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14.08.2014

12:13 Uhr

Rentenmarkt

Rendite von Bundesanleihen so gering wie nie

Nach den schwachen BIP-Zahlen sinkt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen immer weiter – und fällt unter ein Prozent. Das gab es noch nie. Bei zweijährigen Papieren zahlen Anleger sogar drauf.

Geld im Zeichen des Bundesadlers: Die Rendite der deutschen Bundesanleihen sinken. dpa

Geld im Zeichen des Bundesadlers: Die Rendite der deutschen Bundesanleihen sinken.

FrankfurtBundesanleihen sind am Donnerstag nach schwächer als erwartet ausgefallenen BIP-Zahlen aus Deutschland auf ein neues Rekordhoch geklettert. Gleichzeitig fielen die Renditen zeitweise auf ein Rekordtief von 0,998 Prozent. Nach Angaben des Datenanbieters Bloomberg ist das der niedrigste Stand aller Zeiten. Bei zweijährigen Anleihen fiel die Rendite sogar auf -0,01 Prozent, also in den negativen Bereich. Nach Ablauf erhalten Anleger weniger zurück als sie gezahlt haben.

Das deutsche BIP war im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gefallen. Von Bloomberg befragte Volkswirte waren nur von einem Rückgang um 0,1 Prozent ausgegangen. Die französischen BIP-Daten enttäuschten ebenfalls die Erwartungen.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

„Der Fokus von heute sollte auf dem schwachen Makro-Bild in der Eurozone bleiben und Bundesanleihen weiter stützen, auch wenn die BIP-Daten die Bundrenditen auf ein neues Rekordtief gedrückt haben”, schreibt Commerzbank-Analyst Benjamin Schröder in einer Einschätzung. Für das im weiteren Vormittagsverlauf veröffentlichte BIP der Eurozone rechnet Schröder im zweiten Quartal allenfalls mit einer Stagnation auf Vorquartalsniveau.

Auch die Rendite fünfjähriger Bunds erreichte am Donnerstagmorgen ein neues Rekordtief von 0,206 Prozent. Erst am Vortag hatte Deutschland 4 Milliarden Euro an Anleihen mit Fälligkeit Mai 2024 zu einer rekordniedrigen Rendite von 1,08 Prozent begeben. Bei der letzten Auktion am 16. Juli waren es noch 1,20 Prozent gewesen.

Die Rendite der US-Treasuries sank um knapp zwei Basispunkte auf 2,43 Prozent. In den USA könnten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am heutigen Nachmittag für weitere Impulse sorgen.

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