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11.12.2013

17:55 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

US-Geldpolitik hält Aktienmärkte im Griff

Der Dax schließt den zweiten Tag in Folge im Minus. Für Verunsicherung unter den Anleger sorgten neue Spekulationen um ein baldiges Ende der ultralockeren US-Geldpolitik. Der Euro zählte dagegen zu den wenigen Gewinnern.

Dax schwächelt am Nachmittag - Wall Street im Minus

Video: Dax schwächelt am Nachmittag - Wall Street im Minus

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FrankfurtDer Kompromiss im US-Haushaltsstreit hat unter Anlegern neue Spekulationen über eine baldige Drosselung der Fed-Konjunkturhilfen entfacht. Diese überschatteten denn auch am Mittwoch die Freude von Börsianern über den Deal. Der Dax ging 0,4 Prozent schwächer bei 9077 Zählern aus dem Handel. Der Euro Stoxx 50 verlor 0,5 Prozent auf 2947 Punkte.

Die US-Verhandlungsführer von Demokraten und Republikanern haben sich auf einen zwei Jahre laufenden Kompromiss geeinigt. Bei Anlegern rief das zwiespältige Gefühle hervor: Sie waren zum einen froh, dass damit ein ab Januar drohender neuer Haushaltsstreit wohl vermieden wird. Aber sie sahen es auch als weiteres Signal dafür, dass die US-Notenbank Fed sehr bald ihre milliardenschweren Konjunkturhilfen zurückfahren könnte.
„Es sieht definitiv so aus, als könnte sich für die Fed in der nächsten Woche die Chance zum Handeln eröffnen, ohne dass sie mit einer heftigen Marktreaktion rechnen muss", sagte Marktstratege Michael Hewson von CMC. „Die Frage ist nur, ob sie davon Gebrauch machen wird." Die Fed informiert kommenden Mittwoch über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Börsianer erwarten, dass sich Anleger davor nicht mehr stark am Aktienmarkt engagieren werden. Seit Monaten dominieren die Spekulationen darüber, wann und in welchem Umfang die Fed ihr Anleihenkaufprogramm wohl drosselt, die Bewegungen am Markt.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Auch Investoren am Devisenmarkt reagierten verhalten auf die Fortschritte bei den Haushaltsverhandlungen. Der Euro stieg bis auf 1,3798 Dollar auf den höchsten Stand seit Ende Oktober. Händler sagten, viele europäische Investoren kauften zum Jahresende die Gemeinschaftswährung zurück. Im Jahresverlauf hat der Euro knapp fünf Prozent zum Dollar zugelegt.

Am Aktienmarkt lief das Geschäft zwei Wochen vor Weihnachten relativ ruhig. „Die meisten großen Investoren haben ihre Bücher schon geschlossen, nur noch einige kaufen und wollen offenbar von der guten Performance profitieren", sagte ein Händler.

Heidelberg-Cement profitierten von einer Kurszielerhöhung der Deutschen Bank auf 68 Euro. Die Titel gewannen 0,6 Prozent auf 54,42 Euro. Auch Daimler und Continental hielten sich mit jeweils 0,3 Prozent im Plus. Beide Titel haben im Jahresverlauf deutlich stärker zugelegt als der Dax - der Autobauer hat mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen, der Zulieferer 75 Prozent. Der Wertgewinn des Leitindex liegt bei rund 20 Prozent. Größter Dax-Verlierer waren mit einem Abschlag von 1,7 Prozent die Aktien von K+S.

Im MDax erfreute EADS seine Anleger mit der Ankündigung einer aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik. Die Gewinnbeteiligung solle mit einer Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent substanziell wachsen, hieß es von dem Raumfahrt- und Rüstungskonzern. Die Titel legten an der Euronext und auf Xetra jeweils 7,5 Prozent zu.
Deutlich schlechter als der hiesige Aktienmarkt schnitten die Börsen in Madrid und Mailand ab, 1,0 beiehungsweise 1,4 Prozent schwächer schlossen. In Rom hat Premierminister Enrico Letta ein Mißtrauensvotum im Unterhaus für sich entschieden. In London fielen die Titel der Royal Bank of Scotland um knapp drei Prozent. Händler verwiesen auf den Wechsel von Finanzchef Nathan Bostock zum spanischen Rivalen Santander.


Kommentare (27)

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Game_Over

11.12.2013, 08:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Blinder_mit_Krueckstock

11.12.2013, 08:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

11.12.2013, 09:08 Uhr

Wenn ich mir den Verlauf der Qualität der Kommentare in den letzten 6 Monaten so anschaue und auch beispielhaft vom gestrigen Tage beschleichen einen düstere Gedanken.
Sowohl die Art der Formulierung als auch die z.T. persönlich angreifenden oder sich wiederholenden Argumente und Zitate mit dem Ziel nicht das besserer Argument zu haben sondern den anderen niederzumachen, abzubürsten zu diskreditieren ist schlimm.
Selbst registrierte Nutzer schreiben z.T. anonym um ggf. beim "falschen Argument" nicht sofort unflätig angegriffen zu werden. Diese Methoden die hier Einzug gehalten haben sind werder lustig noch tolerant noch demokratisch.
Diese Methoden sind faschistisch.
Greifen Sie zum Schul-Geschichtsbuch; ca. 8. KLasse und lesen Sie Methodik von Ausgrenzuung und Antidemokratie durch. Entlarven Sie Ihre eigene Intoleranz.
Schaffen Sie sich einen differenzierten Blick auf die Dinge und die Menschen.
Dumpfheit stoppen, Argument wagen.
Dann klappts auch mit der Geldanlage; und hier in dieser Rubrik. Ich wünsche das ausdrücklich jedem. Das macht dann auch ausgeglichener und ruhiger.

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