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23.04.2013

11:34 Uhr

Rettungsplan

Küchenhersteller Alno will Geldmarkt anzapfen

Seit dem Börsengang 1995 schreibt der Küchenhersteller Alno fast nur rote Zahlen und braucht dringend Geld. Nun plant Alno eine Anleihe in Millionenhöhe auszugeben. Die Anleihe ist Teil des Rettungspakets.

Der Küchenhersteller Alno will 45 Millionen mit einer Anleihe einsammeln. dpa

Der Küchenhersteller Alno will 45 Millionen mit einer Anleihe einsammeln.

PfullendorfDer Küchenmöbelhersteller Alno will sich über eine Anleihe frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen. Insgesamt solle die Anleihe dem klammen Unternehmen bis zu 45 Millionen Euro einbringen. Der Schweizer Finanzdienstleister Swiss Entrepreneur, einer der großen Alno Aktionäre, habe bereits die Zeichnung von Anteilen für 15 Millionen Euro zugesagt, teilte Alno am Dienstag in Pfullendorf mit. Mit dem Geld der Anleihe will Alno nach eigenen Angaben vor allem seine Wachstumsstrategie im Ausland finanzieren.

Seit dem Börsengang 1995 hatte der einstige Marktführer für Küchenmöbel in Deutschland fast immer rote Zahlen geschrieben. Dadurch waren die Schulden so weit angewachsen, dass die 1800 Mitarbeiter große Gruppe im vergangenen Sommer vor der Insolvenz stand. Nur weil Hauptaktionäre, Banken und Lieferanten sich auf ein Finanzierungspaket verständigten, wurde der Küchenhersteller gerettet. Die Anleihe ist Teil dieses Rettungspakets.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Vor allem in China, den USA und in Russland setzt das Unternehmen auf gute Geschäfte mit hochpreisigen Küchen. Aber auch Firmenübernahmen könnten mit dem Geld bezahlt werden, teilte Alno weiter mit. Die Anleihe soll ab dem 14. Mai an der Börse gehandelt werden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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DEJAVU

23.04.2013, 12:21 Uhr

Da steht sie schon mal die neue ALNO-Küche, mitten in einer Landschaft von Beton-Hausgerippen. Der Betrachter der neuesten Print-Anzeige des Unternehmens fühlt sich unangenehm an mediterrane Investment-Ruinen erinnert. Spanien, Griechenland - was könnte es sein? Bevor die Firma frisches Geld einsammelt, sollte sie vielleicht erst kontraproduktive Ausgaben streichen.

ALG2

23.04.2013, 12:31 Uhr

"Seit dem Börsengang 1995 hatte der einstige Marktführer für Küchenmöbel in Deutschland fast immer rote Zahlen geschrieben."

Und weil es so schön ist verbrennen wir gleich die nächsten 45 Millionen ! Danach mischt sich das Land & der Bund noch, gerne mit frischen Steuergelder. Warum ? Wegen 1800 Mitarbeitern, klar die würden ja auch nie wieder einen Job bekommen ! Ps.: Boni nicht vergessen !

tharos

24.04.2013, 18:43 Uhr

Riskant riskant - für die Anleger... Ich weiß nicht ob ich da mein Geld anlegen würde.
Auch ist der Zusammenhang zu dem Interview von 2012 im Bezug auf den Finanzierungsrahmen unter http://www.geldanlage-im-netz.de/789/alno-kuchen-plant-unternehmensanleihe-mit-85/ nicht ganz von der Hand zu weisen....

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