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27.06.2013

17:45 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax schließt knapp unter 8000 Punkten

Der Dax setzt seine Erholungsrally weiter ungebremst fort. Kurstreiber waren heute vor allem gute US-Konjunkturdaten. Die Angst vor einem Ende der Liquiditätsschwemme gerät damit in den Hintergrund - zumindest vorläufig.

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FrankfurtDer Dax hat am Donnerstag nahtlos an seine jüngste Erholungsrally angeknüpft. Am Ende ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,63 Prozent auf 7990 Punkte aus dem Handel. Auch der Euro Stoxx 50 kletterte nach oben und notierte am Ende 0,73 Prozent bei 2621 Zählern im Plus.

Unterstützung erhielten die Märkte von US-Konjunkturdaten: So stiegen die Konsumausgaben im Mai um 0,3 Prozent, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der vergangenen Woche um 9000 auf 346.000.

An den vergangenen beiden Handelstagen hatte der deutsche Leitindex bereits um mehr als drei Prozent zugelegt, weil sich die Zinsen am chinesischen Geldmarkt wieder entspannten. In der vergangenen Woche waren sie aus Angst vor einer Kreditklemme deutlich gestiegen und hatten damit am Montag Turbulenzen an den Märkten ausgelöst.

Zudem hatten die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank zuletzt die Sorgen zerstreut, dass sie schon bald aus ihrer lockeren Geldpolitik aussteigen könnten. "Langsam kommt das Vertrauen in den Markt zurück, dass die Notenbank weiterhin Gewehr bei Fuß stehen, wenn es zu starke Turbulenzen geben sollte", sagte ein Händler in Frankfurt.


Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Vor 1987

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002

US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.

24. März 2003

Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008

Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.

15. September 2008

Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

01. Dezember 2008

Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.

15. März 2011

Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.

8. August 2011

Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Keinen guten Tag erwischten Lanxess-Titel: Ein kritischer Analystenkommentar von JP Morgan sowie Chinas Anti-Dumping-Zölle setzten den Aktien deutlich zu. China plant, ab Freitag Anti-Dumping-Zölle in Höhe von bis zu 37 Prozent auf eine aus der Europäischen Union importierte Chemikalie erheben. Betroffen ist unter anderem Lanxess, für den Konzern wird eine Abgabe von 19,6 Prozent auf Toluidine-Exporte nach China fällig, wie das chinesische Handelsministerium am Donnerstag ankündigte. Die Lanxess-Titel fielen im Dax um 3,3 Prozent auf 46,41 Euro.

Die Analysten von JP Morgan sehen ohnehin schwierige Zeiten auf den europäischen Chemiesektor zukommen. Die US-Chemie-Industrie gewinne immer mehr Kostenvorteile im Vergleich zu europäischen und asiatischen Herstellern, weil sie aufgrund des Einsatzes von Schiefergas billiger produzieren könnte, hieß es in dem Kommentar. Die Analysten stuften Lanxess und BASF herunter auf "Underperform" von "Neutral". BASF gingen mit einem Verlust von knapp zwei Prozent aus dem Handel.

Kommentare (37)

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Logical

27.06.2013, 09:08 Uhr

Die Vorgaben könnten besser nicht sein, aber der Dax fällt.
Das ist keine Börse, das ist bloß Zockerei.

profi

27.06.2013, 09:13 Uhr

Je besser die "Vorgaben"aus Asien und USA, desto eher geht es abwaerts.nicht wie die N-tv Redaktion meint dass es auf gute Vorgaben noch besser wird.hat doch jeder interessierte schon gestern gekauft

Tradergeld

27.06.2013, 09:25 Uhr

Heute Nachmittag geht es sicher auf 8000, ich warte erst einmal ab.
Morgens gekauft hat bisher fast immer funktioniert

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