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28.06.2012

17:41 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax-Anleger in Krisenstimmung

Die schwindende Hoffnung auf einen klaren Durchbruch beim Euro-Gipfel sorgte heute für einen Abverkauf an den europäischen Börsen. Die Renditen spanischer und italienischer Anleihen erreichten kritische Höchststände.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDer EU-Gipfel zur Schuldenkrise hat am heutigen Handelstag den Takt an den europäischen Aktienmärkte vorgegeben. Allzu viele Hoffnung auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen machten sich die Anleger aber nicht. Der Dax ging mit deutlichen Verlusten von 1,3 Prozent auf 6149 Punkte aus dem Handel.

Die Börsen in in den anderen Euro-Ländern gerieten ebenfalls unter Druck, nachdem deutsche Regierungsvertreter die ohnehin nicht sonderlich hohen Erwartungen auf eine Einigung weiter heruntergeschraubt hatten. Der Euro rutschte um fast einen halben US-Cent auf 1,2429 Dollar ab. Die Renditen der zehnjährigen spanischen Anleihen kletterten wieder über die als kritisch geltende Sieben-Prozent-Marke.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:30)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Die Aktienkurse zogen kurz an, nachdem Aussagen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Runde machten. "Wir sind bereit, so weit zu gehen wie es nötig sein wird, um eine nachhaltige Einigung in Europa zu erzielen. Deutschland wird kein Hindernis sein (für einen Transfer nationaler Hoheitsrechte zur Schaffung einer gemeinsamen Fiskalpolitik)", sagte der Minister in einem Interview mit der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal". Börsianer interpretierten die Aussage als Aufweichung der bisherigen Position der Bundesregierung zur gemeinsamen Haftung für Schulden. Ein Sprecher von Schäuble erklärte dagegen, dass erst am Ende einer Entwicklung hin zu einer echten Fiskalunion über ein gemeinsames Schuldenmanagement gesprochen werden könne.

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Seit Mitte März ist der Dax um satte 1000 Punkte abgerutscht. Und die Talfahrt dürfte weiter gehen. Bei vielen Unternehmen schmilzt der Gewinn. Dennoch gibt es Aktien, bei denen der Einstieg lohnt.

Die harte deutsche Haltung zu einer Fiskal- und Bankenunion hatte schon im Vorfeld für schrille Töne gesorgt. "Am Ende dürfte der Gipfel also nicht mehr bringen als alle seine Vorgänger: Absichtserklärungen ohne konkrete Maßnahmen", prognostiziert Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Eine Einigung jedenfalls sei so gut wie ausgeschlossen, wodurch das Enttäuschungspotenzial zwangsläufig begrenzt sei.

Die Investoren verlangen derweil von Italien immer höhere Renditen für Staatsanleihen. Bei einer Anleihenauktion am Vormittag stieg etwa der Zinssatz für zehnjährige Papiere auf 6,19 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Dezember. Auf der Suche nach Sicherheit nahmen einige Anleger wieder Kurs auf Bundesanleihen. Der Bund-Future legte 35 Ticks auf 141,46 Punkte zu.

Mit der Verschärfung der Euro-Krise ist auch der fulminante Jahresstart im Dax längst Geschichte. Inzwischen ist der Zuwachs des Leitindex im Jahresverlauf auf ein Plus von rund vier Prozent geschrumpft, nachdem er im ersten Quartal noch 17,8 Prozent zugelegt hatte. „Der Dax leidet darunter, dass zurzeit jeder Tag politischer Aschermittwoch ist. Klare Lösungen in puncto Euro-Krise werden nicht erwartet “, kommentierte der Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank.

Kommentare (84)

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28.06.2012, 08:20 Uhr

Moin zusammen!

Eine Umfrage der Allianz in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim hat ergeben, dass 67 % der Deutschen ihre persönliche Situation für die kommenden zwölf Monate optimistisch einstufen.
Das sind deutlich mehr als bei der letzten Umfrage vor einem Jahr. Amüsanterweise sehen allerdings nur 37 % die Zukunft Deutschlands insgesamt positiv. Das sind zwar auch mehr als vor einem Jahr, aber dieses Ergebnis zeigt, dass immer noch immens viele Menschen ihr eigenes Schicksal von der Gesamtsituation abkoppeln.
Was letzten Endes nicht funktionieren kann, aber erklärt, warum so viele Anleger bislang ihr Geld aus Fonds oder Versicherungen nicht abgezogen haben: Sie glauben ernstlich, dass die EU-Krise nur „die anderen“ betrifft. Erst in dem Moment, wenn die Angst die Mehrheit der Bürger erfasst, wird es auch an den Börsen zu vergleichbar massiven Kursabschlägen kommen wie in den Jahren 2000-2003 oder 2008/2009. Aber Vorsicht, nur, weil momentan noch so viele Optimisten umherlaufen, bedeutet das nicht, dass dieser Zeitpunkt noch fern sein müsste. Wir haben es gerade 2008 wieder erlebt: Angst kann sich schneller verbreiten als ein Virus. Und Anlässe dafür dürfte es in den kommenden Monaten genug geben. Angefangen mit dem morgen startenden, x-ten EU-Gipfel. Vor einigen Wochen wurde er noch getönt, dass man hier Nägel mit Köpfen machen werde und darüber hinaus vor allem konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Wachstums in den schwachen EU-Ländern anschieben werde. Soweit man das im Vorfeld beurteilen kann, ist von diesen Ambitionen wenig übrig geblieben, zumal Griechenlands Ministerpräsident nicht einmal dabei sein kann.

Account gelöscht!

28.06.2012, 08:20 Uhr

Aber Angela Merkel und Mario Monti, die werden da sein. Natürlich sollte man mit angeblichen Äußerungen führender Politiker vorsichtig sein, auch, wenn sie von renommierten Nachrichtenagenturen kommen. Aber glaubt man diesen Aussagen, so hat Italiens Mario Monti im Vorfeld des Gipfels mit Rücktritt gedroht, falls man sich nicht in Richtung einer gemeinschaftlichen Refinanzierung durch Eurobonds bewegen werde. Während unsere Bundeskanzlerin gesagt haben soll, mit ihr gebe es keine Eurobonds, solange sie lebe. Hier finden wir die Basis für ein baldiges Umschlagen der Stimmung in der Bevölkerung und einen entsprechenden Kursrutsch an den Aktienmärkten. Nachdem bislang keine Maßnahme irgend eine nennenswerte Stabilisierung der Lage erreicht hat, wäre jetzt erst recht ein Schulterschluss unter den Mitgliedsländern erste Bürgerpflicht. Was wir aber sehen, ist „Entsetzliche Uneinigkeit“, ein Zustand, der wohl nicht zufällig ebenfalls mit EU abkürzbar ist. Wir
dürften einem heißen Sommer entgegensehen!

Ich wünsche allen gute Geschäfte und bleibe selbst (wenn vielleicht auch weniger offensiv) bei der Hamburger Short-Strategie.

Viele Grüße aus Paderborn.

Ahnungsloser_Hamburger

28.06.2012, 08:40 Uhr

Was ist denn das für eine dämliche "Strategie". Auf fallende Kurse kann man nicht Tage oder gar Wochen warten und spekulieren.
Selbst wenn sich der Kurs des Underlyings nur seitwärts bewegt, verliert das Derivat täglich an Wert.
Eine Option (oder Optionsschein) kann man nun mal nicht so behandeln, wie ein klassisches Kassa-Delta-1 Produkt (Aktie Long und möglich Verluste oder Seitwärtsbewegungen einfach aussitzen).

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