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16.04.2013

17:45 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Dax setzt Verlustserie fort

Der Dax findet weiter keinen Halt. Am heutigen Handelstag ging es bereits den dritten Tag in Folge nach unten. Eine Bodenbildung ist nicht in Sicht. Mangels neuer Impulse könnte die Talfahrt bereits Morgen weitergehen.

Börse am Abend

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FrankfurtEuropäische Aktienanleger haben sich am Dienstag weiter von ihrer Konjunkturskepsis leiten lassen und ihre Depots bereinigt. Nach heftigen Verkäufen an der Wall Street in Reaktion auf einen Bombenanschlag in Boston sowie neuerlichen Verlusten an den asiatischen Aktienmärkten gab auch der Dax nochmals nach. Am Ende ging der deutsche Leitindex mit einem Verlust von 0,39 Prozent auf 7682 Punkte aus dem Handel.

„Wir gehen in die Verlängerung", sagte Robert Halver, der die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank verantwortet. "Ausschlaggebend ist weiterhin die Angst vor einer globalen konjunkturellen Abschwächung."

Am Mittag gesellte sich ein enttäuschender ZEW-Index für Deutschland in eine Reihe von zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China: Deutsche Börsenprofis äußerten sich in einer Umfrage pessimistischer zu den Aussichten für die deutsche Wirtschaft: Der vom Mannheimer Zentrum für Wirtschaftsforschung erfasste Index zu den Konjunkturerwartungen fiel im April um 12,2 auf 36,3 Punkte. Das war der erste Rückgang des Barometers nach vier Anstiegen in Folge, und er fiel deutlicher als von Analysten prognostiziert.

Die Woche an den Märkten

Montag

Gleich zum Wochenauftakt schauen die Börsianer weltweit auf Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal. Für Europa werden keine Quartalszahlen erwartet, in den USA steht jedoch der Empire-State-Manufacturing-Index zur Veröffentlichung an. Geschäftszahlen kommen von Bancfirst, Charles Schwab und Citigroup.

Dienstag

Am Dienstag dürften die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung für Deutschland und den Rest der Euro-Zone den Handel bestimmen. Daten kommen auch aus Großbritannien, wo Anleger gespannt auf die schwächelnde Konjunktur blicken. Am Nachmittag stehen die US-Daten zur Industrieproduktion im März im Mittelpunkt. Quartalszahlen präsentieren Cenit, Danone, Ifa Systems, LVMH, Rio Tinto, Sixt und in den USA Coca-Cola, Goldman Sachs, Intel, Johnson & Johnson, Northern Trust, U.S. Bancorp und Yahoo.

Mittwoch

Aus Japan kommen Daten zum Verbrauchervertrauen, aus Großbritannien folgen Arbeitslosenzahlen. Quartalszahlen veröffentlichen BHP Billiton, HCI Capital, Tesco, Wirecard, Abbott Laboratories, American Express, Bank of America, Ebay, Mattel und die Bank of New York Mellon.

Donnerstag

Die Deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute veröffentliche ihr Frühjahrsgutachten. In den USA richtet sich er Blick dagegen auf den Philadelphia-Fed-Index, der Aufschluss über den Zustand im ganzen Land geben soll. Quartalszahlen kommen von BB Biotech, Carrefour, Colonia Real EstateLoreal, Nestlé, Nokia, TAG Immobilien, AMD, Google, Microsoft, Philip Morris, Union Pacific, und Verizon.

Freitag

Am Freitag werden vorwiegend europäische Daten veröffentlicht: Die deutschen Erzeugerpreise und die Leistungsbilanz. Ihre Bücher öffnen SAP, First Horizon, General Electric, Honeywell, Kimberly Clark, McDonald's, Rockwell, Schlumberger, State Street und Suntrust. Der Energieversorger RWE zahlt seine Dividende an die Aktionäre aus.

Am Nachmittag sorgte ein überraschend hoher Quartalsgewinn von Goldman Sachs für einen kurzen Aufschwung an den europäischen Aktienmärkten. In Europa kletterten nach Veröffentlichung der Goldman-Zahlen vor allem Bankaktien nach oben. Der Branchenindex für Geldhäuser der Euro-Zone gewann 0,6 Prozent. Im Dax stiegen die Titel der Deutschen Bank um 0,5 Prozent.
Anders als an den europäischen Aktienmärkten legte der Euro bis zum Abend kräftig zu. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich um rund einen US-Cent auf 1,3134 Dollar. Händler verwiesen auf Äußerungen des New Yorker Fed-Präsidenten William Dudley: Der Notenbanker sagte, dass ihn die enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen vom März mit Blick auf die Entwicklung der US-Wirtschaft vorsichtiger gestimmt hätten. Die Anleihenkäufe der Fed seien aus seiner Sicht weiter angemessen, der Nutzen übersteige die Kosten.


An den Rohstoffmärkten war eine gewisse Beruhigung zu beobachten. Die Talfahrt bei den Edelmetallen wurde zunächst gestoppt. Die Feinunze Gold kostete 1394 Dollar, nachdem sie in der Nacht noch bis auf 1321,35 Dollar und damit den niedrigsten Stand seit Januar 2011 abgerutscht war. Die Preise für Gold und Silber waren in den vergangenen beiden Handelstagen so stark unter Druck geraten wie seit den Achtziger Jahren nicht mehr. Der Goldpreis war um mehr als 13 Prozent gefallen. Auch die Preise für Industriemetalle erholten sich etwas. Der Preis für die Ölsorte Brent fiel am Dienstag allerdings erstmals seit neun Monaten unter 100 Dollar je Fass.


Einer der größten Gewinner im Dax waren die Verlierer vom Vortag: Thyssen-Krupp legten um 1,58 Prozent zu. Auf den Verkaufslisten standen indes die Versorgertitel, die sich im April bisher robust präsentiert hatten. Die Anteilsscheine von Eon gaben um knapp fünf Prozent nach, die von RWE sackten um 2,24 Prozent ab. Die beiden Titel bauten ihre Verluste aus, nachdem das Europäische Parlament gegen den Gesetzentwurf der EU-Kommission gestimmt hatte, der einen zeitlich begrenzten Entzug von Verschmutzungsrechten aus dem Markt vorsieht. Zugleich fiel der Strompreis an der Börse EEX auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren, was Händlern zufolge die Versorger zusätzlich belastete.

Kommentare (12)

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Aha

16.04.2013, 09:41 Uhr

"Terroranschläge lassen Dax-Anleger kalt"

Logo, wir haben doch auch dagegen die ultimative Lösung:

GELDDRUCKEN

Das hat doch anscheinend in den letzten Jahren alle Probleme gelöst.

Oder hat's die Anleger einfach nur irreversibel verblendet?

Account gelöscht!

16.04.2013, 09:59 Uhr

Diese DAX-Anlager sind doch auch gefühllose Subjekte, lässt die ein Terroranschlag einfach kalt....

Liebes HB, was haben Sie denn erwartet? Aus Solidarität fallende Kurse ins Bodenlose? Schon mal dran gedacht das es einen nicht "kalt" lassen muss wenn so etwas passiert die Märkte aber eine gewisse Eigenständigkeit haben?!

Markus_1

16.04.2013, 10:42 Uhr

Was genau hat der Anschlag mit den Gewinnerwartungen von Daimler zu tun?

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