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22.07.2011

13:50 Uhr

Rettungspaket

Fitch sieht Griechen-Beschluss als Zahlungsausfall

Die Ratingagentur Fitch wertet Griechenland als „eingeschränkten Zahlungsausfall“ - doch diese Einstufung soll nur von kurzer Dauer sein. Die Strategie, den privaten Sektor an der Rettung zu beteiligen, unterstützt Fitch.

Das New Yorker Büro der Ratingagentur Fitch. Quelle: dpa

Das New Yorker Büro der Ratingagentur Fitch.

DüsseldorfDie Ratingagentur Fitch hat die Beschlüsse des Euro-Gipfels zur Griechenland-Rettung begrüßt und will die Anleihen des Landes nach einem zeitweisen Zahlungsausfall wieder anheben und als spekulative Investition bewerten. Sobald das Kreditereignis überwunden sei, werde das Euro-Land ein neues Rating erhalten, teilte die Agentur am Freitag mit. Für die Zeit, in der die Anleihen nicht beglichen werden könnten, werde Griechenland als „eingeschränkter Zahlungsausfall“ eingestuft.

Die Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs vom Donnerstagabend seien ein wichtiger und positiver Schritt in Richtung Finanzstabilität, erklärte die Agentur weiter. Die Reduzierung der Zinssätze und die Verlängerung der Laufzeiten für die Anleihen könnten eine Möglichkeit sein, wieder solvent zu werden. Der Anleger werde dadurch allerdings schlechter gestellt. Auch für Portugal und Irland seien die neuen Konditionen des Euro-Rettungsschirms EFSF gute Nachrichten. Mit der Beteiligung des privaten Sektors sei eine neue Geschäftsgrundlage geschaffen worden, begründete Fitch am Freitag die Einschätzung.

Nur geringe Auswirkungen auf Banken und Anleihemarkt

Für die griechischen Banken dürfte das erst einmal keine gravierenden Konsequenzen haben. Wenn der "eingeschränkte Zahlungsausfall" wie angekündigt nur ein vorübergehendes Urteil der Ratingagentur ist, wolle sich die EZB nicht von Griechenland abnabeln. Noch vor wenigen Wochen hatte die Europäische Zentralbank angekündigt, eine Beteiligung privater Gläubiger nicht zu akzeptieren. „Sollte eine solche Beteiligung als Kreditausfall gewertet werden, dann wird die EZB griechische Anleihen nicht mehr akzeptieren“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark im Juni.

Am Anleihemarkt ließen sich die Investoren von der drohende Herabstufung nicht irritieren. Griechische Staatspapiere setzten ihren Erholungskurs mit beschleunigtem Tempo fort. Die Rendite zehnjähriger Papiere sank um 186 Basispunkte auf 13,6 Prozent. Zweijährige Staatsanleihen rentierten nur noch mit 24,5 Prozent. In der vergangenen Woche waren sie zeitweise auf mehr als 37 Prozent gestiegen.

Auch an der Athener Börse herrschte ungeachtet der Fitch-Warnung Jubelstimmung. Der griechische Leitindex ASE stieg bis zum Mittag um 4,6 Prozent auf 1.272 Punkte. Die Kurse griechischer Banken, die bereits am Vortag massiv zugelegt hatten, verteuerten sich zwischen acht und 13 Prozent.

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Kommentare (14)

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leser

22.07.2011, 14:04 Uhr

logisch.

sailing

22.07.2011, 14:17 Uhr

wenn ein Schuldner ein "D" erhält dann darf die EZB dessen Papiere nicht mehr annehmen.

Hier werden immer mehr Gesetze aufgeweicht mit unabsehbaren Folden für die EZB und damit für den Euro

Account gelöscht!

22.07.2011, 14:29 Uhr

Was hat die EZB mit Fitch zu tun?

Ich bin Europäer und Fitch ist ein blöder Ami.

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