Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.09.2012

17:47 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax schließt nach Berg-und Talfahrt im Plus

Der Dax ist zurück in die Erfolgsspur gekehrt. Spekulationen um neue geldpolitische Maßnahmen seitens der chinesischen Notenbank sorgten heute für Kursgewinne. Schlechte Nachrichten kamen dagegen aus der Euro-Zone.

Börse Frankfurt am Abend

Video: Börse Frankfurt am Abend

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie deutschen Aktienmärkte sind dank Spekulationen auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen in China am Donnerstag mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Der Dax notierte nach Handelsschluss 0,19 Prozent auf 7290 Punkte im Plus. Der MDax stieg um 0,55 Prozent auf 11 008 Punkte. Der TecDax legte um 0,88 Prozent auf 809 Punkte zu.

Marktbeobachter begründeten die leichte Kurserholung nach den deutlichen Vortagesverlusten mit Spekulationen, wonach China weitere Schritte zur Stimulierung der heimischen Wirtschaft unternehmen könnte. Als Negativfaktor wurde die anhaltende Unsicherheit im Schatten der europäischen Schuldenkrise genannt. LBBW-Analyst Uwe Streich sieht vor allem die Lage in Spanien als besorgniserregend an und geht davon aus, dass ein spanischer Hilfsantrag bei der EU nur noch eine Frage der Zeit sei.

Negativ werteten Marktteilnehmer auch, dass sich im Euroraum das Wachstum der Geldmenge im August überraschend stark abgeschwächt hat und das Kreditvolumen ist deutlich gesunken ist.

In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im August um 13,2 Prozent gefallen. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang von lediglich 5,0 Prozent erwartet.


Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob und wann Spanien umfassende Hilfen erbittet. Damit würde Spanien die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) erfüllen, mit der die hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen gedrückt werden sollen. Bislang hat das Land lediglich Gelder für seinen maroden Bankensektor beantragt. Ein anderer Börsianer betonte, dass der spanische Haushaltsentwurf schnell Makulatur werden könne. "Ganz Europa scheint davon auszugehen, dass wir nächstes Jahr auf den Wachstumspfad zurückkehren. Ich halte das für fragwürdig."


Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Die Furcht vor einer Verschärfung der Schuldenkrise macht Anlegern derzeit wenig Lust auf den Euro. Die Gemeinschaftswährung notierte am Donnerstag knapp unter der 1,29-Dollar-Marke. Mitte September hatte sie noch bei 1,3169 Dollar notiert. Die jüngsten Proteste in Athen und Madrid gegen die Sparprogramme der Regierung schürten laut Händlern neue Zweifel, ob die schuldengeplagten Länder ihre Probleme je in den Griff bekommen werden.

Am Mittwoch hatte die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihen erstmals wieder die psychologisch wichtige Marke von sechs Prozent übersprungen. Zinsen ab sieben Prozent gelten für die hoch verschuldeten Euro-Staaten langfristig als untragbar. Am Donnerstag rentierten die Papiere bei 6,156 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen wurden mit 1,466 Prozent verzinst.

Kommentare (29)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.09.2012, 08:44 Uhr

Die technische Reaktion war nach der gestrigen Übertreibung zu erwarten.
Der Dax wird sich in der temporären Rückwärtsbewegung als sehr zäh erweisen! Noch!

Account gelöscht!

27.09.2012, 09:18 Uhr

yep, mich wundert die gegenreaktion auch nicht. ich könnte mir dennoch ein gap-close vorstellen. danach hilft dann nur der blick in die glaskugel ;-)

Europaeer

27.09.2012, 10:03 Uhr

Über 50% der von cognitrend.de befragten Händler geht von fallenden Kursen aus. Diese (Zweck-)Pessimisten zappeln seit Monaten auf ihren Sesseln rum und der steigende DAX lässt die nicht ruhig schlafen.

Im Moment überwiegen wieder einige negative Schlagzeilen aber letztendlich ist unübersehbar: Die Krisenländer Europas fangen an, ihre Hausaufgaben zu machen und gehen die weltweite Krise des Kapitalismus trotz aller Unkenrufe wesentlich effizienter an, als beispielsweise die USA.

Vor diesem Hintergrund mit einem deutlich sinkenden DAX zu rechnen, halte ich für eine vage oder schon verzweifelte Hoffnung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×