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16.10.2013

17:50 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax erklimmt neues Allzeit-Rekordhoch

Die Hoffnung auf eine rechtzeitige Lösung im US-Schuldenstreit beflügelte heute Europas Börsen. Der Dax kletterte den zweiten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch. Für den Euro ging es dagegen deutlich abwärts.

Dax erwacht - US-Einigung angeblich in nächsten Stunden

Video: Dax erwacht - US-Einigung angeblich in nächsten Stunden

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FrankfurtDer Countdown im US-Schuldenstreit hat am Mittwoch an den Nerven der europäischen Anleger gezerrt. Nach einem trägen Vormittagshandel keimte am Nachmittag schließlich neue Hoffnung im US-Etatstreit auf. Der Dax kletterte im Anschluss mit 8861 Punkten auf den höchsten Stand aller Zeiten. Am Ende ging der deutsche Leitindex mit einem Gewinn von 0,47 Prozent bei 8846 Zählern aus dem Handel. Der Euro Stoxx 50 gewann 0,33 Prozent. Der Euro gab im Hinblick auf eine mögliche Einigung deutlich nach. Am Abend rutschte die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,3500 Dollar.

An den Finanzmärkten war über den gesamten Handelstag mit einer Einigung im US-Etatstreit gerechnet worden. Am Abend sickerten schließlich erste Meldungen über einer Annährung zwischen Republikanern und Demokraten durch. Eine endgültige Einigung steht aber nach wie vor aus. „Die können gar nicht anders", heißt es seit Tagen in den Handelsräumen. Erste Anzeichen auf eine Einigung hatten bereits am Vortag den Dax auf ein neues Rekordhochs gehievt und Euro Stoxx und CAC40 Mehr-Jahres-Hochs beschert.

So beeinflussen die USA die weltweiten Börsen

Warum steigen die Börsenkurse trotz des US-Haushaltsstreits?

Erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte knackte der Dax in dieser Woche die Marke von 8800 Punkten, auch an anderen Aktienmärkten ging es nach oben. Getrieben wurden die Kurse von der Hoffnung der Anleger, dass im Haushaltspoker in Washington noch eine Lösung gefunden wird. Doch das ist nicht der einzige Grund.

Was bewegt die Börsen sonst noch?

Die Notenbanken fluten die Märkte mit extrem billigem Geld, damit soll die Konjunktur angeregt werden. Die Hoffnung auf Kursgewinne und Dividenden in Zeiten extrem niedriger Zinsen locken Investoren seit Monaten an den Aktienmarkt. „Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch. Ein größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar“, sagt ZEW-Präsident Clemens Fuest. Zudem sorgt der Beginn der Berichtssaison mit guten Zahlen einiger US-Konzerne für Lichtblicke.

Wie lange pumpen die Notenbanken noch billiges Geld in den Markt?

Ein rascher Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ist angesichts der schwachen Konjunktur weder bei der US-Notenbank Fed noch bei der Europäischen Zentralbank wahrscheinlich. Im Gegenteil: Die EZB hatte klar gemacht, dass sie den Geldhahn so schnell nicht zudrehen wird.

Hatte die Fed nicht die Drosselung ihrer Anleihenkäufe angekündigt?

Notenbankchef Ben Bernanke hatte im Juni in Aussicht gestellt, die Anleihenkäufe noch in diesem Jahr zurückzufahren und Mitte 2014 eventuell auslaufen zu lassen - vorausgesetzt, die Konjunktur zieht an. Doch die Fed kauft weiter jeden Monat Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar (63,6 Milliarden Euro). Da Etatstreit und Verwaltungsstillstand das Wachstum bremsen dürften, könnte der Einstieg in den Ausstieg auch in den USA noch auf sich warten lassen. „Wenn die Etatschlacht Wirtschaft und Finanzmärkte zu hart trifft, dürfte die Drosselung der Anleihenkäufe auf März verschoben werden“, schätzt Unicredit-Ökonomin Chiara Silvestre.

Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?

Je länger die Hängepartie dauert, umso nervöser dürften die Märkte werden. Sobald ernsthafte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der USA aufkämen, sei mit schwersten Erschütterungen zu rechnen, sagen Experten. Ökonom Brian Horrigan von Natixis Global Asset Management warnt vor einem Absturz: „Die Kombination aus einer Panik im Finanzsektor mit plötzlichen, tiefen Einschnitten bei den Staatsausgaben und steigender Unsicherheit könnten leicht zu einer Rezession führen.“ Die Ratingagentur Fitch droht den USA mit dem Verlust ihres Spitzenratings. Fitch fürchtet, dass die Regierung ihre Angestellten im schlimmsten Fall nicht mehr bezahlen kann und Sozialleistungen ausbleiben: „All das würde die Wahrnehmung der US-Kreditwürdigkeit sowie die Wirtschaft beschädigen.“ Für die Ratingexperten wäre aber am schlimmsten, wenn das Vertrauen in das System und in den Dollar als weltweite Reservewährung verloren ginge.

