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10.01.2011

17:00 Uhr

Risiko-Radar

Auto- und Bankaktien bleiben hochspekulativ

VonChristian Schnell

Das Risiko, das Anleger bei Aktien eingehen, ist weiter gesunken. Die breiten Aktienmarktindizes Dax und Euro Stoxx 50 weiter in der mittleren Risikoklasse 3. Das geht aus dem Handelsblatt Risiko-Radar hervor. Nur Finanz- und Autoaktien gelten noch immer als spekulativ.

Frankfurter Börse: Das Risiko-Radar deutet auf schwindende Risiken bei Dax und Euro Stoxx 50 hin. dpa

Frankfurter Börse: Das Risiko-Radar deutet auf schwindende Risiken bei Dax und Euro Stoxx 50 hin.

FRANKFURT. Weltweit stehen Aktien bei Anlageberatern, Fondsmanagern und Vermögensverwaltern wieder an erster Stelle, wenn es an die bevorzugte Anlageklasse für dieses Jahr geht. "Wir erwarten in diesem Jahr weltweit für Aktien ein weiteres Mal einen zweistelligen Zuwachs", sagt beispielsweise Robert Buckland von der Citigroup. Dazu passt, dass das Risiko, das Anleger bei Aktien eingehen, weiter gesunken ist. Das geht aus dem Risiko-Radar hervor, das das Handelsblatt in Kooperation mit dem Ratingunternehmen EDG jeden Monat veröffentlicht.

"Der Trend zur Risikoreduktion hat sich auch zum Jahresende fortgesetzt", sagt Björn Döhrer, Partner bei der EDG. Trotz der teilweise noch immer sehr hohen Risiken bei Einzelwerten liegen die breiten Aktienmarktindizes Dax und Euro Stoxx 50 weiter in Risikoklasse 3. Das ist genau die Mitte zwischen den Risikoklassen von eins für "sicherheitsorientiert" und fünf für "spekulativ". In Klasse 3 sind auch die meisten Einzeltitel zu Hause.

Basis für das Risiko-Radar ist das Konzept des sogenannten "Value at Risk", das in der Finanzwelt flächendeckend verwendet wird. Das Grundprinzip ist ziemlich einfach: Der Value at Risk gibt den Verlustbetrag an, der bei einer Anlage von 10 000 Euro in den nächsten zehn Tagen mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Ein Value at Risk von 1 000 Euro bedeutet so, dass das Risiko auf einen Kursrückgang von zehn Prozent beschränkt ist.

Aktuell hat der Dax einen Value at Risk von 1 042, beim Euro Stoxx 50 liegt er knapp darüber bei 1 126. Beim Dax sollte man also in den kommenden zehn Tagen mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht mehr als 10,4 Prozent verlieren, beim Euro Stoxx 50 sind es im schlimmsten Fall rund elf Prozent.

Die Allianz bildet die Ausnahme unter den Finanztiteln

Eine Ausnahme unter den 30 Einzeltiteln des Dax bilden indes immer noch die Finanzwerte Deutsche Bank und Commerzbank, die weiterhin das höchste Risiko aufweisen. Lediglich der Versicherer Allianz hält sich in der etwas weniger spekulativen Kategorie vier auf. Dass eine außergewöhnlich gute Kursentwicklung und überraschend gute Verkaufszahlen im vergangenen Jahr nicht automatisch ein hohes Risiko ausschließen, beweisen die Automobiltitel. Die Daimler-Aktie, die 2010 um rund 40 Prozent zugelegt hat, und VW, die sich sogar verdoppelt hat, liegen beide noch immer in der hochspekulativen Klasse 5.

Allein beim Industriegase-Spezialisten Linde spiegelt sich die anhaltende Erholung im Risikoverlauf wider. Die Aktie ist von Klasse 4 in die 3 aufgestiegen. Die geringsten Risikokennzahlen weisen jedoch nach wie vor die Deutsche Telekom und der Pharmaspezialist Fresenius auf.

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