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06.12.2012

17:45 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax klettert auf neues Jahreshoch

Der Dax steigt unaufhaltsam weiter. Mit dem Sprung über die 7500 Punkte erreicht der Dax den höchsten Stand seit anderthalb Jahren. Damit hat die lang ersehnte Jahresendrally wohl doch noch ihren Start gefunden.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtIn der Hoffnung auf die Beilegung des US-Haushaltsstreits sind Anleger am Donnerstag in großem Stil in europäische Aktien eingestiegen. Dax und EuroStoxx50 kletterten jeweils auf den höchsten Stand seit etwa eineinhalb Jahren. Am Ende ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von 1,07 Prozent auf 7534 Punkte aus dem Handel.

US-Präsident Barack Obama hatte eine Einigung im US-Haushaltsstreit binnen einer Woche als möglich bezeichnet. Ohne Kompromiss drohen zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen in den USA. Gemeinsam mit auslaufenden Steuererleichterungen könnten sie die weltgrößte Volkswirtschaft über die sogenannte "Fiskalklippe" in eine Rezession stürzen.

"Es ist ein Riesenoptimismus im Markt", sagte Sebastian Sachs, Analyst bei der Metzler Bank. "Offenbar wollen einige Anleger doch noch zum Jahresende einsteigen. Die 7600er Marke ist sehr wichtig. Sollte der Dax diese Hürde nehmen, könnte das noch mehr Anleger anziehen."

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Auch am Derivatemarkt war die wachsende Zuversicht spürbar. Der Volatilitätsindex VDax, der Nervosität der Anleger misst, fiel um bis zu 4,8 Prozent auf 14,73 Punkte. Dies ist der tiefste Stand seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007. Der pan-europäische VStoxx gab 4,7 Prozent auf 16,58 Zähler nach.
"Einen richtigen Auslöser für die Rally heute gibt es eigentlich nicht", sagte ein Händler. "Aber es setzt sich immer stärker die Erkenntnis durch, dass es zur Aktie als Geldanlage keine Alternative gibt, was die Rendite angeht." Außerdem hübschten institutionelle Investoren zum Jahresende traditionell ihre Bilanzen auf, indem sie gut gelaufene Anlagen verstärkt zukauften.

Ohne nachhaltigen Einfluss auf die Kurse blieb die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins wie erwartet bei 0,75 Prozent zu belassen.


Gegen den europäischen Trend gab der italienische Leitindex ein Prozent nach. Börsianer verwiesen auf Spekulationen auf einen Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti. Dieser gewann zwar eine Vertrauensabstimmung im Senat, allerdings hatten zuvor die Vertreter der Partei PDL - bislang eine der Stützen von Montis Technokraten-Regierung - des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi den Saal verlassen. Berlusconi hatte zuletzt durchblicken lassen, er wolle bei den Wahlen im kommenden März wieder antreten. Er hatte sein Amt Ende 2011 wegen der Schuldenkrise an Monti abtreten müssen.

Diese "Turnaorund"-Wetten haben funktioniert

Wette 1

Pro Sieben Sat 1. galt Anfang 2009 als sicherer Pleitekandidat. Zu hoch verschuldet, keine Wachstumsperspektiven. Die Aktie rutschte auf 0,90 Euro ab. Mittlerweile, rund drei Jahre später, kosten die Papiere wieder mehr als 18 Euro. Zeitweise notierte die Aktie sogar bei mehr als 25 Euro.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,90 Euro

Aktienkurs heute: 18 Euro

Wette 2

Hugo Boss hat eine ganz ähnliche Geschichte wie Pro Sieben Sat 1. Bei beiden Unternehmen stieg einst Finanzinvestor Permira ein. Den Kaufpreis durften die MDax-Konzerne freundlicherweise selbst bezahlen, die Schuldenquote stieg. Während der Finanzkrise mieden Investoren Aktien von Unternehmen, die hoch verschuldet waren, auch Hugo Boss. Doch der Modekonzern zahlt seine Schulden pünktlich zurück. Mehr noch: er verdient prächtig.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 8,82 Euro

Aktienkurs heute: 74 Euro

Wette 3

SAF Holland galt lange Zeit als sicherer Pleitekandidat. Die Banken wollten keine Kredite mehr locker machen, der Schuldenstand wuchs. Doch der LKW-Zulieferer hat die Krise überstanden, die Produkte von SAF sind gefragt.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,35 Euro

Aktienkurs heute: 4,60 Euro

Wette 4

Infineon galt einst als die heißeste Wette im Dax. Monatelang bangten die Anleger 2008 und 2009 um den Chiphersteller. Wegen der Finanz- Und Wirtschaftskrise verbrannte Infineon das Geld in Windeseile. Wer damals an das Unternehmen glaubte, wurde reich belohnt.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,39 Euro

Aktienkurs heute: 5,50 Euro

Wette 5

Continental wurde voll von der Finanzkrise, die zu einer Krise der Autoindustrie wurde, erwischt. Banken taten sich bei der Finanzierung schwer, der Aktienkurs rutschte. Schnäppchenjäger griffen zu.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 10,99 Euro

Aktienkurs heute: 80 Euro

Wette 6

Villeroy & Boch ist in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten. Der Hersteller von Badezimmer-Ausstattungen musste eine Millionenstrafe wegen Preisabsprachen bezahlen, der Aktienkurs rutschte in der Folge ab. Wer einstieg, hat alles richtig gemacht

