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20.01.2010

19:21 Uhr

Rentenmarkt

Investoren fliehen aus griechischen Anleihen

VonAndrea Cünnen

Die Anleihekurse des hochverschuldeten Griechenlands sind deutlich unter Druck gekommen. Im Umkehrschluss stiegen die Renditen massiv an. Dabei gab es eigentlich keine neuen Hiobsbotschaften aus Griechenland. Viele Investoren werden jetzt aber extrem nervös.

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou: Die Märkte bewerten die Konsolidierungspläne des hoch verschuldeten Landes skeptisch. Reuters

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou: Die Märkte bewerten die Konsolidierungspläne des hoch verschuldeten Landes skeptisch.

FRANKFURT. Die Anleihekurse des hochverschuldeten Griechenlands sind am Mittwoch deutlich unter Druck gekommen. Im Umkehrschluss stiegen die Renditen massiv an. Dabei gab es eigentlich keine neuen Hiobsbotschaften aus Griechenland. "Viele Investoren werden jetzt aber extrem nervös. Sie fürchten weiter fallende Kurse, haben keine Kreditlinien mehr für Griechenland und ziehen deshalb die Reißleine", sagte Christoph Rieger, Zinsstratege bei der Commerzbank.

Die Rendite zweijähriger Griechen-Bonds sprang um bis zu 0,6 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent nach oben. Die Rendite zehnjähriger Anleihen aus Griechenland kletterte auf 6,2 Prozent. Die Renditeaufschläge im Vergleich zu sicheren deutschen Bundesanleihen lagen für eine Laufzeit von zwei Jahren knapp unter drei und für zehn Jahre Laufzeit bei über drei Prozentpunkten. Damit nähern sich die Renditeaufschläge ihren Hochs vom Februar 2009. Damals hatte es im Zuge der Finanzkrise schon erhebliche Sorgen um Griechenland und ein Auseinanderbrechen des Euro-Raums gegeben.

Solche Spekulationen gibt es jetzt wieder. Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte sie allerdings zuletzt als "absurd" bezeichnet. Auch der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, betonte, er könne sich eine Zersplitterung des Euro-Raums nicht vorstellen. Gleichwohl habe Griechenland "ernste Probleme". Ein akutes Problem, das Anleger derzeit umtreibt, ist die Tatsache, dass die Regierung in Athen in diesem Jahr noch keine neue Anleihe platziert hat. Insgesamt will die Regierung 2010 neue Bonds über 55 Mrd. Euro begeben. Andere Euro-Länder haben längst große Anleihen bei Anlegern untergebracht.

Kommentare (4)

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Zipflkl4tscher

21.01.2010, 09:39 Uhr

Schon lustig dass gerade die Griechen, die uns früher die Mathematik gelehrt haben, heute nicht mal mehr in der Lage sind ihren eigenen Staatshaushalt zu rechnen. Von Zeus kommt auch keine Hilfe. im Olymp geht wahrscheinlich gerade ne fette Orgie und keiner denkt an Griechenland ;)

Leertasche

21.01.2010, 10:17 Uhr

So, so, absurd das Auseinanderbrechen des Euroraumes für Trichet und Strauss-Kahn. Dann haben die Zwei nicht richtig gelesen. Zinsdifferenz sind nicht 3 Tics, sonder 3 P r o z e n t.
Wie wärs mit einem ersten Plan fürs Auseinanderbrechen, zur "Entflechtung"? Wie sagte es die frisch gebackene Nobelpreisträgerin für Literatur so schön: Polierte Nullen!

Hofmann,M

21.01.2010, 10:49 Uhr

Für den Euro ist es auf jeden Fall mal positiv, dass es ein Land wie Griechenland gibt. Ohne den Griechen wäre der Euro bereits über 1,50 USD.
1,30 USD wäre das beste für die Europäische Wirtschaft im globalen Welthandel.

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