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04.04.2006

12:49 Uhr

Schiffspfandbriefe

Pfandbriefmarkt wächst

Der Markt für Schiffspfandbriefe wird größer. Die NordLB und ihre Tochter Bremer Landesbank werden heute Pfandbriefe emittieren, deren Zins- und Tilgungszahlungen durch Kredite für den Bau von Schiffen gedeckt sind.

cü FRANKFURT. Schiffspfandbriefe sind ein Nischenprodukt. In Deutschland gibt es zwar Pfandbriefe über insgesamt knapp eine Billion Euro, die Papiere sind aber fast ausschließlich mit Krediten an die öffentliche Hand oder Hypotheken gedeckt. Schiffspfandbriefe gibt es derzeit nur von der Deutschen Schiffsbank im Gesamtvolumen von 3,6 Mrd. Euro.

Bis zum vergangenen Juli durften nur Schiffsbanken die Spezialpfandbriefe begeben. Das seitdem geltende allgemeine Pfandbriefgesetz ermöglicht es jedoch allen Banken, Pfandbriefe und damit auch Schiffspfandbriefe zu begeben. NordLB und Bremer Landesbank sind die ersten Institute die dies nutzen. „Schiffspfandbriefe sind für uns eine günstige Refinanzierungsmöglichkeit, die hervorragend zu unserer Geschäftsstrategie passt“, sagte Guido Brune, Vorstand bei der Bremer Landesbank. Die Häuser haben im Schiffbau insgesamt Kredite von rund zehn Mrd. Euro ausstehen.

Die für heute angekündigten Emissionen sind indes noch recht klein. Die NordLB wird ein vierjähriges Papier über 250 Mill. Euro begeben, die Bremer Landesbank ein fünfjähriges über 100 Mill. Euro. Die Schiffspfandbriefe werden mit 3,625 und 3,75 Prozent verzinst. Anders als mit öffentlichen Krediten oder Hypotheken gedeckte Pfandbriefe haben die Schiffspfandbriefe kein Rating. Es gebe jedoch Überlegungen die Papiere im Laufe des Jahres von einer der großen Ratingagenturen bewerten zu lassen, sagte ein Sprecher der NordLB. Außerdem sei es gut möglich, dass beide Institute im Laufe des Jahres noch weitere Schiffspfandbriefe begeben.

Pläne für die Emission dieser Papiere gibt es schon länger bei der HSH Nordbank, dem weltweit größten Schiffsfinanzierer. Derzeit warte man aber noch auf die Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Emission, sagte eine Sprecherin. Die Genehmigung gab es bislang nur für die Hypothekentochter der HSH Nordbank, die entweder in die Mutter integriert oder aber verkauft werden soll. Die HSH Nordbank hat schon Schiffskredite über 1,5 Mrd. Euro verbrieft. Anders als bei Pfandbriefen gibt es für solche Verbriefungen kein Gesetz. Sie sind deshalb für den Emittenten teurer als Pfandbriefe.

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