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11.04.2011

13:24 Uhr

Rentenmarkt

Zinsfantasien drücken Bundesanleihen-Kurse

Die Zinserhöhung der europäischen Zentralbank lässt die Investoren Bundesanleihen verkaufen. Die Renditen für zehnjährige Staatspapiere stiegen auf den höchsten Stand seit Juni 2009.

Nach der Leitzinserhöhung der EZB verkaufen Investoren deutsche Staatsanleihen. Quelle: dpa

Nach der Leitzinserhöhung der EZB verkaufen Investoren deutsche Staatsanleihen.

FrankfurtAnleiheinvestoren haben am Montag auf weiter steigende Zinsen in der Euro-Zone gesetzt und sich von Bundesanleihen getrennt. Der Kurs der zehnjährigen Bundesanleihe fiel bis auf 91,810 Punkte, im Gegenzug stieg die Rendite auf bis zu 3,507 Prozent und damit den höchsten Stand seit Juni 2009. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future fiel auf bis zu 119,92 Zähler und notierte zuletzt nahezu unverändert bei 120,06 Punkten.

„Nach dem Zinsschritt der Europäischen Zentralbank steht das Thema Inflation in der Euro-Zone im Mittelpunkt und das wird sich erst mal nicht ändern“, sagte WestLB-Stratege Michael Leister. „Wir nehmen an, dass bis Jahresende weitere Zinserhöhungen vonseiten der EZB wahrscheinlicher sind als vonseiten der US-Notenbank“, ergänzte er. Anleger verkaufen bei steigenden Zinsen häufig ihre Anleihen, um das Geld in neue, höher verzinste Papiere zu stecken. Entsprechend stiegen auch die Renditen für Bundesanleihen mit anderen Laufzeiten am Montag an. Die zweijährigen Schatzanweisungen rentierten mit bis zu 1,944 Prozent und warfen damit so viel ab wie zuletzt im Dezember 2008. Die fünfjährigen Papiere rentierten mit bis zu 2,834 Prozent, Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit mit 4,014 Prozent - soviel wie seit Februar 2010 nicht mehr.

Am Donnerstag hatte die EZB im Kampf gegen die Inflation mit einer Leitzinserhöhung auf 1,25 von einem Prozent die geldpolitische Wende eingeläutet. Hingegen sorgen sich die Zentralbanker in Amerika noch eher um das Anspringen des Konjunkturmotors als um die Preissteigerungen. Sollte sich das Blatt dort allerdings wenden, kann es nach Meinung von Strategen schnell gehen: „Wenn die Fed an den Zinsen dreht, dann wird sie ziemlich schnell nach oben gehen müssen“, sagte DZ-Bank-Stratege Glenn Marci. Das würde die Kurse von Bundesanleihen im Vergleich zu US-Staatsanleihen langfristig stützen. Am Devisenmarkt wiederum könnte der Euro zum Dollar dann unter Druck geraten, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Aber solange niemand ernsthaft darüber nachdenkt, dass die Fed die Zinsen anheben könnte, bleibt der Euro unterstützt.“ Die Gemeinschaftswährung bröckelte am Montag auf 1,4430 Dollar ab nach 1,4455 Dollar zum Wochenausklang. „Der Euro hat bereits im Vorfeld der EZB-Entscheidung kräftig zugelegt, da ist eine Atempause nichts Ungewöhnliches“, urteilte ein Händler.

Grundsätzlich sei die Währung aber im Vorteil und sollte in Richtung 1,45 Dollar marschieren, hieß es bei der Unicredit.

 

Von

rtr

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