Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.11.2014

16:49 Uhr

Rocket-Internet-Aktie

Ergebnis des Börsengangs fällt kleiner aus

Die Samwer-Brüder konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Der Börsengang der Start-up-Schmiede Rocket Internet bringt weniger ein als zuvor erwartet. Der Kursrutsch sei schuld, bilanzieren Analysten.

Da war die Euphorie noch groß: Die deutschen Samwer-Brüder feiern den Börsengang ihres Unternehmens „Rocket Internet“ an der Börse in Frankfurt. ap

Da war die Euphorie noch groß: Die deutschen Samwer-Brüder feiern den Börsengang ihres Unternehmens „Rocket Internet“ an der Börse in Frankfurt.

FrankfurtDer Börsengang von Rocket Internet fällt im Nachhinein eine Nummer kleiner aus. Wegen des Kursrutschs in den Wochen nach dem Börsengang nimmt die Berliner Startup-Holding statt 1,6 Milliarden nur 1,4 Milliarden Euro ein, wie Rocket Internet in der Nacht zum Samstag mitteilte.

Die Investmentbank Berenberg verwendete den größten Teil der Platzierungsreserve (Greenshoe) dazu, mit Aktienkäufen den Kurs zu stützen. Mit Erfolg: Am Freitag schlossen Rocket Internet mit 42,50 Euro genau auf dem Preis, zu dem die Aktien Anfang Oktober ausgegeben worden waren. Zwischenzeitlich waren sie um bis zu 25 Prozent abgestürzt.

Für die Mehrzuteilungsoption waren wegen der Stützungskäufe letztlich nur noch 87.000 von 3,7 Millionen Aktien übrig. Damit verliert Rocket Internet die Position als größter Börsengang in Deutschland seit Tognum im Jahr 2007. Mit 1,45 Milliarden Euro hatte Telefonica Deutschland (O2) vor zwei Jahren etwas mehr eingesammelt als Rocket.

Die Anlegerstruktur bei Zalando

Verdere

Sitz: Schweden
Anteil vor dem Börsengang: 35,6 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 32,04 Prozent
Verdere ist Mehrheitseigentümer der schwedischen Gesellschaft Kinnevik. Deren Vorsitzende Cristina Stenbeck sitzt gemeinsam mit drei weiteren Kinnevik-Managern im achtköpfigen Aufsichtsrat von Zalando.

Global Founders GmbH

Sitz: Deutschland
Anteil vor dem Börsengang: 16,7 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 15,03 Prozent
Die Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer stecken hinter der Global Founders GmbH. Über diese Gesellschaft halten sie auch die Mehrheit an der Start-up-Schmiede Rocket Internet. In Zalando investierte das Dreiergespann über ihren European Founders Fund. Vorbild war der US-Schuhhändler Zappos.

Anders Holch Povlsen

Sitz: Dänemark
Anteil vor dem Börsengang: 10,48 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 9,43 Prozent
Anders Holch Povlsen ist ein Modeunternehmer, der den dänischen Textilhändler Bestseller leitet.

Yuri Milner

Sitz: Luxemburg
Anteil vor dem Börsengang: 8,14 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 7,33 Prozent
Der Milliardär Yuri Milner hat einst schon in Facebook investiert und dadurch Millionen verdient. Auch in Groupon, Zynga, Spotify und AirBnB steckte er Geld. Am Börsengang von Zalando will er ebenfalls mitverdienen.

Holtzbrinck Ventures

Sitz: Deutschland
Anteil vor dem Börsengang: 7,64 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 6,88 Prozent
Holtzbrinck Ventures ist eine Tochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Holtzbrinck Ventures investiert in Start-ups.

Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH

Sitz: Deutschland
Anteil vor dem Börsengang: 5,63 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 5,06 Prozent
Tengelmann ist eher als Einzelhändler bekannt, investiert aber auch über seine Verwaltungs- und Beteiligungs-Gesellschaft in Neugründungen.

Len Blavatnik

Sitz: Luxemburg
Anteil vor dem Börsengang: 3,58 Prozent
Anteil nach dem Börsengang: 3,22 Prozent
Der US-Milliardär ist nicht nur bei Zalando aktiv, sondern hat auch schon Hunderte Millionen in Rocket Internet gesteckt. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf knapp 22 Milliarden Dollar. 2013 verdiente er allein sieben Milliarden Dollar mit dem Verkauf seiner Anteile am Unternehmen TNK-BP.

Auch beim Online-Modehändler Zalando musste die Investmentbank Morgan Stanley den Kurs in den ersten Wochen massiv stützen, so stark, dass die Platzierungsreserve am Ende vollständig aufgebraucht war. Die Aktie lag am Freitagabend mit 18,50 Euro dennoch 14 Prozent unter dem Ausgabepreis. Der Internet-Modehändler nimmt ohne die Mehrzuteilung statt 605 Millionen nur 526 Millionen Euro mit dem Börsengang ein.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×