Wie lange kann die Hängepartie dauern?

An diesem Donnerstag ist die Schuldengrenze erreicht: Wenn sich die politischen Lager nicht auf eine Anhebung verständigen, dürfen sich die Vereinigten Staaten kein neues Geld mehr am Kapitalmarkt leihen. Mit dem Stichtag ist aber nicht automatisch Schluss: Dem Staat bleiben dann noch rund 30 Milliarden Dollar an Barreserven, um seine Verpflichtungen zu erfüllen. Das ist allerdings zu wenig, um zum Beispiel bald anstehende 60 Milliarden Dollar an Rentenzahlungen zu leisten. Ohne neue Kredite würde es danach richtig ernst, auch um die Zinsen und Tilgungen für US-Staatspapiere zu zahlen.

Ist bei einer Einigung alles im Lot ?

Das Image der USA als Weltmacht ist bereits angekratzt. Die Streitereien untergraben das Vertrauen in das Funktionieren des politischen Systems. Hinzu kommen ökonomische Folgen. „Untersuchungen zeigen, dass die Konjunktur durch einen Anstieg der politischen Unsicherheit zumindest vorübergehend erheblich gedämpft werden kann“, erklärt Ökonom Nils Jannsen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW). Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück, Verbraucher zögerten größeren Anschaffungen hinaus. Erste Ökonomen haben bereits ihre Prognosen für die weltgrößte Volkswirtschaft gesenkt.

Was bedeutet das für die Anleger?

Die Börsen sind nervös. Am Dienstag sorgte die Hoffnung auf eine Einigung im Haushaltsstreit für einen Höhenflug. Doch die Luft ist dünn. Weil sich der Poker am Mittwoch hinzog, erstarrten die Börsianer wie das Kaninchen vor der Schlange. Privatanleger sollten sich derzeit also gut überlegen, ob sie ein- oder aussteigen wollen. Doch alternative Anlagen sind weiter unattraktiv. Das Sparbuch wirft so gut wie nichts mehr ab, Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität wie Deutschland bringen mickrige Erträge, meist unter der Inflationsrate.

Der derzeit diskutierte Kompromissvorschlag sieht vor, die Schuldenobergrenze so weit anzuheben, dass die US-Regierung bis zum 7. Februar für Renten- und Zinszahlungen genügend Geld hätte. Auch sollen die Angestellten der Bundesregierung zumindest bis Anfang Januar ihre Arbeit wiederaufnehmen können. Sollte es bis Mitternacht keine Einigung geben, droht der US-Regierung die Zahlungsunfähigkeit. Denn das Geld reicht dann nur noch für kurze Zeit, um den Verpflichtungen nachzukommen.

Analysten haben vor einem Kollaps des US-Finanzsektors und einer weltweiten Rezession als Folge einer Zahlungsunfähigkeit der USA gewarnt. Die Ratingagentur Fitch sprach am Dienstagabend von einem „politischen Spiel mit dem Feuer" und drohte den USA mit der Aberkennung der Topnoten für die Kreditwürdigkeit. 

Kommentare (63)

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Programmierer

16.10.2013, 09:23 Uhr

Ich glaub es nicht, ganz meine Meinung.
Aber dieser Herr macht sich immer über mich lustig.
Ich hatte es gestern schon gesagt,bei einem Daxstand von knapp unter 8700,schrieb er,nächste Position bei 8800,ich antwortete,ich glaube auch an die 8800 aber gehe bis dahin weiter long,wer erfolgreicher bis jetzt war ist unbestritten.
Übrigens, da ich für das Gefühl heute einen Gewinn möchte, meinen Stop auf 8736 gesetzt, also 220 Punkte Gewinn, und 70 Punkte Puffer

Account gelöscht!

16.10.2013, 10:37 Uhr

Hallo Leute,
ich habe es gestern schon geschrieben. Ich halte die Möglichkeit, dass es nach der Einigung in USA eine kräftige Korrektur gibt immer noch für hoch.

Ich persönlich würde die Aktiengewinnen nach und nach in Gold umschichten. Da steht die finale Rally noch aus...

EndGame

16.10.2013, 10:55 Uhr

Nur eine kleine Video-Doku, wie sich die Großwetterlage beim letzten Mal so entwickelt hat.

http://www.youtube.com/watch?v=bCEJ65H_1XE

Besonders hübsch: Die Visualisierung der dem finalen Crash vorausgegangenen Achterbahnfahrt in den Kursnotierungen. Und eine hochinteressante Erklärung, wie diese Achterbahnfahrten herbeigeführt wurden.

Erleben wir gerade wieder.

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