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01.12.2014

11:02 Uhr

Riesiger Schuldenberg

Ratingagentur Moody's stuft Japan herunter

Japan sitzt auf einem riesigen Schuldenberg, der mehr als doppelt so hoch ist wie die Wirtschaftsleistung. Das hat nun Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit des Landes: Die Ratingagentur Moody's stufte die Bonität herab.

Japan ächzt unter einem großen Schuldenberg. dpa

Japan ächzt unter einem großen Schuldenberg.

TokioDie US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Japans herabgestuft. Die Bonität sinkt um eine Note von „Aa3“ auf „A1“, wie die Agentur am Montag mitteilte. Der Ausblick für die Bonität der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bleibt „stabil“. Moody's begründete dies mit der wachsenden Unsicherheit, ob Japan zur angestrebten Senkung des Staatsdefizits in der Lage ist. Die Bonitätsabwertung erhöht den Druck auf Japans Politik, die desolaten öffentlichen Finanzen zu sanieren.

Mit rund 240 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes hat Japan die höchste Staatsverschuldung unter den Industriestaaten. Japan hat allerdings über Staatsanleihen Schulden überwiegend bei den eigenen Bürgern. Die Wirtschaft war in Folge einer Anhebung der Mehrwertsteuer im April in den folgenden Monaten in eine Rezession gerutscht, was Zweifel an Wirtschaftspolitik von Regierungschef Shinzo Abe schürte. Eine für 2015 geplante weitere Anhebung der Steuer verschob er daraufhin auf 2017. Daher wird befürchtet, dass die Sanierung der Staatsfinanzen auf die lange Bank geschoben wird.

Parlament aufgelöst: Japan vor Neuwahlen

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Seine Wirtschaftspolitik „Abenomics“ gilt als gescheitert, nun hat der japanische Premierminister Shinzo Abe das Parlament aufgelöst. Er will die Opposition durch Neuwahlen auf dem falschen Fuß erwischen.

Die Bonitätsabwertung ereilte das Land mitten im Wahlkampf. Am 14. Dezember kommt es in Japan zu vorgezogenen Neuwahlen. Die regierende Koalition von Ministerpräsident Shinzo Abe wird wahrscheinlich ihre Mehrheit im maßgeblichen Unterhaus des Parlaments verteidigen können. Abe will Japan mit einer Mischung aus extrem lockerer Geldpolitik, Konjunkturprogrammen und Reformen aus der jahrelangen Deflation mit fallenden Preisen und schwacher Nachfrage herausholen und die Wirtschaft auf einen nachhaltigen Wachstumskurs bringen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Uwe Warschkow

01.12.2014, 17:37 Uhr

Wenn man nur Geld drucken bräuchte-das wäre zu einfach.Japan hat große Probleme.Das bemerkte auch irgendwann der Anleger.Seit Ende Dezember 89 sinkt der Nikkei 225-mehr oder weniger schnell-aber die Tendenz ist klar nah unten gerichtet. Von den damals erreichten 38850 Punkten ist nicht mehr viel da.Zum Vergleich,der DAX notierte zur selben Zeit bei 1850 Punkten,der Dow bei 2850 Punkten.Was für eine Vernichtung von Kapital.

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