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28.01.2013

17:43 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax geht die Puste aus

Der Dax startet mit Verlusten in die neue Woche. Kurz vor Beginn der heißen Phase der Bilanzsaison ziehen sich die Anleger vorsichtshalber zurück. Viele Experten sehen aber weiter Chancen für die 8.000-Punkte-Marke.

Börse Frankfurt am Mittag

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FrankfurtEuropäische Aktieninvestoren sind zurückhaltend in die neue Woche gestartet. Hatten sie zuletzt bei Dividendentiteln ordentlich zugegriffen, warteten sie nun auf neue Belege dafür, dass die europäische Schuldenkrise tatsächlich abklingt und die Wirtschaft allmählich wieder in Schwung kommt, sagten Händler.

Der Dax ging am Montag mit einem Verlust von 0,32 Prozent auf 7833 Punkte aus dem Handel. Am Vormittag hatte der Leitindex kurz ein neues Fünf-Jahres-Hoch bei 7871 Zählern markiert. Dass ihm dann die Puste ausging, erklärten Händler auch mit Daten der EZB. Demnach haben die Banken der Euro-Zone im Dezember den achten Monat in Folge weniger Kredite vergeben. "Auf der Kreditseite sind noch keine Anzeichen einer Trendwende nach oben zu beobachten. Solange das so bleibt, wird die von uns erwartete konjunkturelle Belebung keine Dynamik entwickeln können", kommentierte Heinrich Bayer von der Postbank.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Unter besonderen Abgabedruck gerieten E.ON mit einem Minus von 1,65 Prozent. Händlern zufolge lastete eine auf "Underweight" gesenkte Anlageempfehlung von JP Morgan auf den Titeln. Zu den Gewinnern zählten VW mit einem Plus von knapp 0,5 Prozent. Hier folgten Investoren einer Kaufempfehlung von Kepler.

Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent höher bei 2746 Zählern. Versorger-, Chemie- und Rohstoffwerte waren europaweit die größten Verlierer. Finanz- und Technologiewerte verbuchten dagegen Zuschläge. So legten zum Beispiel Deutsche Bank um knapp einen Prozent zu, Commerzbank 0,2 Prozent.

Strategisch gesehen gebe es nach der jüngsten Rally keinen allzu großen Druck, Aktien nachzukaufen, sagte Aktienstratege Ian Williams vom britischen Finanzdienstleister Peel Hunt. Technisch sei der Markt überkauft. "Aber aus Sicht des 'Big Picture' geht es um die Frage der Bewertung, und da kommt man an Aktien nicht vorbei." Während europäische Dividendentitel derzeit im Schnitt vier Prozent Rendite abwerfen, sind es bei den als sicher geltenden Anleihen um die zwei Prozent.

Einen neuen konjunkturellen Hoffnungsschimmer brachten die Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA, die im Dezember um 4,6 (Prognose: 1,8) Prozent anzogen - deutlich stärker als erwartet. Dies spreche für eine "aufgehellte Investitionsstimmung" in der weltgrößten Volkswirtschaft, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Am Devisenmarkt blieb der Euro gut nachgefragt. Händler sagten, die Marke von 1,34 Dollar - die für die Gemeinschaftswährung auf dem Weg nach oben so hart zu knacken gewesen war - sei inzwischen eine verlässliche Basis. Wann immer der Kurs falle, setzten auf diesem Level neue Käufe ein. Der Euro kostete 1,3450 Dollar und hielt sich damit knapp unter dem am Freitag erreichten Elf-Monats-Hochs bei 1,3479 Dollar.

Recht schwach lief dagegen der Yen, der zur US-Währung auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren fiel: Ein Dollar kostete zeitweise mehr als 91 Yen. Zu Monatsbeginn war er noch vier Yen günstiger. Hauptgrund ist die Politik von Ministerpräsident Shinzo Abe, die zur Ankurbelung der exportabhängigen Wirtschaft eine schwache heimische Währung anstrebt.

Kommentare (25)

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Parketthengst

28.01.2013, 07:12 Uhr

Die Voraussetzungen für weiter steigende Aktienkurse sind nach Einschätzung der DZ Bank jedenfalls gegeben, denn in Europa habe sich die Schuldenkrise ebenso verflüchtigt wie in den USA die Debatte um die Fiskalklippe.
Aber sie wird wieder kommen!!! - hätte man korrekter weise anfügen müssen, so ist es nur Populismus zum weiteren anheizen völlig überkaufter Märkte.

Account gelöscht!

28.01.2013, 07:24 Uhr

Ich wiederhole mich gerne:
Wir sind seit Freitag im Wahnsinnsmodus, bleibt nüchtern festzuhalten: Die Börsen jubeln dank EZB-Geldschwemme seit Mitte-Oktober,
das wird ökonomisch nicht lange gutgehen, geschweige Bestand haben, es ist entgegen jeglicher Wirtschaftslogik wie sie an den Uni´s seit jahrzehnten gelehrt wird.
Es erinnert mich alles an das Jahr 2000 - die Internetblase
als Unsummen von Geld in Internetfirmen (heute Staaten) flossen die keine Gewinne (wie die Staaten) erzielten - absolutes deja vu! Wie verheerend dies endete weiß jeder Börsenprofi - aber ich weiß - aktuell ist alles anders ;-).

Account gelöscht!

28.01.2013, 07:53 Uhr

Als Profi kann man wohl kaum jemanden bezeichnen, der lt. eigener Aussage seit 7490 short ist, und seit 6000 im Sommer 2012 auf den Crash wartet.
Sondern eher als brutalen Anfänger, der sein letztes Hab und Gut aufs Spiel setzt.

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