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07.03.2013

17:44 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax sammelt neue Kraft für die 8.000 Punkte

Auch der zweite Angriff auf die 8.000 Punkte ist gescheitert. Nach einer Berg-und Talfahrt befindet sich der Dax aber weiter in Schlagdistanz. Für Furore an den Märkten sorgte heute der Sportartikelhersteller Adidas.

Börse Frankfurt am Mittag

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FrankfurtEin wohl vorläufig stabil bleibendes Zinsniveau in der Euro-Zone hat am Donnerstag den Euro angeschoben. Die Gemeinschaftswährung legte fast einen US-Cent auf 1,3109 Dollar zu. Am Aktienmarkt, wo vor allem die Geldflut der Notenbanken die Anleger zuletzt angelockt hatte, überwog die Enttäuschung. Der Dax rettete am Ende dennoch ein Plus von 0,26 Prozent auf 7939 Punkte ins Ziel.

Analystenstimmen zur Rekordjagd des Dax

Jörg Rahn, Marcard, Stein & Co.

„Der Dax muss sich noch etwas gedulden. Selbst wenn die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen senken sollte, wird dieser Impuls voraussichtlich nicht ausreichen. Länger als einige Wochen wird es aber sicher nicht dauern, bis der Leitindex einen neuen Rekordstand erklimmt.“

Christian Schmidt, Helaba-Analyst

„Es gibt offenbar immer noch viele Anleger, die den Zug bislang verpasst haben, wenngleich Hedgefonds die höchste Aktien-Investitionsquote seit dem Jahr 2006 haben.“

Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB

„In der Euro-Zone gibt es zwar große Unsicherheiten, vor allem was die politische Situation in Italien anbelangt. Insgesamt hilft die Aussicht auf eine anziehende US-Konjunktur aber darüber hinweg. Die sich wiederbelebende Wirtschaft in den USA ist der Rettungsanker für die europäischen Börsen. Zwar wird die US-Notenbank irgendwann aus ihrem aggressiven Anleihenkaufprogramm aussteigen, aber das wird sie mit Bedacht tun.“

Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank

„Der Anstieg des Dax auf ein Rekordhoch ist nur eine Frage des 'wann' und nicht des 'ob'. Liquidität ist nur ein Baustein der Hausse. Der Erfolgspfad der Weltwirtschaft setzt sich fort. Außerdem sind die Bilanzen der deutschen Unternehmen deutlich besser als zur Zeit des bisherigen Dax-Rekordhochs von 2007.“

Ralph Herre, LBBW-Analyst

„Der Renditevorteil ist so hoch, dass selbst Dividendenkürzungen wie bei Versorger- und Telekomwerten die Beliebtheit von Aktien nicht schmälern.“

Zuvor hatte der EZB-Rat den Leitzins mit 0,75 Prozent auf unverändert niedrigem Niveau belassen. Im Markt war zuletzt spekuliert worden, die EZB könnte die Zinsen schon bald weiter herunterschrauben. "Unseres Erachtens liefert der EZB-Chef keine Hinweise auf eine Zinssenkung", erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. "Draghi hat den Euro diesmal nicht als Risiko für den Wachstumsausblick angeführt, das hilft der Gemeinschaftswährung", erklärte HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris. Allerdings sieht er ein Ende der Zinssenkungsphantasien noch nicht gekommen. Schließlich sei die Möglichkeit einer Zinssenkung auch diskutiert worden, führte Sartoris aus.

Am Rentenmarkt kamen vor allem deutsche Bundesanleihen unter Druck. Der Bund-Future verlor bis zu 47 Ticks auf 142,78 Punkte. Gesucht waren dagegen die Staatsanleihen Spaniens und Italiens, was deren Renditen deutlich drückte. "Draghi klingt insgesamt zuversichtlicher", sagte ein Händler. Das drücke die Spekulationen auf baldige Zinssenkungen spürbar.

In den USA keimt derweil neue Hoffnung auf eine Erholung des darbenden Arbeitsmarkts. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der vergangenen Woche überraschend. Sie sanken um 7000 auf 340.000, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Experten hatten dagegen einen Anstieg auf 355.000 befürchtet. I

Die Tops und Flops seit dem Dax-Allzeithoch

Top 1

Volkswagen

Kurs seit 13.07.2007: + 95,5 Prozent

Top 2

Adidas

Kurs seit 13.07.2007: + 81,1 Prozent

Top 3

Henkel

Kurs seit 13.07.2007: + 74,8 Prozent

Top 4

SAP

Kurs seit 13.07.2007: + 63,7 Prozent

Top 5

Fresenius SE

Kurs seit 13.07.2007: + 61,5 Prozent

Flop 5

Deutsche Bank

Kurs seit 13.07.2007: - 62,4 Prozent

Flop 4

RWE

Kurs seit 13.07.2007: - 66 Prozent

Flop 3

Thyssen-Krupp

Kurs seit 13.07.2007: - 68 Prozent

Flop 2

Eon

Kurs seit 13.07.2007: - 68,5 Prozent

Flop 1

Commerzbank

Kurs seit 13.07.2007: - 96 Prozent

Die Aussicht auf höheren Dividenden lockte die Anleger trotz der Enttäuschung über die EZB-Politik in einige deutsche Aktien: Merck, Adidas und Continental belegten die ersten drei Plätze unter den größten Dax-Gewinnern, nachdem die Unternehmen höhere Ausschüttungen angekündigt hatten. "Viele Aktien warten seit geraumer Zeit mit attraktiven Dividendenrenditen auf - vor allem im Vergleich zu den Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen," sagte ein Börsianer. Adidas, Merck und Continental legten zwischen 6,57 und 2,9 Prozent zu.

Neben der Dividendenanhebung auf 1,70 Euro von 1,50 Euro stieß bei Merck auch die Bilanz insgesamt auf Zustimmung. Die Ergebnisse seien hervorragend, lobte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern baute seinen operativen Gewinn 2012 aus und kündigte weitere Zuwächse in diesem und im nächsten Jahr an.

Kommentare (18)

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alles_manipuliert

07.03.2013, 07:47 Uhr

... warten auf´s Schlachtfest ist angesagt,nur Geduld :-), das geht dann ganz schnell.

Account gelöscht!

07.03.2013, 08:02 Uhr

Ja, das kaann ganz schnell gehen, wenn man erst mal über den 8.000 war.

Aber - und das ist der Unterschied zu den Einbrüchen 2000, 2008 und 2011, es wird nicht bodenlos. Ich sehe keine Korrekturen unter 7.200. Klar, für Trader wäre das schon eine Hausnummer. Investoren lässt das kalt. Die Faktenlage ist heute anders als bei den genannten Einbrüchen zuvor.

Marc

07.03.2013, 08:34 Uhr

2012 war der Dax noch bei 6000 und jetzt durch die extrem gut laufende Wirtschaft und super Perspektiven bei 8000. Da kann man sein Geld auch gleich zum Casino bringen, da ist es wahrscheinlich sicherer angelegt.

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