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 3,10 Euro

Aktienkurs heute: 7,50 Euro

Ein düsterer Konjunkturausblick des EZB-Chefs Mario Draghi hat den Euro am Donnerstag belastet. Er sank auf 1,2974 Dollar und entfernte sich damit deutlich von seinem Kurs von 1,3065 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Auch der Rentenmarkt kam in Bewegung. Der Bund-Future stieg in der Spitze auf 145,49 Punkte. Die Rendite sank im Gegenzug auf 1,312 Prozent, den niedrigsten Stand seit dem 31. August. Das Bruttoinlandsprodukt werde voraussichtlich um 0,3 Prozent fallen, hieß es in den am Donnerstag veröffentlichten Projektionen.

Noch im September hatte die Notenbank mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. In diesem Jahr soll die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent schrumpfen. "Die wirtschaftliche Schwäche in der Euro-Zone dürfte bis in das nächste Jahr hineinreichen", sagte Draghi. "Die EZB hat die Wachstumsprognose und die Inflationsprognose stärker heruntergenommen als wir gedacht haben.", sagte Lothar Heßler, Volkswirt bei HSBC Trinkaus.


Die größten Aktienrückkäufe 2012

Platz 1

Exxon

15,8 Milliarden Dollar

Platz 2

Johnson & Johnson

13,2 Milliarden Dollar

Platz 3

IBM

9 Milliarden Dollar

Platz 4

AT&T

8,4 Milliarden Dollar

Platz 5

Oracle

6,6 Milliarden Dollar

Platz 6

Conoco

5,1 Milliarden Dollar

Platz 7

Procter & Gamble

4,8 Milliarden Dollar

Platz 8

Wal Mart

4,7 Milliarden Dollar

Platz 9

Philip Morris

4,6 Milliarden Dollar

Platz 10

Pfizer

4,4 Milliarden Dollar

Platz 12

CVS Caremark

4 Milliarden Dollar

Platz 11

Intel

4,1 Milliarden Dollar

Platz 13

Siemens

3,8 Milliarden Dollar

Platz 14

DirecTV

3,8 Milliarden Dollar

Platz 15

Microsoft

3,7 Milliarden Dollar

Im Rampenlicht standen am Donnerstag EADS mit einem Aufschlag von 7,6 Prozent auf 29,32 Euro. Die Papiere des Luft- und Raumfahrtkonzerns profitierten von der Einigung auf eine neue Aktionärsstruktur. "Der spezifische Bewertungsabschlag, den die EADS-Aktie wegen der Kontrolle der Regierungen hatte, dürfte nun wegfallen", schrieben die Analysten von Bank of America/Merrill Lynch (BofAML).

Daimler gewannen 1,3 Prozent auf 38,69 Euro. Der Konzern verkaufte am Morgen wie geplant rund 61 Millionen EADS-Aktien zum Preis von je 27,23 Euro an die staatliche Förderbank KfW, das private Investoren-Konsortium Dedalus und institutionelle Anleger. Außerdem plant EADS einen umfassenden Aktienrückkauf.

Thyssen-Krupp gehörten mit einem Plus von 2,7 Prozent ebenfalls zu den Favoriten im Dax. Der krisengeschüttelte Konzern hatte mit der Entlassung des halben Vorstands Konsequenzen aus Missmanagement und Unregelmäßigkeiten im Konzern gezogen. Nach Ansicht der DZ-Bank-Analysten dürfte der Personalschnitt einen Wechsel in der Unternehmenskultur signalisieren. Gleichzeitig zeige der Schritt, wie dramatisch die Lage für ThyssenKrupp sei.

Unter Druck standen dagegen E.ON und RWE, deren Aktien sich um jeweils rund ein Prozent verbilligten. Sie litten unter dem knapp 16-prozentigen Rekord-Kurssturz von GdF Suez. Der französische Versorger hatte mit seinem Ausblick Anleger enttäuscht. Die Aktie fiel zeitweise auf ein Rekordtief von 14,55 Euro.


Von

rtr

Kommentare (35)

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Account gelöscht!

06.12.2012, 07:51 Uhr

Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem. Also los:

Account gelöscht!

06.12.2012, 08:16 Uhr

Ok, dann also ich nehm als erster das Mic,
seht also zu wie ich allen zeig,

(Chor)
Das heute ein weiterer Longie-Tag ist,
jeder Shortie uns aus der Hand frißt.

(D_r_T)
Neues Hochs, dafür stelln wir heut die Weichen,
Plus Plus Plus in allen Bereichen.
Leute ich kann nicht mehr, LONG ist so toll.
Hab bereits sämtliche Taschen voll.
Seit dem Sommer als ich mich angemeldet hab,
verkünde ich LONG und mach nicht schlapp.
Am Anfang fragtet ihr euch 'Ist der echt',
seht euch seit dem die Kurse an- ich hatte eben recht.
Immer raus die Longie-Leiter,
und ich sage heute ja so geht es weiter.

Holzbirne

06.12.2012, 09:48 Uhr

Der Dax Quadro-Topspin des Paderborners wirkt wunder.
Hier erfährt man immer, was man
tunlichst lassen soll.

Aber wer weiß, man soll nicht übermütig sein.

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