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13.03.2012

19:20 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax erkämpft die 7000 Punkte

Immer wieder scheiterte der Dax an der 7000er-Marke. Heute schaffte er es nach einigen Anläufen zeitweise über die Hürde. Positive Konjunktursignale hatten dem Index einen deutlichen Schub verpasst.

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DüsseldorfDer Dax sprang am Nachmittag über die heiß ersehnte 7000 Punkte-Marke. Innerhalb kurzer Zeit kletterte der Index um knapp 50 Zähler auf sein Tageshoch von 7020 Punkten. Immer wieder war er in den vergangenen Tagen an dieser Marke gescheitert. Zwar konnte er das Niveau nicht lange halten, doch der Sprung über diese psychologisch wichtige Marke sorgte für Erleichterung. „Endlich“, sagte ein Händler. „Seit Wochen ziehen die 7000 Punkte wie ein Magnet, jetzt ist die Hürde genommen. Aus technischer Sicht könnte es aber auch schnell wieder Rücksetzer geben.“ Seit Jahresanfang hat der Deutsche Leitindex fast 19 Prozent zugelegt. Er beendete den Handel 1,37 Prozent höher bei 6.995 Punkten.

Treiber waren die aus Anlegersicht deutlich aufgehellten Konjunkturperspektiven. So hatte am Morgen die Erwartungskomponente des ZEW-Index die Prognosen deutlich übertroffen. Am Nachmittag überzeugten dann die Einzelhandelsdaten aus den USA.

Der ZEW-Index hat den höchsten Wert seit Juni 2010 erreicht. Das Barometer kletterte im März um 16,9 auf 22,3 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 300 Anlegern und Analysten mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus auf 10,0 Zähler gerechnet.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Aus den USA kamen heute Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen. Sie gelten als wichtiger Gradmesser für den Zustand der US-Wirtschaft. Die Händler hatten 1,1 Prozent mehr in den Kassen als im Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet. Klammert man den Autosektor aus, fiel das Plus mit 0,9 Prozent etwas niedriger aus. Angesichts der aufgehellten Job-Perspektiven sind die Amerikaner wieder etwas konsumfreudiger.

Im Blickpunkt der Anleger standen die Notenbanker der Federal Reserve (Fed), die zu ihrem Zinsentscheid zusammenkamen. Wie erwartet verkündete die Fed am Dienstagabend, weiter an ihrer Nullzinspolitik festzuhalten, was als förderlich für Aktien gilt. Rückenwind für den Dax kommt laut Stratege Stan Shamu vom Broker IG Markets auch von den asiatischen Börsen, die in der Hoffnung auf gute US-Konjunkturdaten überwiegend im Plus notierten.

Kommentare (31)

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Siebentausend

13.03.2012, 08:56 Uhr

Die Nachricht ist natürlich großer Blödsinn. An die 7000 glaubt so gut wie niemand mehr...warum auch? Europa und Amerika sind und bleiben pleite. Wer jetzt noch Aktien kauft ist natürlich nicht sehr clever. Alles schreit nach einer Mega-Korrektur

Bruzens

13.03.2012, 09:50 Uhr

tja die 7000 bleiben so unerreichbar, wie die 13.000 beim Dow und die 10.000 beim Nikkei...keine gutes Zeichen

Account gelöscht!

13.03.2012, 10:14 Uhr

Wirklich nett, die 7000 mal wieder aus der Nähe zu sehen. Aber sobald die Berichtslichter ausgehen, ist auch die Party vorüber.

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