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21.02.2013

17:50 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax erleidet heftigen Rückschlag

Der Traum von der 8.000-Punkte-Marke ist vorerst dahin. Die Angst vor einem Ende der ultralockeren US-Geldpolitik sorgte heute für einen rabenschwarzen Handelstag. Zudem machten sich neue Sorgen um die Euro-Zone breit.

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FrankfurtDas mögliche Ende der ultralockeren US-Geldpolitik hat die Aktien- und Devisenanleger in Europa am Donnerstag kalt erwischt. Die Anleger fürchten, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm bald eindämmen könnte. Dazu kamen Sorgen, dass sich die Wirtschaft in der Euro-Zone nicht so schnell wie erhofft erholt. Über allem schwebt zudem das Damoklesschwert der italienischen Parlamentswahlen am Sonntag und Montag.

In dieser Gemengelage rauschte der Dax in den Keller. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 1,88 Prozent auf 7583 Punkte aus dem Handel. Der Euro Stoxx 50 verlor 2,3 Prozent auf 2580 Zähler. In Mailand gab der Leitindex sogar 2,7 Prozent nach. Auch an den US-Börsen standen die Zeichen auf Rot. Neueste Konjunkturdaten hatten dort zunächst keinen Effekt. Der Euro büßte zum späten Handel in New York einen US-Cent ein und rutschte unter die Marke von 1,32 Dollar.

Die Woche an den Märkten

Donnerstag

Die Markit-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone werden veröffentlicht. Aus den USA kommen wöchentliche Erstanträge für Arbeitslosenhilfe, Frühindikatoren, der Industrieindex Philly Fed für Februar und Verbraucherpreise für Januar. Das Bundesfinanzministerium legt seinen Monatsbericht vor. AIG, Axa, BAE Systems, Allianz, DAB Bank, Hewlett Packard, OMV, Rhön Klinikum, Swiss Re, Wal-Mart berichten.

Freitag

Das Münchener Ifo-Institut stellt seinen Geschäftsklimaindex für Deutschland für Februar vor. Air France, Fuchs Petrolub, Generali, Maersk und Valeo legen Zahlen vor.

Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der Januar-Sitzung der Fed war hervorgegangen, dass einige Notenbanker Zweifel an Sinn und Wirksamkeit der extrem lockeren Geldpolitik haben und eine Drosselung oder eine Einstellung des Anleihekaufprogramms für möglich halten. Das Protokoll sei ein erster Warnschuss für die Anleger, sich mit der Idee eines vorzeitigen Endes der lockeren US-Geldpolitik auseinanderzusetzen, kommentierten die Analysten der Metzler Bank.

HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris warnte allerdings davor, das Protokoll der Fed überzubewerten: "Die US-Notenbank wird immer stärker als etwa die EZB dazu geneigt sein, das Wachstum anzuschieben. Es dürfte jetzt erst einmal um eine Reduzierung des Programms gehen, nicht um dessen Einstellung. Schließlich handelt es sich bei den Anleihen-Käufen der Fed um gewaltige Summen, die man irgendwann mal drosseln muss."

Neben der Fed verpassten auch die Umfragen des Markit-Instituts unter Einkaufsmanagern den Anlegern einen Dämpfer. Danach beschleunigte die Privatwirtschaft in der Euro-Zone im Februar überraschend ihre Talfahrt.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Auch die Angst vor einem Comeback von Silvio Berlusconi bei den anstehenden Wahlen in Italien belastete die Märkte. "Sollte der Cavaliere tatsächlich in Rom wieder an die Macht oder auch nur in ihre Nähe kommen, wird das nicht nur den italienischen Anleihen den Garaus machen. Dann wird die ganze Euro-Zone abgestraft und die Aktienkurse dürften in den Keller rauschen", sagte ein Börsianer. Berlusconi will viele Reformen zurückdrehen. In den jüngsten Umfragen Anfang Februar lag die Mitte-Links-Allianz von Pier Luigi Bersani vorne. Aber Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis gewinnt an Zustimmung, und wegen des großen Anteils unentschlossener Wähler schließen einige seinen Wahlsieg nicht ganz aus.

Sitzungsprotokoll: US-Notenbank streitet über ihren Kurs

Sitzungsprotokoll

US-Notenbank streitet über ihren Kurs

Das Protokoll der Fed heizt Spekulationen um ein Ende der lockeren Geldpolitik an.


Kommentare (29)

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Vygotsky

21.02.2013, 08:41 Uhr

Wen Sie Recht hätten, dann wäre es ja vollkommen deplatziert abends um 19:55 Uhr vor den Tagesthemen von der Börse zu berichten. Denn da wird dem Gebührenzahler ja suggeriert wie wichtig die Börse für ihn, sein Leben und überhaupt ist.

Vielleicht sollte man anstatt die Minderheit der Aktionäre zu dieser Zeit lieber etwas zum Thema "Wege aus der (Jugend)Arbeitslosigkeit", "Was hilft gegen Depression" oder "Wie höre ich mit dem Rauchen auf" bringen, denn diese Gruppierungen sind alle mengenmäßig stärker und somit ein breiteres Publikum.

Der Patient kann nicht ewig künstlich am Leben gehalten werden. Rest in Piece...

UndEwig

21.02.2013, 08:59 Uhr

grüßt das Murmeltier.

Anscheinend stehen jeden Morgen die gleichen frustrierten Gestalten auf und glauben, hier ihren schalen Senf abgeben zu müssen.

Guck_mal_in_den_Spiegel

21.02.2013, 09:15 Uhr

Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das den Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an. (Zitat: Karl Marx)

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