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11.07.2012

17:22 Uhr

Renten- und Devisenmarkt

Spanische Anleihen erholen sich leicht

Die spanischen Anleihen haben sich am Mittwoch leicht erholt, doch vielen Anlegern reichen die Sparankündigungen Rajoys nicht. Bundesanleihen bleiben ein sicherer Hafen, während der Euro mit Verlusten rechnen muss.

Deutsche Bundesanleihen bleiben nach wie vor ein sicherer Hafen für Anleger. dapd

Deutsche Bundesanleihen bleiben nach wie vor ein sicherer Hafen für Anleger.

FrankfurtSie werfen kaum noch Rendite ab, bleiben aber Anlegers liebstes Kind - die deutschen Bundesanleihen. Allerdings konnten sich parallel am Mittwoch die spanischen Anleihen erholen, so dass deren Renditen sich von der als untragbar geltenden Sieben-Prozent-Marke entfernen konnten.

Italiens Anleihen schüttelten derweil die Sorgen um einen Hilferuf der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone recht locker ab. Dem Euro ging es da weniger gut: Die Gemeinschaftswährung verharrte unter 1,23 Dollar, und Analysten rechnen eher mit weiteren Verlusten, denn mit einer nachhaltigen Erholung.

Bei geringen Umsätzen hob am Nachmittag der Bund-Future ab, ohne dass Händler dafür fundamentale Faktoren hätten nennen können. Der Terminkontrakt habe wichtige charttechnische Marken geknackt, hieß es.

Nachdem der Future über weite Strecken des Tages nahezu unverändert notiert hatte, zog er am frühen Nachmittag um bis zu 51 Ticks auf 144,62 Punkte an. Bei diesem Niveau verlaufe eine wichtige technische Widerstandslinie, erklärte ein Händler.

Mit dem Bund-Future gerieten auch die deutschen Renditen wieder unter Druck. Die der zehnjährigen Bundesanleihe rutschte auf 1,28 von 1,32 Prozent am Vorabend. Der Bund hatte sich am Vormittag schon bei einer Auktion neuer Anleihen so günstig Geld leihen können wie noch nie zuvor. Das zeige, wie verunsichert die Anleger seien, erklärten Analysten.

Dies ließ sich allerdings auch am Euro-Kurs ablesen. Die Gemeinschaftswährung pendelte am Nachmittag um 1,2265 Dollar, womit sie leicht über dem Vortagesniveau lag. Doch sollte man daraus keinen Trend lesen, warnten Händler.

Kommentare (1)

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Machiavelli

12.07.2012, 17:22 Uhr

Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Der relativ harte Euro (im Vergleich zu Drachme, Lira usw.) erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer entgegen wirken.

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