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12.01.2007

14:33 Uhr

Risikoaufschläge bleiben gering

Verbriefungen liegen im Trend

Der deutsche Markt für Verbriefungen holt auf. Nach Berechnungen der Ratingagentur Moody’s wurden im vergangenen Jahr in Deutschland Risiken über 66,7 Mrd. Euro verbrieft – das sind 87 Prozent mehr als im Vorjahr.

Verbriefungen in Europa, Nahost und Afrika 2006

Verbriefungen in Europa, Nahost und Afrika 2006

HB FRANKFURT. Insgesamt 12,8 Prozent des europäischen Verbriefungsmarkts entfielen auf Deutschland, im Vorjahr waren es nur 8,6 Prozent. In ganz Europa wuchs der Markt nach vorläufigen Berechnungen von Moody’s um rund ein Drittel auf das Rekordvolumen von etwa 550 Mrd. Euro.

Bei einer Verbriefung übertragen Kreditinstitute, Versicherer, und Nicht-Banken und Staaten Kreditrisiken oder Forderungen aus ihrer Bilanz an eine Zweckgesellschaft. Oft refinanzieren die Zweckgesellschaften dann den Ankauf der Forderungen mit der Ausgabe von Wertpapieren, die sie mit den entsprechenden Forderungen besichern (Asset Backed Securities, ABS). Verbriefen lässt sich alles, was regelmäßige Einnahmen einbringt, wie zum Beispiel Hypotheken, Kreditkarten oder Autokredite.

Für Privatanleger sind die komplexen ABS nicht direkt zugänglich. Es gibt jedoch inzwischen viele ABS-Fonds, und außerdem mischen Geldmarkt- und Rentenfonds häufig ABS-Papiere ihren Portfolios bei.

Für dieses Jahr rechnet Moody’s nicht mit einem steigenden Emissionsvolumen in Deutschland. Der Markt sei im vergangenen Jahr vor allem von großen Einzeltransaktionen geprägt worden, betonte Moody’s-Analyst Jörg Homey. Von daher könnte ein Rückgang der Jumbo-Transaktionen signifikante Effekte auf das Emissionsvolumen haben. Die großen Transaktionen in diesem Jahr haben die Agentur überrascht, sie hatte für 2006 in Deutschland ein stagnierendes Emissionsvolumen prognostiziert. Die größte ABS-Transaktion aus Deutschland kam im vergangenen Jahr von der Immobiliengesellschaft Deutsche Annington, einer Tochter des britischen Finanzinvestors Terra Firma. Sie hatte Wohnungen der Eon-Tochter Viterra gekauft und die Finanzierung über 5,4 Mrd. Euro unter dem Namen „Grand plc“ verbrieft. Grand war ein Rekord für die europäische gewerblichen Immobilienverbriefung (CMBS) und eine von vielen solcher Transaktionen, die in Deutschland stattfand. Das CMBS-Volumen hat sich laut Moody’s hier zu Lande auf gut 24 Mrd. Euro fast vervierfacht.

Trotz des gestiegenen Angebots an Verbriefungen und ABS in Deutschland und Europa hielten sich die Risikoaufschläge in diesem Jahr stabil. Asset Backed Securities werden in mehreren Tranchen begeben. Die sind so strukturiert, dass bei einem Ausfall der Forderungen zuerst die nachrangigen Tranchen betroffen sind. Der Großteil einer Emission erhält somit von den Ratingagenturen meist das Spitzenrating „AAA“, das für erstklassige Bonität steht. Die einzelnen Tranchen werden variabel, das heißt mit Aufschlägen auf die Geldmarktsätze Euro- oder Libor verzinst.

Je nach Besicherungsart rentieren erstklassige ABS-Tranchen derzeit nach Angaben von Dresdner Kleinwort zwischen 0,11 und 0,18 Prozentpunkte über den Geldmarktsätzen. Dresdner Kleinwort und DZ Bank erwarten in diesem Jahr am ABS-Markt grundsätzlich eine ähnlich stabile Entwicklung der Aufschläge wie 2006.

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