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02.03.2012

17:51 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Lustloser Dax schließt schwächer

Anleger gingen heute vergeblich auf die Suche nach Impulsen. Spanien kassierte sein Defizitziel und verhagelte deutschen Investoren die Stimmung. Der Dax scheiterte die zweite Woche in Folge an der 7.000-Punkte-Marke.

Börse Frankfurt am Mittag

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FrankfurtDeutsche Investoren haben am letzten Handelstag vor dem Wochenende keine großen Käufe mehr getätigt. Vielmehr gingen die meisten auf Nummer sicher und nahmen ihre Gewinne mit. Der Dax beendete den Handel 0,29 Prozent tiefer bei 6.921 Punkten. Für Unruhe sorgte die Nachricht, dass das spanische Haushaltsdefizit 2012 wohl noch höher ausfallen wird als bislang angenommen. Spanien peilt für 2012 nun ein Defizit von 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an. „Das ist mehr als erwartet und sorgt für Unsicherheit“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Eigentlich wollte das Mittelmeerland das Defizit in diesem Jahr auf 4,4 Prozent senken. „Vor allem an einem Tag wie heute, an dem der Fiskalpakt gerade unter Dach und Fach ist, kommt eine solche Nachricht natürlich nicht gut an“, ergänzte Umlauf. Der von 25 der 27 EU-Länder unterzeichnete Fiskalpakt legt den Staaten strikte Sparvorgaben auf.

Im Wochenverlauf hatte der Dax vor allem von der immensen Geldspritze der EZB an die europäischen Banken profitiert. Auf Wochensicht hat sich das Marktbarometer der 7.000 Punkte Hürde nur leicht angenähert: Es steht ein Wochenplus von 0,9 Prozent zu Buche.

Der März ist für die Börsen stets ein Monat, der ein wenig kritisch ist. Die Zahlenflut mit den Ergebnissen des Vorjahrs versiegt, die kategorisch gute Laune zum Jahresanfang weicht einem gesunden Realismus. Diese Regel scheint Recht zu haben, denn den Investoren fehlten die Impulse für Käufe.

Gewinner der Woche (HDax)

Stratec Biomed

+ 4,31 Prozent

Brenntag AG

+ 4,46 Prozent

ProSiebenSAT.1

+ 4,59 Prozent

Gerry Weber

+ 4,79 Prozent

RWE

+ 4,99 Prozent

Kabel Deutschland

+ 5,47 Prozent

Dialog Semiconductor

+ 5,64 Prozent

Heidelberger Zement

+ 6,49 Prozent

Drillisch

+ 10,49 Prozent

Freenet

+ 10,90 Prozent

Die Anleger befänden sich in einer Art „Wohlfühlatmosphäre“ und warteten auf neue Impulse. „Der Markt hat gerade eine äußerst angenehme stabile Seitenlage erreicht, in der er zwar die Marke von 7000 Punkten noch nicht durchbrechen kann, aber auch nicht mehr richtig herunter will“, so Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank.

Der Kurs des Euro hat am Freitag seinen seit Mittwoch anhaltenden Abwärtstrend fortgesetzt und ist unter die Marke von 1,32 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3192 US-Dollar gehandelt.

Analystenkommtare gaben Richtung an

Als Kurstreiber halfen Anlageempfehlungen der US-Großbank Goldman Sachs. Deren Analysten setzten die Bewertung des europäischen Bankensektors auf „overweight“ von zuvor „neutral“ hoch. In Reaktion darauf legte der Branchenindex um 0,6 Prozent zu. In Frankfurt gehörten die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 1,2 Prozent zu den größten Gewinnern im Leitindex. Deutsche Bank-Aktien schlossen dagegen mit einem kleinen Gewinn von 0,04 Prozent. Händler begründeten das mit Unsicherheit wegen des geplatzten Vergleichs mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch. Aareal Bank legten um 1,9 Prozent zu und waren damit einer der größten MDax -Gewinner.

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Auch die Titel von Merck profitierten von einem Analystenkommentar: Die Deutsche Bank erhöhte das Kursziel für die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns um neun auf 83 Euro. Die Titel beendeten den Handel als Dax-Spitze mit einem Kursplus von 2,57 Prozent. Das von Forschungsrückschlägen geplagte Unternehmen hat vor kurzem ein Sparpaket und einen weltweiten Stellenabbau angekündigt, um wieder mehr Schlagkraft zu gewinnen.

Auf der Dax-Verliererseite gingen Metro-Aktien mit einem Minus von fast drei Prozent aus dem Handel. „Die Einzelhandelsumsätze zu Jahresbeginn waren ja alles andere als prickelnd, das färbt natürlich direkt auf Metro ab“, sagte ein Börsianer. Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im Januar um ein Prozent gefallen - es ist bereits der dritte Rückgang in Folge.

Kommentare (21)

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aruba

02.03.2012, 08:28 Uhr

Guten Tag,.... Nun ueberschlagen Sie sich mal nicht. Besten Dank

Account gelöscht!

02.03.2012, 08:52 Uhr

KAUFEN !!! KAUFEB !!! KAUFEN !!! was das Zeug hält:-)

Asket

02.03.2012, 09:34 Uhr

Nein, die 7000 muss für dieses Jahr das Ziel bleiben, und darf nicht überschritten werden. Und schon gar nicht an einem Freitag! Außerdem wird's ab 7000 langweilig. Was soll dann das nächste bedeutsame Ziel sein, eine Volatilität zwischen 6500-7000 reicht doch aus, also immer schön ab 6940 die Gewinne einstreichen! ;-)

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