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28.05.2012

09:32 Uhr

Risiko-Anleihen

Mit den Schmuddelkindern spielen

VonStefan Hajek, Niklas Hoyer, Christof Schürmann
Quelle:WirtschaftsWoche

Unternehmens-Bonds haben bis zu 70 Prozent verloren. Mutige Anleger machen mit ausfallgefährdeten Papieren selbst bei möglichen Konkursen noch ansehnliche Gewinne. Wie Anleger mit Anleihen antizyklisch investieren.

Mit antizyklischen Investments lassen sich überdurchschnittliche Renditen erzielen. AFP

Mit antizyklischen Investments lassen sich überdurchschnittliche Renditen erzielen.

DüsseldorfAktionäre kennen die Strategie: „Wir werden ängstlich, wenn die anderen gierig sind, und gierig, wenn die anderen ängstlich sind“, hat Star-Investor Warren Buffett sie einst auf den Punkt gebracht. Buffett kauft Aktien, wenn an der Börse schlechte Nachrichten dominieren und die Kurse im Keller sind. Er steigt aus, wenn gute Nachrichten aus Konjunktur und dem Unternehmen den Kurs seit geraumer Zeit treiben und Analysten sich mit Kaufempfehlungen überbieten. Antizyklische Investoren werden Buffett und seine Nachahmer deshalb oft genannt.

Ihre Idee: Wenn eine Aktie überall zum Kauf empfohlen wird, haben die meisten Investoren schon gekauft, die künftige kurstreibende Nachfrage ist begrenzt. Lässt die Börse ein Papier links liegen, können aber schon wenige gute Nachrichten einen Nachfrageboom entfachen.

Studien haben die Überlegenheit des antizyklischen Investierens an den Aktienmärkten belegt – unter einer Bedingung: „Als Antizykliker haben Sie dauerhaft nur Erfolg, wenn Sie zwischenzeitliche Rückschläge aushalten und notfalls ein paar Jahre bei der Stange bleiben können“, sagt Vermögensverwalter Frank Lingohr, der mit seinen Fonds selbst als bekennender Buffett-Jünger mit antizyklischem Verhalten seit vielen Jahren überdurchschnittliche Renditen erzielt.

Weniger bekannt ist der antizyklische Ansatz unter Anleiheinvestoren. Dabei funktioniert er tadellos. Auch Bonds werden an der Börse gehandelt, zu einem schwankenden Kurs – wenn auch ihre Notierungen in der Regel weniger stark variieren als die der Aktien. Schließlich winkt am Ende der Laufzeit der Papiere die volle Rückzahlung. Der Kurs nähert sich also seinem Ausgabepreis wieder an. Der liegt immer bei 100 Prozent – Anleihen werden anders als Aktien nicht in Euro, sondern in Prozent notiert. Wer für 1000 Euro eine Anleihe zu einen Kurs von 100 Prozent erwirbt, zahlt 1000 Euro. Dazu kommt noch ein Zinsaufschlag, den der Verkäufer für die bereits bis zur nächsten Zinszahlung aufgelaufenen Anleihezinsen erhält, der sogenannte Stückzins.

Anlagetipps: So vermeiden Sie Pleiten

1. Streuen

Streuen Sie Geldanlagen breit, packen Sie nie mehr als ein Drittel der Anlagesumme in ein Einzelinvestment.

2. Vorsicht vor Krediten

Verkauft der Anbieter einer Immobilie oder eines Finanzprodukts den Kredit gleich mit, sollte vorher ein Anwalt das Angebot prüfen.

3. Weitere Meinungen

Ziehen Sie eine weitere Meinung von einem Profi hinzu, den Sie beauftragen.

4. Lesen Sie Verträge

Lesen Sie Verträge. Nur das gilt, nicht das, was Vermittler im Gespräch erzählen.

5. Risiko

Präsentiert der Verkäufer Rechenbeispiele, in denen sich die Anlage von selbst finanziert, lassen Sie die Finger davon. Wer viel verdienen will, trägt viel Risiko.

6. Vor Ort prüfen

Bevor Sie sich an Immobilien beteiligen, prüfen Sie vor Ort, wie sie vermietet sind

7. Baulicher Zustand

Besichtigen Sie Immobilien und lassen Sie den baulichen Zustand begutachten.

8. Spezialisierter Anwalt

Fragen Sie im Zweifel einen spezialisierten Anwalt. Ein Steuerberater bestätigt, dass der Steuervorteil greift, ein Anwalt kennt die Fallstricke der Anlage.

9. Vorausschau

Schauen Sie zuerst auf das Risiko und dann auf die mögliche Rendite. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Geld wieder benötigen.

10. Kein Zeitdruck

Lassen Sie sich eine Chance entgehen, statt unter Zeitdruck zu unterschreiben.

11. Produkte, die Sie verstehen

Kaufen Sie nur Produkte, die Sie verstehen. Das klingt banal, passiert aber viel zu selten.

12. Beratungsprotokoll

Lassen Sie sich immer das Beratungsprotokoll aushändigen. Prüfen Sie, ob der Inhalt stimmt.

13. Schriftliche Bestätigung

Sagt der Berater, ein Produkt sei sicher, verlangen Sie die schriftliche Bestätigung der Aussage. Gibt er sie nicht, lassen Sie die Finger vom Geschäft.

14. Prospekte

Lassen Sie sich den Prospekt aushändigen, und lesen Sie ihn vor Unterzeichnung des Vertrages gründlich. Suchen Sie im Prospekt nach Risikohinweisen.

15. Keine Telefonangebote

Legen Sie auf, wenn Sie unverlangt ein Angebot per Telefon bekommen.

Während ihrer Laufzeit können auch Anleihen deutlich von ihrem Rückzahlungskurs von 100 Prozent abweichen – etwa dann, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt. Neue Anleihen werden dann zu einem höheren Zinssatz ausgegeben, bereits gehandelte Papiere mit niedrigerem Zinskupon verlieren relativ an Wert. Größten Einfluss auf den Kurs aber haben die Unternehmenszahlen. Signalisieren sie Pleitegefahr, stürzen Anleihekurse in den Keller – Anleger fürchten, dass sie ihre 100 Prozent nicht zurückbekommen.

Für wagemutige, antizyklisch investierende Anleger bietet dies Chancen. Verbessert sich die Situation des Unternehmens, kann ein Anleihekurs ohne Weiteres auch wieder von 60 auf 100 Prozent steigen. Derzeit ist eine

Kommentare (5)

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aruba

28.05.2012, 11:29 Uhr

Guten Tag,.... Fassen Sie sich mal an die Birne. Dann gehen Sie lieber ins Casino oder spielen Sie mit Ihren Zehen. Nicht mal US Hedge-Fonds,... verzapfen so einen Mist. Besten Dank.

Account gelöscht!

28.05.2012, 13:26 Uhr

sehr sachlich und überzeugend aruba. sind die von ihnen propagierten strategien auch das was sie machen? könnte man meinen.

FrankFracht

28.05.2012, 14:14 Uhr

Aruba:
..es ist immer gut einen Experten wie Sie im Boot zu haben..Da weiss man man das nichts schief gehen kann

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