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20.11.2013

17:55 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax bleibt in Rekord-Reichweite

Der Dax geht nahezu unverändert aus dem Handel. Spekulationen rund um die EZB sorgten aber zeitweiße für kräftige Turbulenzen. Richtig spannend wird für Anleger erst nach Handelsschluss. Im Fokus steht erneut die Fed.

Börsenexperte Dirk Müller

„Wir brauchen dringend eine Dax-Korrektur“

Börsenexperte Dirk Müller: Dirk Müller: „Wir brauchen dringend eine Dax-Korrektur“

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FrankfurtDer Dax ist am Mittwoch nahezu unverändert aus dem Handel gegangen. Am Ende stand ein kleinen Plus von 0,1 Prozent bei 9202 Punkten zu Buche. Zwischenzeitlich sorgten Spekulationen über einen negativen EZB-Einlagezins für Turbulenzen auf Europas Finanzmärkten. Der Dax legte innerhalb von wenigen Minuten um knapp 80 Punkte zu, musste aber kurze Zeit später wieder alle Gewinne abgeben. Händler begründeten die Bewegung mit einem Bloomberg-Bericht, wonach die EZB darüber nachdenke, den Einlagenzins auf minus 0,1 Prozent zu senken. Bisher liegt der Satz bei 0,0 Prozent. Die EZB war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Euro fiel am Abend auf ein Tagestief von 1,3453 Dollar, nachdem er vor den Spekulationen über 1,35 Dollar notiert hatte. Der Bund-Future stieg dagegen um bis zu 17 Ticks auf 141,58 Zähler, nachdem er im bisherigen Handelsverlauf im Minus gelegen hatte.

Bis zum frühen Nachmittag trat der Dax über weite Strecken nur auf der Stelle. Selbst überraschend positive US-Konjunkturdaten beeindruckten an der Börse kaum. Die Zurückhaltung der Anleger erklärten Börsianer auch mit der am Abend anstehenden Veröffentlichung des Fed-Sitzungsprotokolls nach Börsenschluss. Die ultralockere Geldpolitik in der weltgrößten Volkswirtschaft ist wichtiger Treiber für die Börsen. Anleger reagieren deshalb sehr sensibel auf jeden Hinweis darauf, wann eine Drosselung der milliardenschweren Konjunkturhilfen zu erwarten ist.


Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Thyssen-Krupp im Fokus, die 1,62 Prozent auf 19,085 Euro verloren. Händler zeigten sich enttäuscht darüber, dass der Stahlkonzern wohl nur eins seiner beiden Problemwerke in Übersee losschlagen kann. Für das lukrativere Werk in den USA kommen die Verkaufsverhandlungen offenbar voran. Für das brasilianische zeichnet sich auch nach anderthalb Jahren noch keine Lösung ab. Laut Insidern strebt der Konzern auch eine Kapitalerhöhung an und hat die Banken aufgefordert, ihre Konditionen für eine zehnprozentige Aufstockung vorzulegen. „Zum einen schwebt eine Kapitalerhöhung über dem Kurs, zum anderen ist der Verkauf des US-Werkes nicht in trockenen Tüchern", sagte ein Händler. Da die Aktien trotz all der Probleme zuletzt zugelegt hatten, machten einige Anleger Kasse. ThyssenKrupp zählten zu den am stärksten gehandelten Werten am deutschen Markt.

Im MDax gehörten Metro mit plus 2,39 Prozent zu den größten Gewinnern. Analysten zeigten sich über die Börsenpläne für die russische Cash&Carry-Tochter sehr zufrieden. Barclays empfahl die Aktien zum Kauf, Citigroup erhöhte das Kursziel. Schon am Dienstag hatten Metro um fast acht Prozent zugelegt. Der Düsseldorfer Konzern erwägt, sich über eine Aktienplatzierung von einem Viertel seines russischen Großhandelsgeschäfts zu trennen Um Medienwerte machten Anleger in Reaktion auf einen skeptischen Kommentar von BofA/Merrill Lynch einen Bogen. RTL , Sky Deutschland, Axel Springer und ProSieben verloren zwischen 3,2 und 1,2 Prozent.

Kommentare (28)

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So_so

20.11.2013, 07:43 Uhr

buy_buy_buy schrieb gestern: „Ich persönlich rechne mit einem Dax weit über 9200 morgen.“

Bis jetzt ein Griff ins Klo.

Irgendwann sollten die letzten Hohlhirne dasselbige neu justieren. Es geht nicht immer nur UP.

Btw, vor der Lehman-Pleite bröckelten die Kurse schon fast 1 Jahr, d.h. es wird auch diesmal nicht erst runter gehen, wenn die Manipulierer den Hebel umlegen …

Propaganda-Blatt

20.11.2013, 07:54 Uhr

„Dax verschnauft auf hohem Niveau“

Dank Manipulier-Ben:
„Mit lockeren Zügeln in der Geldpolitik versucht die US-Notenbank, dem Land aus der Rezession zu verhelfen.“

Aha, Rezession. Seit Jahren wird uns doch vorgegaukelt, wie toll die Wirtschaft drüben ist … als nächste billige Vertuschung der Blase.
Daher steht der geglättete Shiller P/E mittlerweile bei über 25 und damit rund 60% (!!) über dem Median – eben Dank der Manipulation.
Und künftige Gewinnerwartungen sind ohnehin wishful thinking, da die Mittelschicht sukzessive austrocknet und die Massen mächtig überschuldet sind.

Hauptsache die Propaganda-Presse trommelt fleißig weiter und macht sich ebenso schuldig. Danke!

Herr_Dax

20.11.2013, 07:55 Uhr

Ich weiß nicht ob Sie es schon wußten,

und ob ich das gestern nicht mehrmals und auch die vergangenen Tage und Wochen mehrmals täglich gesagt hatte,
wie auch immer, ich muss einfach meine Tagesmeinung,die ich je nach Verlauf im Casino zwar ändere,aber ich muss sie mitteilen,ob es einen interessiert oder nicht.

Sollte es Rücksetzer geben,dann kaufen,die Gewinnmaschinen der Mächtigen sind weiterhin auf UP programmiert. Enge Scheine haben die maximale Geldvermehrung.
Ob VOR oder NACH Handelsstart die besseren Kurse sind,sag ich Ihnen ein Stunde nach der Eröffnung.

Beinahe hätte ich die Notenbanken vergessen, also wenn die weiter Geld reinpumpen, Handel ohne Risiko, auch NACH Xetraschluss, da kann gar nichts passieren,egal welche Meldung kommt.

Einen hab ich noch : Geld macht Geld

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