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25.03.2013

17:55 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax schließt unter 7900 Punkten

Der Dax schließt nach einer Berg-und Talfahrt deutlich im Minus. Im Sog der Wall Street büßte der Leitindex in der Spitze knapp 150 Punkte ein. Für Aufsehen sorgten zudem die Aktien von Heidelberg-Cement.

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DüsseldorfIm Sog der Wall Street haben auch die europäischen Börsen am Montag deutlich im Minus geschlossen. Der Dax büßte 0,51 Prozent auf 7.870 Punkte ein. Am Morgen war der Leitindex noch angesichts der Erleichterung über die Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott um 1,5 Prozent auf 8.031 Zähler gestiegen. "Zum Teil ist das sicher auf das Quartalsultimo an Ostern zurückzuführen", erklärte ein Händler.

In Deutschland habe möglicherweise auch die Halbierung der Wachstumsprognosen durch die fünf Wirtschaftsweisen für schlechte Stimmung gesorgt. Doch schon zuvor waren vor allem in Mailand die Kurse unter Druck geraten. Der italienische Leitindex fiel um 2,5 Prozent, dabei gerieten insbesondere die Banken unter Druck: Unicredit verloren sechs Prozent, Intensa Sanpaolo fast sieben Prozent. Der EuroStoxx fiel um 1,14 Prozent. Der Euro rutschte am Abend wieder unter die 1,29-Dollar-Marke.

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Die Regierung Zyperns und ihre Geldgeber haben sich in der Nacht zu Montag in letzter Sekunde auf einen neuen Plan verständigt. Insbesondere Gläubiger und Kunden der beiden größten Banken sollen nun zur Sanierung des Landes und seiner Geldinstitute beitragen - nicht jedoch die Sparer mit Einlagen von bis zu 100.000 Euro. Ein erstes Rettungspaket war wegen der umstrittenen Sonderabgabe auf Bankeinlagen in der vergangenen Woche vom Parlament in Zypern abgelehnt worden.

"Europa hat erneut den Zusammenbruch eines schwachen Staates an der südlichen Peripherie vermieden", schrieb Analyst Roger Peeters von Close Brothers Seydler in einem Kommentar. Auch die UBS konstatierte: "Die Einigung sollte eine weitere Eskalation der Euro-Krise verhindern."

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Die Euro-Gruppe habe keine Zweifel daran gelassen, dass sie Zypern - wenn irgendwie möglich - in der Währungsunion halten möchte, urteilte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. "Damit setzt sie ein positives Zeichen für die Zukunft nach dem Motto: Wir sind bereit jedem zu helfen, der sich wirklich helfen lassen will.

Zypern soll nun durch Kredite der Euro-Länder und des Internationalen Währungsfonds in die Lage versetzt werden, bis 2020 etwa eine Schuldenquote von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen. In Schieflage ist Zypern vor allem durch seinen überdimensionierten Banken-Sektor geraten, der spätestens seit dem Schuldenschnitt für Griechenland mit extremen Problemen kämpft. Ob die Banken am Dienstag wieder öffnen werden, war noch nicht sicher.

Italien rückt in den Fokus der Märkte

Italien, das vier Wochen nach den Wahlen immer noch keine neue Regierung gebildet hat, will am Mittwoch Anleihen mit Laufzeiten von fünf und zehn Jahren ausgeben. Insgesamt will Rom dabei bis zu 6,5 Milliarden Euro einsammeln. Die italienische Zentralbank hat vor den Folgen des politischen Patts nach der Parlamentswahl gewarnt. Die Unsicherheit über die zähe Regierungsbildung in Rom und die Turbulenzen um Zypern seien eine Bürde für die ohnehin schon schwachen Konjunkturerwartungen im Land, sagte der stellvertretende Generaldirektor Panetta.

Die Ratingagentur Fitch prüft die Kreditwürdigkeit Großbritanniens von derzeit "AAA" auf eine mögliche Senkung. Die Ratingagentur begründete diesen Schritt mit der höheren Staatsverschuldung und den schwächeren Wirtschaftsaussichten. Eine Entscheidung über das künftige Rating falle bis Ende April.

Kommentare (27)

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Account gelöscht!

25.03.2013, 07:37 Uhr

Zypernrettung = EURO-Rettung??????

Wieder wurde eine Chance vertan.

Statt ein Ende mit Schrecken geht es weiter mit Schrecken ohne Ende!

Es wird niemals Ruhe in Europa einkehren, solange einer Gemeinschaftswährung festgehalten wird.

Account gelöscht!

25.03.2013, 07:48 Uhr

@hagadi
sehe ich auch so.
Was sich ändert ist lediglich die Frequenz der nächtlichen Rettungsaktionen und der
Einsatz der Rettungsmittel. Kapitalverkehrskontrollen waren vor 24 Monaten noch undenkbar. Es geht ans Eingemachte.

Berliner

25.03.2013, 08:08 Uhr

Die Nadel im Heuhaufen wirbelt die EU durcheinander und die Finanzminister der EU knicken mal wieder ein. Daran sieht doch jeder, wie prekär die ganze Lage ist.

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