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13.05.2013

14:47 Uhr

Schatzanweisungen

Bund zahlt fast keine Zinsen

Deutschland kommt nach wie vor sehr günstig an frisches Geld. Bei der heutigen Auktion nähert sich die Rendite der Null an. Auch Italien besorgt sich günstiger Kapital als bei vorherigen Emissionen.

Für Schatzanweisungen zahlt der Bund fast keine Zinsen. dpa

Für Schatzanweisungen zahlt der Bund fast keine Zinsen.

FrankfurtDer Bund kann sich nach wie vor zu äußerst günstigen Konditionen refinanzieren. Bei einer Versteigerung sechsmonatiger Schatzanweisungen ohne Zinskupon (Bubills) habe sich am Montag eine durchschnittliche Rendite von 0,0013 Prozent ergeben, teilte die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mit. Damit bekommt der Bund Kredit für ein halbes Jahr fast zum Nulltarif. Mit den neuen Schuldtiteln nahm der Bund 3,82 Milliarden Euro am Markt auf.

Bei vorherigen Auktionen hatten sich in dieser Laufzeit sogar negative Renditen eingestellt - der Bund konnte also quasi eine Gebühr dafür verlangen, dass er das Geld für die Anleger verwaltet.
Die Rendite der zehnjährigen Bunds lag zwei Basispunkte niedriger bei 1,36 Prozent. Für den Terminkontrakt Bund-Future ging es 12 Basispunkte aufwärts auf 144,78 Prozent.
Abwärts ging es dagegen für italienische und spanische Anleihen. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Papiere stieg sieben Basispunkte auf 4,25 Prozent. Zehnjährige Italien-Bonds rentierten sieben Basispunkte höher mit 3,96 Prozent.

Italien hat sich dennoch zu günstigeren Konditionen acht Milliarden Euro am Kapitalmarkt beschafft. Über eine Anleihe mit dreijähriger Laufzeit nahm die neue Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta allein 3,5 Milliarden Euro ein. Die Durchschnittsrendite bei dieser Emission lag nach Angaben vom Montag mit 1,92 Prozent so niedrig wie seit Januar nicht mehr. Bei der vorangegangenen Auktion hatte sie noch 2,29 Prozent betragen.

Die politischen und wirtschaftlichen Probleme des Euro-Landes sind offenbar in den Hintergrund getreten. Analysten verwiesen vielmehr auf Erwartungen der Anleger, dass die Europäische Zentralbank (EZB) sich gegen einen Ausverkauf von Schuldpapieren der Krisenländer stemmen würde. Die Nachfrage nach italienischen Anleihen gehe allerdings zurück, sagte IG-Marktstratege Vincenzo Longo. Die sinkenden Renditen drosselten den Appetit der Investoren.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Joker1

13.05.2013, 15:22 Uhr

Die Sparer werden enteignet, die Zocker gestopft.
Weg mit dieser unsehligen EZB und dem Euro!

Auslaender

13.05.2013, 15:37 Uhr

Tja, wenn jetzt auch noch der Staatsaufwand reduziert würde könnte die Verschuldung endlich abgebaut werden.

Aber die Pensionsbelastungen der Beamten steigen mit den massiven Erhöhungen der aktiven Beamten(bezüge).

Die Prognosen von z.B. Pimco sind günstig. Hier wird spekuliert, dass die Verzinsung staatlicher Bonds auf lange Sicht niedrig bleibt. Falls das so kommt, wären das gute Nachrichten für deutsche Beamte auf Expansionskurs.

Es ist sicher das ist ein abgekartetes Spiel. Euro Staaten und vor allem die USA sind hoch verschuldet. In Asien fürchtet man um die Exporte. Insofern ist die Möglichkeit eines weiterhin starken Aktienanstiegs auf Kosten der Grits durchaus denkbar.

Da passt es auch ins Bild, das meine Pensionskasse in der Schweiz die Aktienquote deutlich erhöht hat. Auch die SNB kauft mittlerweile Aktien statt Bonds. Ich werde trotz Bedenken meine Aktienquote von derzeit 33% auf 50% erhöhen müssen.

Auslaender

13.05.2013, 15:53 Uhr

Fazit: Die Notenbanken scheren sich international einen Dreck um die Inflation. Es wird immer klarer die Schulden werden inflationiert, weil so leichter abbaubar.

Die deutsche Politik aller etablierten Parteien betrügt die Bürger. Sie verschweigt das der Inflationsschutz aufgegeben wurde. Gläubiger also Bondinvestoren u. z. B. Versicherer aber auch Sparer und Rentner werden durch din inflationäre Entschuldung der Staaten extrem belastet.

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