Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.10.2013

17:50 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax mit größtem Tagesgewinn seit einem Monat

Eine mögliche Einigung im US-Etatstreit sorgte an den Börsen für Jubel. Weltweit griffen die Anleger bei Aktien zu. Experten warnen aber vor zu viel Euphorie. Die Kreditausfallversicherungen sorgten für Skepsis.

Börsen-News

Börse am Abend

Börsen-News: Börse am Abend

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtIn der Hoffnung auf einen Durchbruch im Streit um den US-Haushalt haben Anleger am Donnerstag bei europäischen Aktien zugegriffen. „Es herrscht vorsichtiger Optimismus, dass es in den kommenden Tagen oder Wochen tatsächlich zu einer Einigung kommt und die drohende Zahlungsunfähigkeit abgewendet wird", sagte Marktstratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Der Dax ging am Ende mit einem kräftigen Kursplus von 1,99 Prozent auf 8685 Punkte aus dem Handel. Der Euro Stoxx 50 legte sogar um 2,14 Prozent auf 2966 Zähler zu.

In die festgefahrene Debatte in Washington war am Vorabend etwas Bewegung gekommen. Offenbar überlegen die Republikaner, sich auf eine kurzfristige Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar einzulassen. Damit solle Spielraum für weitere Verhandlungen gewonnen werden, sagte ein Mitarbeiter eines republikanischen Abgeordneten. Präsident Barack Obama hatte gesagt, dass er sich auf ein solches Vorgehen einlassen würde, sofern damit keine Bedingungen verknüpft würden.

Daraufhin zogen sich einige Investoren aus „sicheren Häfen" wie Anleihen oder Edelmetallen zurück. Gold verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1299 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, gab 46 Ticks auf 139,78 Zähler nach. Sein US-Pendant, der T-Bond-Future büßte sogar 22/32 auf 132-14/32 Stellen ein.

Die US-Währung bewegte sich dagegen kaum. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, lag wie am Vortag bei 80,41 Punkten. Der Euro notierte nach deutlichen Verlusten am Morgen fast unverändert bei 1,3535 Dollar.

Was passiert, wenn der Supermacht USA das Geld ausgeht?

Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall der Supermacht?

Experten sind zunehmend besorgt. „Genauso, wie in den fünfziger Jahren ein Nuklearkrieg im Bereich des Möglichen lag, ist auch ein Zahlungsausfall der USA nicht mehr ausgeschlossen“, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank und normalerweise eher als Optimist bekannt, sieht ebenfalls „ernsthafte Risiken“. Robert Halver, Leiter der Aktienanalyse bei der Baader Bank, demonstriert hingegen Zuversicht: „Ich bin mir sicher, sie bekommen das hin.“ Doch fest steht: Die Gelassenheit schwindet. Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.

Was passiert am Tag X?

Laut US-Finanzminister Jack Lew muss bis zum 17. Oktober eine Einigung erfolgen, ansonsten kommt die Pleite. Dennoch wird am Tag X zunächst kein Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen eintreten. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann läuft die Zeit aus. Für viele Analysten wäre dies der größte anzunehmende Unfall.

Sollte es im November zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, könnten Anleger in Panik verfallen. „Vor allem bei US-Staatsleihen würde es starke Verwerfungen geben“, sagt Asoka Wöhrmann, oberster Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Nehmen die Märkte die Unsicherheit klaglos hin?

Nein. „Je länger sich die US-Streitigkeiten hinziehen, desto bedrohlicher wird die Situation auch für die internationalen Aktienmärkte und den nationalen Rentenmarkt“, warnt Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler. Zwar sind herbe Verluste oder größere Verwerfungen an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben.

Zum Wochenstart zeigten die Kurven an den Kurstafeln an den meisten Börsenplätzen allerdings bereits nach unten - sowohl in Asien als auch in Europa. Die Angst vor einem Zahlungsausfall macht sich auch am US-Anleihemarkt bemerkbar: Die Versicherungsprämien auf amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Warum ist die Schuldenobergrenze überhaupt so wichtig?

Die USA können nur etwa 80 Prozent ihrer staatlichen Ausgaben aus Einnahmen wie beispielsweise Steuern finanzieren. Deshalb muss viel Geld in Form von Krediten an den Finanzmärkten aufgetrieben werden. Das ist grundsätzlich kein Problem. US-Staatsanleihen gelten traditionell als sicher.

