Der MDax stieg sogar um fast 35 Prozent. Im Renixx werden 30 weltweit führende börsennotierte Unternehmen aus der regenerativen Energiewirtschaft geführt.

Die regenerative Energiewirtschaft habe im vergangenen Jahr die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren bekommen, begründete IWR-Direktor Norbert Allnoch den starken Rückgang. „In der Windenergie sind viele Projekte aufgeschoben worden.“ Im Bereich der Solartechnik habe sich dagegen vor allem der hohe Preisdruck bemerkbar gemacht. „Die Umsätze sind zwar weiter gestiegen, die Gewinne aber zurückgegangen.“

Für Investoren sei die Solar-Branche damit weniger attraktiv. Allnoch machte auch die Politik für den Kursverfall der Öko-Aktien verantwortlich. „Die politische Unterstützung ist zurzeit nicht gegeben.“ Auch von den Klimaschutzverhandlungen seien keine Impulse für die regenerative Energiewirtschaft zu erwarten.

Kommentare (2)

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nachhaltiger

02.01.2011, 21:10 Uhr

durch Subventionen sind Scheinrenditen entstanden, die bei näherer Sicht eben nicht nachhaltig sind.

Dies der Politik anzulasten, obwohl die Überförderung noch anhält, ist schon ein starkes Stück.

Trotz hoher Ölpreise lohnt sich in vielen Ländern mit viel mehr Sonne die Fotovoltaik immer noch nicht.

Anstatt Subventionen sind konsistente Energiesteuern nötig auf fossile Energien.

Dann zeigt sich das Energiesparen in den OECD-Ländern viel mehr lohnt.
Erst wenn dieses große Potential gegen Verschwendung ausgeschöpft ist, werden die erneuerbaren Energien auch sinnvoll.

bei halbem Energieverbrauch verdoppelt sich der Anteil ohne Zubau.

Also nicht zuviel in Fotovoltaik und Wind in D investieren. Auf einmal fehlt der Abnehmer (siehe auch Demografie).

Freund Hein

02.01.2011, 21:51 Uhr

Auch wenn es weh tut, nachhaltiger, im Prinzip ist ihnen zuzustimmen. Subventionen laufen schnell in Richtung Mitnahmeeffekt. Nachhaltig sind dann bestenfalls die trockenen Schäfchen diverser "investoren".

Eine Steuer kann da vieles richten, WENN SiE ANGEMESSEN UND OHNE SCHLUPFLÖCHER gestaltet wird. Alleine das Streichen der einschlägigen industriesubventionen (Ausnahmeregelungen) würde da schon viel bringen.
Auch wäre eine leistungsabhängige Leuchtmittelsteuer ein wesentlich besseres instrument gewesen, als das dämliche Glühbirnenverbot. Schließlich halten "Energie'spar'lampen idR nicht die Hälfte der versprochenen Lebensdauer, ja häufig nicht mal die LD einer Glühlampe. Wieviel Energie für die zusätzliche Produktion der Austauschleuchten verschwendet wird, ist genauso ein nicht zu ergoogelndes Geheimnis wie der Wirkungsgradverlust der Gasheizung durch "Solarunterstützung". Von den Energieaufwendungen für den ganzen Solarzirkus am Haus ganz zu schweigen.
Negawatts sind immer noch das beste Rezept, soweit d'accord!

Aber Sie vergessen (wahrscheinlich absichtlich) die irre durchsubventionierte Atombranche. Kleines beispiel? Wenn die AKW-betreiber an ihren abgschriebenen Klitschen mal nicht genug verdient haben sollten, können sie sich jederzeit bei der "Entsorgung" der strahlenden Produkte bedienen, denn nach den Verträgen des Staates mit der einschlägigen industrie (einer Tochter von RWE et al.) ist diese mit einem Monopol gesegnet und in der Preisgestaltung ohne Revisionsmöglichkeit frei.

Jeder Privatvertrag der Art wäre sittenwidrig und nichtig, aber hier geht es ja um das Größere Ganze…


Also: es gibt gute Gründe, propagandistisch auf E-On, EnbW, Vattenfall und RWE weiter einzuprügeln. Schließlich stellen die uns die Dreckschleudern und Gelddruckmaschinen nach belieben in die Gegend. Und wenn sich mit Windrädern Geld drucken lässt, dann kommen selbst so Läden wie Siemens und Areva (=Framatome) auf den Geschmack.

in diesem Sinne: niemals aufgeben!

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