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29.01.2014

17:45 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax-Anleger machen Kasse

Der Dax beendet eine wilde Achterbahnfahrt deutlich im Minus. Auch der Euro zeigt sich extrem volatil. Für Nervosität sorgte die anstehende Fed-Entscheidung am Abend. Größter Verlierer waren die Aktien von Siemens.

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Börsen-News: Börse am Abend

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FrankfurtNur wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank Fed haben Aktienanleger Kasse gemacht. Der Dax verlor am Mittwoch 0,75 Prozent auf 9336 Punkte, nachdem er im frühen Geschäft noch um 1,4 Prozent gestiegen war. „Einige Anleger sagen sich offenbar, aufgrund der schwierigen Lage an den Devisenmärkten nehme ich kurz vor der Fed-Entscheidung lieber noch Gewinne mit", sagte ein Börsianer. Seit Tagen werden Währungen aus Schwellenländern stark verkauft, selbst Zinserhöhungen in der Türkei und in Südafrika vermochten diesen Trend nicht zu stoppen.

„Die Verzweiflungsaktion der türkischen Zentralbank hat nur kurzzeitig für Erleichterung gesorgt", sagte ein anderer Händler. „Aber diese Welle ist jetzt schon wieder durch, was zeigt, dass die Halbwertszeit der Zentralbank-Maßnahmen immer kürzer wird. Denn die Anleger wissen, dass die Probleme bleiben und die Zentralbanken gar nicht so stark intervenieren können, um den Abzug des Kapitals aus den Schwellenländern zu verhindern." Ein anderer Händler sagte, durch den zunehmenden Verkaufsdruck würden immer neue technische Widerstände gerissen, die dann Anschluss-Verkäufe nach sich zögen. Der Euro Stoxx 50 verlor 0,8 Prozent auf 3013 Zähler.

Viele Analysten rechnen damit, dass die Federal Reserve am Abend (20.00h MEZ.) ihre monatlichen Wertpapierkäufe erneut um zehn auf dann 65 Milliarden Dollar senken wird. Sollte sie allerdings von ihrem eingeschlagenen Weg abweichen und die Reduktion vorerst aussetzen, könnten die Schwankungen an den Märkten zunehmen, warnte Marktanalyst Jens Klatt von DailyFX. „Die Turbulenzen in Schwellenländer-Währungen sollten nicht dazu führen, dass die mächtigste Notenbank der Welt von ihrem Kernziel einer stabilen und transparenten Geldpolitik abweicht."

Spekulationen auf eine weitere Drosselung der Notenpresse hatten die Krise in den Schwellenländern verschärft. Denn durch die steigenden Renditen werden Investitionen in den USA wieder attraktiver. Dies ist auch am Anstieg des Dollar abzulesen. Der Euro rutschte zeitweise auf 1,3600 Dollar ab, konnte sich am frühen Abend allerdings wieder leicht erholen.

Kommentare (40)

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alexfiftyfour

29.01.2014, 07:42 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Game_Over

29.01.2014, 08:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Marktversteher

29.01.2014, 08:14 Uhr

Je mehr Leute dieser Auffassung sind "Die Korrektur kommt, sie wird knallen usw.", desto solider ist der Aufwärtstrend und desto mehr sind die vielen kleinen und unbedarften Anleger (Sparer) zu bedauern, die sich in einer Niedrigszinsphase auf der Gewinnerseite glauben, wenn sie ihr teuer Erspartes auf dem Tagesgeldkonto parken oder in angeblich mündelsichere Staatsanleihen oder - noch besser - in Bundesanleihen mit faktisch negativer Verzinsung.

Tatsache ist leider zweierlei: Wäre die Aktienkultur in Deutschland ausgeprägter, wäre auch das Verhältnis der Deutschen zur Marktwirtschaft wenigstens etwas entspannter und die Partizipation auch kleinerer und mittlerer Vermögen am jahrelangen Aufwärtstrend der deutschen (und der meisten anderen) Aktienmärkte wäre ausgewogener als dies jetzt der Fall ist.

So aber ist es genau umgekehrt. Die meisten Kleinanleger haben es schlicht verpasst, in Aktien zu investieren und sind stattdessen in faktische Negativverzinsung gegangen; und nicht wenige davon beklagen sich heute über die Öffnung der Schere - die Reichen werden immer reicher (die meisten Vermögen steigen aufgrund der gestiegenen Notationen ihres Aktienvermögens) - womit die alten Vorurteile gegen die schreckliche Marktwirtschaft bestätigt, die Aktien-Unkultur in Deutschland besiegelt und das heitere Ausrufen der demnächst bevorstehenden Korrektur still weitergehen kann.

De facto kommt eine Korrektur, die "knallt", fast immer unerwartet.
Dass "die Leute, die noch kaufen" fast durch die Bank internationale Investoren sind, passt da perfekt ins Bild.

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