Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2012

17:40 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Anleger feiern Super-Mario

Die Ankündigung von EZB-Chef Draghi, Staatsanleihen aufkaufen zu wollen, sorgte heute für ein Kursfeuerwerk an den deutschen Aktienmärkten. Der Dax markiert damit den höchsten Stand seit fast sechs Monaten.

Börse Frankfurt am Abend

Video: Börse Frankfurt am Abend

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDie Finanzmärkte haben die versprochene Hilfe der Europäischen Zentralbank für krisengeplagte Euro-Länder mit einem Kursfeuerwerk begrüßt. Unmittelbar nach dem Ende der mit Hochspannung erwarteten Pressekonferenz von EZB-Präsident Mario Draghi zogen die Kurse von Dax, EuroStoxx sowie spanischen und italienischen Anleihen kräftig an.

Um das Funktionieren der einheitlichen Geldpolitik der Notenbank in allen 17 Euro-Ländern zu garantieren, werde die EZB unter bestimmten Bedingungen an den Finanzmärkten unbegrenzt Staatsanleihen von Mitgliedsländern der Währungsunion kaufen, sagte Draghi. "Die Märkte freuen sich, dass sie das bekommen haben, was sie wollten", fasste Jörg Rahn, Marktstratege von Marcard, Stein & Co, die Stimmung zusammen. Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus sagte: "Die erhofften Punkte hat Draghi alle ziemlich klar angesprochen." Ein nun möglich gewordenes, koordiniertes Vorgehen von EZB und Regierungen sei dazu geeignet, die Märkte für längere Zeit zu beruhigen.

„Heißer Herbst“ für die Euro-Retter - Der Fahrplan in der Krise

Ende September/Anfang Oktober

Die „Troika“ der internationalen Kreditgeber Griechenlands will ihren neuesten Bericht über die Fortschritte bei den Reformen veröffentlichen. Die Analyse der Experten von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ist Grundlage für die Auszahlung der nächsten Kredittranche an Athen.

8. Oktober

Treffen der Euro-Finanzminister.

18. und 19. Oktober

EU-Gipfel in Brüssel. Dort könnten die Euro-Retter entscheiden, ob Athen weitere Kredite und möglicherweise mehr Zeit für sein Sparprogramm erhält oder ob der Geldhahn zugedreht wird. Im letzteren Fall droht Griechenland der Staatsbankrott mit anschließendem Euro-Austritt.

Die Regierungen betroffener Länder wie Spanien müssten sich nun dazu durchringen, das Angebot der EZB anzunehmen und Reformen unter den Rettungsschirmen ESM und EFSF einzuleiten. "Jetzt hängt es von der Politik und nicht von der EZB ab, das Angebot anzunehmen." Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Madrid, er könne noch nicht sagen, ob sein Land Hilfe in Anspruch nehmen werde.
Besondere Beachtung fand an den Märkten die Beteuerung Draghis, dass die Anleihenkäufe notfalls im unbegrenzten Umfang stattfinden würden. "'Unbegrenzt' war das Zauberwort", sagte ein Aktienhändler. Volkswirt Sartoris erklärte, dass es nicht gut gewesen wäre, wenn die EZB Grenzen bezüglich des Umfangs oder der Zinshöhen für das Anleihenkaufprogramm aufgezeigt hätte. "Denn dagegen wäre wieder spekuliert worden. Das Wort 'unbegrenzt' ist von der EZB als Zeichen der Stärke gewählt worden."


Der Tag an den Märkten (Stand: 17:45 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Auftrieb gab den Aktienbörsen zudem ein unerwartet gut ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht der privaten Agentur ADP. Der Dax ging mit einem Plus von 2,91 Prozent auf 7167 Punkte aus dem Handel und markierte damit den höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Der EuroStoxx50 gewann sogar 2,8 Prozent auf 2511 Zähler. Der Leitindex im hoch verschuldeten Spanien kletterte um 3,7 Prozent, in Mailand legte der Index um 2,8 Prozent zu.
Die in Krisenzeiten sonst gesuchten Bundesanleihen waren wurden dagegen verkauft. Der richtungweisende Bund-Future fiel um 83 Ticks auf 140,57 Zähler. Gefragt waren dagegen spanische und italienische Anleihen. Am Rohstoffmarkt verteuerten sich Öl und Gold. Der Euro profitierte dagegen wenig und notierte bei 1,2591 Dollar auf dem Niveau vom Vortag. Analysten zufolge hatten Devisenanleger das Anleihenkaufprogramm der EZB schon eingepreist.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Die Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi zu den Details der geplanten Anleihe-Käufe haben die Nerven der europäischen Aktienanleger am Donnerstag beruhigt. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, fielen um jeweils rund zehn Prozent auf Zehn-Tages-Tiefs von 22,12 beziehungsweise 24,45 Punkten. Die entsprechenden Aktienindizes Dax und EuroStoxx50 notierten jeweils etwa 1,5 Prozent fester bei 7062 und 2480 Zählern.

IMK-Direktor Gustav Horn bezeichnete die geplanten Anleihe-Käufe als entscheidenden Schritt zur Überwindung der Krise. "Nur mit diesem Programm im Rücken werden die Märkte ihre Spekulation gegen den Euro aufgeben."

Kommentare (71)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.09.2012, 07:20 Uhr

Das Schmierentheater (Hinhaltetaktik) der EZB vs. Bundesregierung geht heute in die nächste Runde - mit Sicherheit ohne konkret neue Meldungen. So warten wir auf den wirklich wichtigen Tag an dem der letzte Sargnagel für Dutschland geschlagen wird - der 12.09.2012!!! Immer schön Aktien kaufen - morgen könnte es keine mehr geben ;-).

Account gelöscht!

06.09.2012, 07:39 Uhr

Die besondere Loyalität Draghis zu den Pleiteländern wird Deutscland als künftig voll mithaftendes Land in den Ruin treiben. So gesehen ist ein Daxstand von 7000 Punkten der größte Witz der jüngeren Finanzgeschichte - einfach mal das Hirn einschalten und die Gier bei Seite lassen.

Account gelöscht!

06.09.2012, 07:47 Uhr

...weiß nicht zu welcher Gilde sie sich zählen, vermute jedoch zu den Glücksrittern oder Gierhälsen - könnte mich aber auch täuschen und sie überschäzt haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×