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12.06.2012

12:42 Uhr

Rettungsaktion verpufft

Spanien-Anleihen erneut unter Druck

Madrids Hauptproblem ist nicht gelöst aber entschärft, doch am Markt hilft das nur wenig. Ungeklärte Details rund um die Finanzhilfen für Spaniens Bankensektor rücken in den Fokus. Die Bonds ziehen weiter an.

Händler gehen an den Kurstafeln der Börse in Madrid vorbei. Reuters

Händler gehen an den Kurstafeln der Börse in Madrid vorbei.

FrankfurtVor den Wahlen in Griechenland am Sonntag wächst die Nervosität am Renten- und Devisenmarkt. Der Euro pendelte am Dienstag in einem volatilen Handel um die Marke von 1,25 Dollar. Von italienischen und spanischen Anleihen nahmen Anleger weiter Abstand - entsprechend zogen die Renditen an. Der Ausgang der Wahlen in Athen sei eine große Unbekannte, das mache die Anleger sehr unsicher, sagte ein Händler.
Bei den Parlamentswahlen am Sonntag wird de facto über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone abgestimmt. Sollten die Gegner des Sparprogramms die Oberhand gewinnen und damit den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone forcieren, könnte das laut Marktexperten auch die Euro-Sorgenkinder Spanien und Italien weiter unter Druck setzen.
Die Erleichterung über die geplanten Finanzhilfen für den spanischen Bankensektor waren jedenfalls schnell verpufft. Schon am Montag hatten die Renditen der zehnjährigen spanischen Anleihen wieder zugelegt. "Die Rettung der spanischen Banken ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber niemand kann ausschließen, dass nicht noch mehr Geldspritzen nötig sind," sagt Ben Hauzenberger, Fondsmanager bei Swisscanto Asset Management.
Spanische Papiere wurden am Mittag mit bis zu 6,688 Prozent verzinst nach 6,529 Prozent am Vortag. Die Rendite ihrer italienischen Pendants zog ebenfalls an und lag bei bis zu 6,205 Prozent (Vortag: 6,038 Prozent). Das hoch verschuldete Italien droht ebenfalls immer stärker ins Visier der Märkte zu geraten. "Vor allem Hedge Funds haben, wie zu hören ist, massive Positionen aufgebaut, die gestern die italienischen Renditen schon deutlich ansteigen ließen", schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar.
Österreichs Finanzministerin Maria Fekter schloss nicht aus, dass Italien Finanzhilfen seiner europäischen Partner in Anspruch nehmen könnte. Das Land müsse sich selbst aus seinem wirtschaftlichen Dilemma hoher Defizite und Schulden befreien, sagte sie am Montagabend im österreichischen Fernsehen. Aber es könne natürlich sein, dass Italien angesichts der hohen Zinsen, die es bereits zur Refinanzierung an den Märkten zahlen müsse, auf zusätzliche Hilfen angewiesen sei, sagte Fekter.
An den Kreditmärkten war die Anspannung ebenfalls spürbar. Fünfjährige Swaps zur Versicherung von spanischen Staatsanleihen (CDS) zogen um 10 Basispunkte auf 605 Basispunkte an. Damit beliefen sich die Kosten für die Versicherung von Anleihen über zehn Millionen Euro auf 605.000 Euro. Die CDS Italiens stiegen um 11 Basispunkte auf 561 Basispunkte.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Idiots_for_Eurobombs

12.06.2012, 12:44 Uhr

Wen wundert's, wenn die Systeme nicht reformiert werden, sondern, dem Geldsegen sei Dank, Reformen verhindert werden.

enervierter_Buerger

12.06.2012, 12:50 Uhr

Nicht ein Austritt Griechenlands, sondern sein Verbleib im Euro wäre eine Katastrophe, weil dann die übrigen PIIGS-F sehen, dass die nicht sparen und auch nichts ändern müssen, sondern weitermachen können wie bisher, der tumbe deutsche Steuermichel zahlt's ja. Nicht nur Griechenland, auch die übrigen PIIGS-F sind ein Fass ohne Boden, das D das Genick brechen wird.

Rene

12.06.2012, 13:29 Uhr

Ob sich Österreich unter Fekter gegen Eurobonds wehren würde? Wie ist eigentlich der Standpunkt der Finnen und Niederländer zu Eurobonds?

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