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18.03.2014

14:05 Uhr

Russland

Goldman Sachs untergräbt sein eigenes Geschäft

Die Großbank Goldman Sachs soll im Auftrag Russlands ausländische Investoren anlocken. Doch die Bank senkt nun selbst den Daumen über das Land. Bei der Investmentbank weiß die eine Hand nicht, was die andere tut.

Händler an der New York Stock Exchange. Die Investmentbank Goldman Sachs steht in Russland vor einer kniffligen Aufgabe. Reuters, Sascha Rheker

Händler an der New York Stock Exchange. Die Investmentbank Goldman Sachs steht in Russland vor einer kniffligen Aufgabe.

Russlands Umgang mit der Krim hat den Job von Goldman Sachs, das Image des Landes bei Investoren zu verbessern, recht knifflig gemacht. Die eigenen Analysten der Bank senkten am Donnerstag die Wachstumsprognose für Russland - unter dem Hinweis, dass die Krise Unternehmen dazu veranlassen wird, Investitionen zu verschieben.

Goldman Sachs hatte vor einem Jahr eine Vereinbarung mit einer Laufzeit von drei Jahren unterschrieben, der zufolge die Bank beim Anlocken ausländischen Kapitals beraten soll. Konkret wurde der Vertrag mit dem russischen Wirtschaftsministerium und dem Russian Direct Investment Fund geschlossen. Die Bank soll demnach helfen, Entscheidungen der Regierung zu kommunizieren und Treffen mit Investoren anzusetzen. Das sagte seinerzeit Sergej Arsenjew, Managing Director für Investmentbanking bei Goldman in Moskau.

Wladimir Putin über...

... mögliche Militäraktionen in der Ukraine:

„Russland erwägt keinen Anschluss der Krim.“

„Was den Einsatz von Streitkräften angeht: Bisher gibt es eine solche Notwendigkeit nicht.“

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“

„Meine Entscheidung über einen Militäreinsatz in der Ukraine wird völkerrechtlich legitim sein.“

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“

... Sanktionsforderungen

„Drohungen an die Adresse Russlands sind kontraproduktiv und schädlich.“

... den G8-Gipfel in Sotschi:

„Wenn die anderen nicht anreisen wollen, müssen sie das nicht tun.“

... über den Sturz Janukowitschs:

„Janukowitsch bleibt gesetzmäßiger Präsident der Ukraine. Er wurde in einem ungesetzlichen Verfahren seines Amtes enthoben.“

„In der Ukraine hat es einen verfassungswidrigen Umsturz und eine bewaffnete Machtergreifung gegeben.“

„Ich denke, er hat keine politische Zukunft mehr.“

„Janukowitsch ist wohlauf und wird sich noch bei der Beerdigung derjenigen erkälten, die ihm jetzt Böses wünschen.“

(Putin über Medienberichte, der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch sei tot)

... die US-amerikanische Ukraine-Politik:

„Ich habe manchmal den Eindruck, dass hinter dem großen Teich eine Art Laborant in Amerika sitzt und Experimente macht, wie mit Ratten, ohne die Folgen seines Handelns zu begreifen.“

„Wir glauben, die Bewertungen in Russland bleiben sehr attraktiv. Und es gibt interessante Chancen für Investoren auf der öffentlichen und auf der privaten Seite“, erklärte Arsenjew noch im vergangenen Jahr.

Am Donnerstag nun entschieden sich die Analysten im eigenen Haus dazu, die Wachstumsprognose für Russland für 2014 auf ein Prozent nach unten zu korrigieren - nach zuvor drei Prozent. Sie folgten damit auf ähnliche Entscheidungen der Citigroup und der Bank of America.

Die Volkswirte von Goldman Sachs erklärten bei ihrer Entscheidung, dass die „direkten Auswirkungen“ der Ukraine-Krise auf die russische Wirtschaft wahrscheinlich begrenzt sein würden. Doch die Auseinandersetzung dürfte das Wachstum aufgrund eines verlorengegangenen Vertrauens unter Wirtschaftsmanagern abwürgen, hieß es.

Die Prognose trug mit zu einem Ausverkauf russischer Aktien bei. Dieser begann, als der Kreml vor rund zwei Wochen Soldaten auf die Krim schickte, um die Kontrolle über diesen Teil der Ukraine zu übernehmen.

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