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13.06.2012

01:30 Uhr

Risikoprämien steigen

Spanien-Krise spitzt sich zu

Trotz des milliardenschweren Rettungspakets steigen die Risikoprämien für spanische Anleihen immer weiter. Außerdem stuft die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnoten der Banken herab. Die Investoren ziehen ihr Geld ab.

Börse in Madrid. Die Investoren flüchten. dapd

Börse in Madrid. Die Investoren flüchten.

FrankfurtDie wachsende Nervosität an den Finanzmärkten hat die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen am Dienstag auf neue Rekordstände getrieben. Händlern zufolge nimmt die Angst der Anleger vor einer Eskalation der Euro-Krise vor den Wahlen in Griechenland zu. In Athen dürfte sich am Sonntag entscheiden, ob die Gegner des Sparprogramms die Oberhand gewinnen und damit der Austritt des Landes aus der Euro-Zone droht. Zudem zweifelten viele Investoren daran, ob Spanien allein mit den geplanten Finanzhilfen für den Bankensektor seine Schuldenkrise in den Griff bekommt.

Spanische Papiere wurden am Dienstagnachmittag in der Spitze mit 6,857 Prozent verzinst. Die Rendite ihrer italienischen Pendants zog ebenfalls deutlich an und lag bei 6,304 Prozent. Der Euro rutschte auf ein Tagestief von 1,2445 Dollar, der Dax drehte ins Minus. Er verlor 0,8 Prozent auf 6092 Zähler.

Börsianer verwiesen zudem auf die Herunterstufung von 18 spanischen Banken durch Fitch. Bereits am Montag hatte die Ratingagentur bekanntgegeben, die Kreditwürdigkeit von Banco Santander und BBVA zu senken. Heute senkte die Agentur ihre Bewertung teils um zwei Noten.

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Betroffen von dem Rundumschlag ist auch das angeschlagene viertgrößte Geldinstitut des Landes Bankia. Das aus Sparkassen hervorgegangene Institut benötigt für eine Sanierung eine Kapitalzufuhr von 23,5 Milliarden Euro. Fitch senkte die Kreditwürdigkeit von Bankia um eine Note von „BBB+“ auf „BBB“. Der Ausblick für das Rating sei negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.
Die Herabstufung der Banken steht in direktem Zusammenhang mit der Abstufung Spaniens. Es stehe zu befürchten, dass sich das Kreditportfolio einiger Banken weiter verschlechtert, argumentierte Fitch. Besonders Banken, die dem Bau- oder Immobilienmarkt ausgesetzt sind, seien gefährdet.
Die Ratingagentur hatte die Bonität des krisengeschüttelten Landes erst in der vergangenen Woche um drei Stufen gesenkt. Grund waren die hohen Kosten für die Sanierung des maroden Bankensektors und die schwachen Aussichten für die spanische Wirtschaft. Am Wochenende hatte Spanien angekündigt, als viertes Euroland nach Griechenland, Portugal und Irland unter den europäischen Rettungsschirm flüchten zu wollen.

Unterdessen haben die regierenden Konservativen in Spanien die Einsetzung einer Untersuchungskommission zur Finanzkrise und zur Krisenbank Bankia abgelehnt. Bei der Abstimmung im Parlament am Dienstag erhielt ein entsprechender Antrag der linken Opposition 139 Stimmen, verfehlte jedoch die nötige Mehrheit, da 175 Abgeordnete der konservativen Partido Popular (PP) dagegen votierten. Die PP-Abgeordnete María Arenales Serrano betonte dennoch, ihre Partei teile das Ziel, Transparenz zu schaffen.

Der Vorsitzende der oppositionellen Izquierda Unida, Cayo Lara, dessen Partei den Antrag zur Einsetzung des Untersuchungsausschuss eingebracht hatte, betonte während der Debatte die Notwendigkeit von Ermittlungen zur "Betrugskrise", in die seiner Ansicht nach Banken und Immobilienfirmen verwickelt sind. Seiner Ansicht nach stand diese Krise am Ursprung der Immobilienblase, deren Platzen 2008 das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzte.

In Spanien fordern immer mehr Menschen eine Untersuchung zu möglichen Betrugsfällen im Immobiliensektor. So unterzeichneten fast 135.000 Menschen eine Petition für die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission, die am Dienstag an Regierungschef Mariano Rajoy geschickt wurde. Rajoy soll am Mittwoch vor dem Parlament zur Rettung der Banken befragt werden. Die staatliche Unterstützung des angeschlagenen Bankhauses Bankia mit 23,5 Milliarden Euro zwang Madrid am Samstag, Hilfen der Eurozone zu beantragen.

Kommentare (24)

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maui

12.06.2012, 17:53 Uhr

Britische und amerikanische Hedgefondsmanager freuen sich über die gutgläubigen sekundären Anleger besonders in Europa - siehe Montag Vormittag von 8 Uhr bis 10.30 Uhr. Jetzt treiben sie die Risikoprämien ins Endlose denn sie wissen, dass keine Geldmasse ihr Handeln so schnell mehr aus Brüssel bedrohen wird. "Ihr seit auf dem richtigen Weg" Original Schaufel-Zitat. Die kommunistische Schwester verstummt in diesen Tagen - vor Grexia - komplett. Rhetorik? Taktik? Strategie...der Hilfslosigkeit? Märkte könnten ja doch gewaltiger sein als singuläre, geballte Macht auf einer Person.

Zinssklave

12.06.2012, 18:02 Uhr

Was interessiert es die Spanier???

Ab Juli dürfen wir Deutschen permanent zahlen dank ESM!

Immer mehr Steuern, Abgaben und Kürzungen damit unsere Freunde im Süden die Zinsen an die Bankster weiter zahlen können.

Es geht übrigens immer nur um die Zinszahlungen an die privaten Banken!

Staaten verschulden sich zu 97% bei privaten Banken!!!

Warum sprechen die Medien von Investoren und nicht privaten Banken?

Der zweitgrößte Ausgabenposten im Bundeshaushalt ist Zinszahlungen!!!
( Und der wird jedes Jahr größer wegen dem Zinseszins )

Bei den anderen Ländern sieht es genau so aus.

Spanien zahlt in diesem Jahr 29.000.000.000 Euro nur an Zinsen!!! ( Das sind jeden Tag ca. 80 Mil. an Zinsen! )

Im Grunde sind alle Regierungen nur Zinseintreiber für die privaten Banken!!!

Wenn die Griechen, Spanier, etc. die Zinsen nicht mehr zahlen können, zahlen es ab Juli die Deutschen dank ESM!

Was ist eigentlich der ESM?

Hier eine Erklärung in 4 min.

http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0&feature=share

www.wissensmanufaktur.net

Pequod

12.06.2012, 18:48 Uhr

Offensichtlich ist die Fußball-EM und die Olympiade
den Sportfans wichtiger als der Ausverkauf der BRD
mit dem ESM-Ermächtigungsgesetz, sonst hätte man
die Zahl von mindestens 50.000 Stimmen schon längst
zusammen. Bis zum 22. Juni ist noch Zeit unter
post.pet@bundestag.de seine Stimme gegen diese Aus-
beutung abzugeben.
Für alle Fußballfans wird unter Werner-Fußbal Teil 1
anschaulich dargestellt wie es in der ''EU'' nach
der Einführung des ESM zugehen wird.

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