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14.01.2011

14:12 Uhr

Rentenfonds

Anlegerlieblinge mit löchrigem Sicherheitsnetz

VonAndrea Cünnen, Anke Rezmer

Die Euro-Krise hat den Anleihenmarkt verändert und lässt Experten an vermeintlich sicheren Zinspapieren zweifeln. Das hat Konsequenzen für die Anlagestrategie. Worauf Anleger bei der Auswahl eines Fonds achten sollten.

Ein Fonds schützt vor Einzelausfällen. gms

Ein Fonds schützt vor Einzelausfällen.

FRANKFURT . An den Anleihemärkten ist nichts mehr wie es einmal war. Anleger müssen heute mit Kurseinbrüchen, Ausfallgefahren und einem zeitweise brach liegenden Handel rechnen. Die Zeiten, in denen Zinspapiere prinzipiell als sicher galten, sind passé. Griechenland und Irland wären ohne die Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds wohl pleite, Portugal und Spanien gelten als die nächsten Wackelkandidaten. Investoren schätzen die Ausfallrisiken europäischer Staatsanleihen deshalb mittlerweile unter dem Strich als höher ein als die osteuropäischer Länder. Anleihen solider Firmen ziehen die Anleger schon lange Bonds schwacher Euro-Länder vor.

Doch diese Strategie fahren die meisten Investoren. Deshalb sind die Kurse von Unternehmensanleihen und Anleihen der Schwellenländer schon sehr hoch und damit ihre Renditen niedrig. Das alles macht die Auswahl attraktiver Zinspapiere schwierig. Selbst gestandene Vermögensverwalter geben unter der Hand zu, dass sie Mühe haben, noch vielversprechende Anleihen zu finden. Der Chef-Anlagestratege beim französischen Vermögensverwalter Carmignac, Eric le Coz, betont, Anleihefonds müssten heute mit mehr Umsicht gemanagt werden als in Vor-Krisenzeiten.

Bonds sind langfristig stabiler als Aktien

Gleichwohl dominieren die Zinspapiere die meisten Depots privater Anleger. Denn grundsätzlich mögen die Privatinvestoren die im Vergleich zu Aktien kalkulierbaren Zinserträge und die Zusage des Anleiheschuldners, das Kapital nach einer bestimmten Zeit zu 100 Prozent zurückzuzahlen. Trotz Schuldenkrise dürfte dies auch weiter so bleiben. "Unter dem Strich schwanken die Kurse von Anleihen immer noch weniger stark als die von Aktien oder Rohstoffen", sagt André Härtel, Analyst beim Fondsresearchhaus Feri Eurorating.

Auch unabhängige Vermögensverwalter bleiben Anleihen treu. Für attraktiv hält etwa Philipp Vorndran von Flossbach & von Storch Papiere von Staaten mit relativ geringer Verschuldung und nennt Australien, Chile, Norwegen, die Schweiz oder Hongkong. Zudem rät er zu Anleihen von Firmen mit geringer Verschuldung, gutem Geschäftmodell, starker Marktposition und hohen Eintrittsbarrieren für Konkurrenten. Als Beispiel nennt er Coca Cola.

Beim Kauf eines Fonds wird das Risiko, dass ein Anleiheschuldner nicht zurückzahlen kann, auf verschiedene Papiere verteilt. So schützt sich der Anleger besser vor einzelnen Ausfällen oder Kursverlusten als beim Direktkauf nur weniger Zinspapiere. Der Wert des Fondsanteils wird täglich ermittelt und schwankt mit den Kursen der Anleihen. Für deutsche Anleger wichtige Kategorien von Rentenfonds sind Fonds für Staatsanleihen in Euro, für Schwellenländeranleihen und für Firmenbonds höherer und niedrigerer Bonität (siehe "Anleihefonds im Vergleich").

Insgesamt investierten alle Rentenfonds, die zu den Spitzenreitern in der Wertentwicklung gehören, aktuell stärker in Schwellenländer- beziehungsweise Unternehmensanleihen, sagt Fondsanalyst Härtel. Mit Euro-Staatsanleihen ist derzeit nur wenig zu verdienen. Unter den Euro-Rentenfonds schnitten die besser ab, die auch andere Anleihen beimischten. Orientierung für Anleger bieten neben der Wertentwicklung über die vergangenen Jahre auch Fondsratings. Die unabhängigen Agenturen untersuchen dafür die Wertentwicklung und die Wertschwankungen der vergangenen Jahre sowie teilweise die Qualität des Fondsmanagers und der Gesellschaft. Ratings gibt es aber erst, wenn Fonds einige Zeit am Markt sind, bei Feri sind es fünf Jahre.

Kommentare (1)

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Euro Zerfall

14.01.2011, 15:44 Uhr

Swiss Franc gegen andere Währungen 2010. Der Euro ist das Schlusslicht. Der DAX ist %15 gestiegen der SMi hat sich nicht vom Fleck gerührt. So ein Zufall...Der Wind vom Aufschwung kommt eher von der brise die mal im Gesicht spürt wenn der Euro im freien Fall sich in Richtung Terminalvelocity bewegt...
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)
2) Japan, Yen (+3,6%)
3) Australien, Dollar (+3%)
4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)
5) Südafrika, Rand (+0,8%)
6) Thailand, baht (+0,3%)
Ferner:
Singapur, Dollar (-1,1%)
israel, Shekel (-2,8%)
Schweden, Krone (-3,6%)
Mexiko, Peso (-4,2%)
Kanada, Dollar (-4,7%)
brasilien, Real (-5,2%)
indien, Rupie (-6%)
China, Renminbi (-6,7%)
USA, Dollar (-9,7%)
Norwegen, Krone (-10,1%)
Russland, Rubel (-11,2%)
Grossbritannien, Pfund (-12,8%)
Türkei, Neue Lira (-12,3%)
Ägypten, Pfund (-14,7%)
Euro (-15,6%)


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