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16.03.2012

17:48 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax schafft achten Gewinntag in Folge

Der Jahresauftakt 2012 ist der beste in der Geschichte des Dax. Heute sorgten der Hexensabbat und US-Daten für Bewegungen in beide Richtungen. Auf Wochensicht verbucht der Leitindex ein sattes Plus.

Wie der Börsenhandel in Frankfurt lief

Video: Wie der Börsenhandel in Frankfurt lief

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DüsseldorfDer Dax verabschiedet sich mit einem moderaten Plus ins Wochenende und geht den achten Tag in Folge mit einem Plus aus dem Handel. Der Dax schloss 0,2 Prozent höher bei 7.157 Punkten. Auf Wochensicht hat der Leitindex damit vier Prozent zugelegt. Zum großen Verfallstermin, dem sogenannten Hexensabbat, markierte der Dax sein Jahres- und Tageshoch bei 7.194 Punkten.

Dass der Dax das hohe Niveau nicht halten konnte lag unter anderem an den schwachen Konjunkturdaten aus den USA. Die US-Verbraucherpreise, die Industrieproduktion sowie der Konsumklima-Index der Uni Michigan wurden veröffentlicht. Der Michigan-Index fiel niedriger aus als erwartet. Der Index des Verbrauchervertrauens von Reuters und der Uni Michigan lag im März mit 74,3 Punkten unter der Prognose von 76,0 Punkten.

Außerdem stagnierte die US-Industrieproduktion im Februar überraschend. Das Verarbeitende Gewerbe stellte im Februar unterm Strich nicht mehr her als im Vormonat. Der US-Aktienhandel kam wegen der schwachen Zahlen ebenfalls kaum vom Fleck.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

An den Börsen herrschte überwiegend gute Laune, wie auch bereits die Tage zuvor. Nachdem der Dax erst am Mittwoch die 7000-Punkte-Marke geknackt hatte, ging es gestern schon über die 7100 Punkte und heute wurde schon die 7.200er Marke getestet. Damit hat der Dax einen Rekord aufgestellt: So stark wie dieses Jahr ist der Deutsche Leitindex noch nie in ein neues Jahr gestartet. Seit Jahresanfang ist der Index schon fast 22 Prozent gestiegen.

„Wir etablieren uns nachhaltig über der Marke von 7100 Punkten. Es ist genug Geld da und viele Leute sehen ein, dass es momentan keine andere Anlagemöglichkeit als Aktien gibt“, fasste es ein Händler zusammen.

„Der stärkste Jahresauftakt seit Jahrzehnten bringt die Skeptiker in die Bredouille“, sagte Analyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg. Die zu Jahresbeginn weit verbreitete Skepsis lege den Schluss nahe, dass viele institutionelle Anleger bei dieser Entwicklung zunächst eher Zuschauer als Beteiligte waren.

Charts der Woche: Bei welchen Aktien die Anleger zugreifen

Charts der Woche

Bei welchen Aktien die Anleger zugreifen

Der Dax lässt die 7100er-Marke hinter sich, gute Stimmung an der Börse. Was das im Einzelnen heißt, wieso etwa ein angeschlagener Energieriese oder ein Baustoffkonzern zulegen, zeigen die Charts der Woche.

An den Terminbörsen war heute dreifacher Hexensabbat - oder auch großer Verfallstag genannt. Am sogenannten Hexensabbat sind starke Kursschwankungen vorprogrammiert - zu diesem Abrechnungstag verfallen an den Terminmärkten Index-Futures sowie Optionen auf Indizes und Aktien. Anleger versuchen die Kurse derjenigen Aktien, auf die sie Derivate haben, daher in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Der Settlement-Kurs für Dax-Optionen ist zum großen Verfallstermin am Freitag mit 7193,36 Punkten festgesetzt worden, nach 6832,92 Zählern im Vormonat.

Hintergrund: Hexensabbat an der Börse

Wann ist der Börsen-Hexensabbat?

Alle drei Monate ist an den Börsen „Hexensabbat“. Jeweils der dritte Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember ist großer Verfallstag. Bei vielen Anlegern sind diese vier Tage im Jahr gefürchtet. Denn dann können die Börsen ohne ersichtlichen Grund verrückt spielen, starke Kursausschläge sind möglich.

Was passiert am Hexensabbat?

Am „Hexensabbat“ verfallen an den Terminbörsen gleich mehrere Arten von Termingeschäften, also Wetten auf den künftigen Verlauf von Indizes oder Aktien. Konkret laufen Optionen und Futures auf Einzelaktien und Indizes ab.

Was ist eine Option?

Option bedeutet, dass der Käufer das Recht hat und der Verkäufer die Pflicht, bis zum Verfallsdatum den zugrundeliegenden Basiswert zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen.

Was ist ein Future?

Bei Futures handelt es sich um eine beiderseitige Verpflichtung, also einen Börsenvertrag (Terminkontrakt), im Gegensatz zur Option, bei der sich nur der Verkäufer verpflichtet.

Warum springen die Kurse am Hexensabbat?

Hinter den Kurssprüngen stehen Spekulanten, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft: Sie versuchen, die Kurse auf jene Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Dann werden binnen Minuten große Mengen der entsprechenden Papiere gehandelt, was die Kursschwankungen verursacht.

Wie entstand der Begriff "Hexensabbat"?

Wegen der mitunter wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff „Hexensabbat“ geprägt. Kleinanleger können bei diesem „Hexentreiben“ kaum kursbewegend eingreifen.

Die Aktien der Münchener Rück profitierten von einem Analystenkommentar und gehörten mit einem Plus von 1,17 Prozent bei Handelsschluss zu den größten Gewinnern im Dax. Es gebe gute Chancen, dass der Rückversicherer sein Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr übertreffen werde, schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler in einem Kommentar.

Dagegen kamen Autowerte wegen einer Branchenherabstufung unter Druck. Allein seit Januar habe sich der Autosektor um 27 Prozent besser entwickelt als der Gesamtmarkt, weshalb nicht mehr viel Luft nach oben sei. Die Daimler-Aktie war mit einem Abschlag von 2,5 Prozent das Schlusslicht im Dax.

Kommentare (38)

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Account gelöscht!

16.03.2012, 07:41 Uhr

So langsam wirds Zeit, dass der DAX fällt.

Account gelöscht!

16.03.2012, 07:47 Uhr

Wäre ich an sich auf deiner Seite nur an so nem Tag wie heute wird das wohl eher nicht der Fall sein

Account gelöscht!

16.03.2012, 07:55 Uhr

Der Wunsch ist die Mutter meines Gedanken. Oder wars der Vater?

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