Ein Grund: Die USA verschulden sich in der globalen Leitwährung Dollar, die ihre Notenbank Fed theoretisch in unbegrenzter Menge drucken kann. Allerdings hat sich das Land bereits im Ersten Weltkrieg selbst ein Schulden-Limit verordnet.

Das könnte nun zum Verhängnis werden. Das Debakel ist aber vor allem ein Ergebnis politischer Grabenkämpfe - die USA schieben zwar einen enormen Schuldenberg vor sich her, doch das hat ihre Gläubiger bislang noch nie wirklich gestört.

Ein Börsianer warnte vor überzogenen Erwartungen an die Anhebung der US-Schuldenobergrenze. Eine Einigung zur umfassenden Sanierung des US-Haushalts liege weiterhin in weiter Ferne. „Bestenfalls erkauft sich die Politik etwas mehr Zeit."

Die Skepsis vieler Investoren ließ sich an den Kursen für Credit Default Swaps (CDS) ablesen. So kostete die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets von US-Anleihen gegen Zahlungsausfall für ein Jahr mit 68.000 Dollar ungefähr so viel wie am Vortag. Der fünf Jahre laufende Kontrakt verbilligte leicht auf 4000 auf 40.000 Dollar pro Jahr.

Damit blieb die „Inversion" bestehen, die eine aktuelle oder drohende Krise signalisiert. Mit diesem Begriff bezeichnen Börsianer den Umstand, dass Kreditausfall-Versicherungen mit kürzeren Laufzeiten mehr kosten als solche mit längeren. Üblicherweise ist es umgekehrt, weil bei längeren Laufzeiten das Risiko unvorhergesehener Ereignisse größer ist.

Die größten Profiteure der Entwicklung in den USA waren die Finanzwerte. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg um bis zu 3,4 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 137,82 Zählern. Spitzenreiter war hier die Commerzbank-Aktien mit einem Plus von 5,92 Prozent, die seit Jahresbeginn rund 15 Prozent an Wert eingebüßt haben. Zu den Favoriten gehörten außerdem die französische Societe Generale (SocGen), die italienische Intesa Sanpaolo und die spanische Banco Santander. Deren Aktien gewannen zwischen 3,71 und 3,34 Prozent. Deutsche Bank notierten 3,02 Prozent fester.

Gefragt waren auch die Stahlwerte. Sie profitierten Börsianern zufolge von einer anziehenden Nachfrage nach Stahl. Thyssen-Krupp gewannen 1,29 Prozent, Salzgitter 2,13 Prozent.

Kommentare (65)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Programmierer

10.10.2013, 07:29 Uhr

Ich war gestern schon mutig, denn mein System hatte mir morgens schon gezeigt was ich machen muss
Ich lehne mich zurück und warte bis die Daddelmaschinen
anspringen.
Solange die Notenbanken den Hahn auflassen, kaufen ohne Risiko.
Die Reichen werden zwar immer reicher und Millionen sind arm und hungern, doch man muss das System für sich nutzen,gnadenlos,dann sind Tagesgewinne von 200 % und mehr in Derivaten denn Aktien handelt keiner mehr möglich.

Programmierer

10.10.2013, 07:56 Uhr

Es ist einfacher als man denkt. Die US Futures sind wie üblich dick im Plus, dadurch steigt der Dax automatisch mit. 8 Uhr gibt es Stoppbuyrallye im Dax die 8575 sind das 1. Ziel die 8600 kommen auch sicher und bei 8625 wird die Kasse aufgesucht, selbst gestern nach Börsenschluss konnte man noch das große Geld machen und kurz vor 22 Uhr gab es die üblichen günstigen Einkaufspreise. Allianzcalls sowieso 118 mindestens

Programmierer

10.10.2013, 08:08 Uhr

Leider gab es gestern kein ausserbörsliches Tagestief
oder Tageshigh,was ja sonst immer passiert.
Der Schattenmarkt hatte ausnahmsweise mal geschlossen.
Aber das macht nichts,denn ich habe von gestern meine billigen Calls auf Allianz und Dax,und liege jetzt schon im vor-und ausserbörslichen Handel vorne.
Innerbörslich werde ich dann Stops nachziehen und angesagte 200% und mehr einsacken.
Man muss das Spiel so spielen wie die Großen,dann lacht das Konto, auch wenn leider das Casino von den Steuerzahlern bezahlt wird und die auch noch hungern.
Aber das interessiert die auf maximalen Gewinn programmierten Maschinen nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×