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19.10.2011

17:28 Uhr

Risikogeschäft

Regierung erwägt Abschaffung des Computerhandels

Die Regierungskoalition will den Computerhandel an den Börsen genau unter die Lupe nehmen - und möglicherweise ganz verbieten. Bereits im September wurden schärfere Kontrollen für den Hochfrequenzhandel angekündigt.

Der superschnelle Computerhandel an den Börsen steht auf dem Prüfstand. dpa

Der superschnelle Computerhandel an den Börsen steht auf dem Prüfstand.

BerlinIn der schwarz-gelben Regierungskoalition gibt es Überlegungen, den superschnellen Computerhandel an den Börsen zu verbieten. Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Klaus-Peter Flosbach, sagte am Mittwoch in Berlin: „Wir denken darüber nach, ob dieses Geschäft ganz untersagt werden könnte.“ Der Hochgeschwindigkeitshandel erfülle keine volkswirtschaftliche Funktion. Möglicherweise könne auch die geplante Finanztransaktionssteuer dabei helfen, ihn einzudämmen.

Die EU-Kommission hatte bereits im September angekündigt, den superschnellen Computerhandel schärfer zu kontrollieren. Ein entsprechender Verordnungsentwurf soll in den nächsten Monaten veröffentlicht werden. Auch US-Finanzaufseher nehmen den Hochfrequenzhandel genauer unter die Lupe.

Beim computergestützten Hochfrequenzhandel werden Aktien in extrem kurzer Zeit gekauft und wieder verkauft, um minimale Kursdifferenzen auszunutzen. Der in den vergangenen Jahren stark gewachsene Computerhandel wird für die jüngsten Turbulenzen an weltweiten Aktienbörsen mitverantwortlich gemacht. Aufsichtsbehörden sehen darin das Risiko von Marktverwerfungen und möglicher Manipulationen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.10.2011, 18:07 Uhr

Eine drastige Tranomputerhandel schon zum erliegen kommen. Sowie die Steuer einer Transaktion höher ist, als der "minimale Gewinn", der durch die Transaktion zu erwarten wäre, würde die Transaktion nicht getätigt.

Rechnen können die Banken.

Kronecker

19.10.2011, 20:28 Uhr

Das ist doch alles "Popolismus". Seit einem Jahr eiern unsere Führer rum, die Griechenlandkrise abzustellen, und haben keine Ahnung, wie sie es tun sollen. Aber der HFH ist schuld. Dann können auch das Atom dafür verantwortlich machen, dass es die Atombombe gibt.

Erasmus

20.10.2011, 12:50 Uhr

Die Transaktionssteuer ist total sinnlos und kontraproduktiv, weil sie den Märkten massiv Liquidität entzieht, dadurch zu Verwerfungen führt und somit für alle, auch die Kleinaktionäre, über höhere Spreads die Transaktionskosten erhöht.

Den Hochfrequenzhandel zu verbieten ist dagegen schon lange überfällig, denn HFT ist eine Hightech-Variante von Frontrunning, die zu Lasten aller übrigen Marktteilnehmer geht und - wie im Artikel völlig korrekt dargestellt - aus ökonomischer Sicht auch nicht zur Markteffizienz beiträgt.

Unsere Genies in Brüssel und Berlin werden aber leider die Transaktionssteuer haben wollen, einfach weil ihnen das Konzept einer Steuer eingängiger und vertrauter ist.

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