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19.01.2005

06:56 Uhr

Rückversicherer machen gute Geschäfte – doch Anleger profitieren bislang kaum

Profitable Nachzügler

VonCaspar Dohmen (Handelsblatt)

Die Rückversicherungsbranche ist im Aufwind. Doch davon profitieren die Anleger nicht automatisch. Keine Frage, Katastrophen wie die Hurrikane des vergangenen Sommers in den USA demonstrieren die Notwendigkeit von Rückversicherungsschutz.

DÜSSELDORF. Entsprechend stark steigt die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz. Zudem fällt es der Branche recht leicht, von ihren Erstversicherungs-Kunden im vierten Jahr in Folge hohe Preise zu verlangen. So verdient die Branche heute mit dem Versicherungskerngeschäft Geld. Dies gab es seit 1975 nur dreimal.

Trotz des positiven Trends zeigt der Kursverlauf der Rückversicherer im vergangenen Jahr ein enttäuschendes Bild. Die Aktien entwickelten sich schlechter als der Branchenindex DJ Euro Stoxx für Versicherungen, der wiederum den DJ Euro Stoxx 50 schlug. So sind die Aktien der führenden Rückversicherer wie Münchener Rück und Swiss Re heute vergleichsweise günstig. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich unter zehn sind sie preiswerter als die Aktien der Erstversicherer wie Axa, Aegon oder AMB Generali.

Warum hinken die Rückversicherer hinterher? Belastend wirkten sich 2004 der Beinahe-Zusammenbruch des bis dahin neuntgrößten Rückversicherers Converium und weitere Nachreservierungen für das US-Geschäft einiger Häuser aus sowie die Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft gegen den weltweit größten Versicherungsmakler Marsh.

Solche Faktoren überschatteten die guten Quartalsergebnisse mit zweistelligen Eigenkapitalrenditen beispielsweise der Münchener Rück und Swiss Re. Und wie geht es weiter? Die Gewinnaussichten für die Rückversicherer bleiben gut, weil sich das hohe Preisniveau für Rückversicherungen meist erst zeitverzögert in den Gewinnen niederschlägt. Denn häufig bilden die Unternehmen zu hohe Reserven für mögliche Schäden. Wichtiger für Anleger ist aber, dass das Preisniveau attraktiv bleiben dürfte.

Für die Aktionäre dürfte der Umgang der Rückversicherer mit ihrem gewonnenen Kapital entscheidend sein. Zwar müssen die Gesellschaften ihre Reserven auffüllen – nicht zuletzt um ihr Rating zu verbessern. Schließlich war die Kapitalausstattung seit den Terroranschlägen des 11. September geschrumpft. Doch einige Rückversicherer könnten Kapital auch zur Steigerung ihres Kurses einsetzen, um ihre Attraktivität wieder zu erhöhen. Durch eine solche Beteiligung der Aktionäre an den guten Zeiten könnten die Rückversicherer verlorenes Vertrauen bei den Anlegern wiedergewinnen und gleichzeitig eine höhere Bewertung an den Kapitalmärkten erreichen. Den Anlegern winken hier Gewinnchancen.

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