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31.05.2012

17:48 Uhr

Schlussbericht Börse Frankfurt

Verheerende Monatsbilanz beim Dax

Weltweit befinden sich die Börsen weiter im Abwärtstrend. Die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Schuldenkrise hält die Märkte weiter fest im Griff. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp acht Prozent zu Buche.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtNach dem Kursrutsch vom Vortag hat der deutsche Leitindex am Donnerstag seinen Abwärtstrend weiter fortgesetzt. Der Dax gab nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten seine zwischenzeitlichen Gewinne ab und ging mit einem Minus von 0,26 Prozent auf 6264 Punkte aus dem Handel. Die zweite Reihe verzeichnete ebenfalls größere Kursverluste: Der MDax gab um 1,06 Prozent auf 10 099 Punkte nach, der TecDax verlor 0,45 Prozent auf 747 Punkte.

Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory sieht die günstigen Notierungen als Kursstütze. „Die Krisenindikatoren bleiben der Euro-Dollar-Kurs, der Bund-Future und die Renditeentwicklung der spanischen Staatsanleihen“, sagte der Experte. Diese Faktoren dürften die Marktentwicklung auch weiter bestimmen. Nach dem tiefsten Stand seit Juli 2010 am Vortag zeugt der leicht stabilisierte Eurokurs von etwas Entspannung. Laut Händler Markus Huber von ETX Capital richtete sich der Blick der Anleger bei den Konjunkturdaten vor allem auf den Arbeitsmarkt, wo die aktuellen Daten aus Deutschland und den USA enttäuschten. Dies könnte Huber zufolge „Ängste schüren, dass die europäische Schuldenkrise die dortige Wirtschaft doch stärker als erwartet beeinträchtigt“.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:30 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Die Unsicherheit der Anleger über die weitere Entwicklung in der Schuldenkrise in Europa hat die Börsen auch im Monat Mai stark belastet. "Sell in May - and go away" - die Börsenweisheit, die den Monat Mai an der Börse als einen besonders schlechten Anlage-Monat beschreibt, ist in diesem Jahr voll aufgegangen. Denn der Dax hat in den vergangenen vier Wochen rund acht Prozent verloren, so viel wie noch nie in einem Mai seit seiner Einführung 1988.

Die Sorgen um die Finanzstabilität Europas haben den Euro weiter fest im Griff. Seit Monatsanfang hat die Gemeinschaftswährung mehr als acht US-Cent verloren, am Abend notierte sie bei 1,2351 Dollar. Solange die Risikoaufschläge für spanische Anleihen weiter explosionsartig anstiegen, ohne dass den Marktteilnehmern klar werde, wie die Antwort der Politik auf diese Entwicklung aussehen werde, dürfte der Euro unter Druck bleiben, urteilte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Erholungsphasen dürften daher beschränkt bleiben.

Die Renditen für zehnjährige spanische Anleihen zogen am Donnerstag erneut an und lagen in der Spitze bei 6,779 Prozent. Ihre italienischen Pendants rentierten bei bis zu 6,219 Prozent. Dagegen fiel die Verzinsung der gern als sicherer Hafen angesteuerten deutschen Papiere auf ein neues Rekordtief von 1,242 Prozent.

Im Blick haben die Investoren neben den Entwicklungen im hoch verschuldeten Spanien auch Irland. Dort stimmten die Bürger im Tagesverlauf über den EU-Fiskalpakt ab. In Umfragen deutet sich eine breite Zustimmung für den Pakt ab, den vor allem Deutschland als Voraussetzung für ein Ja zum Euro-Rettungsfonds ESM ansieht. Die Ergebnisse werden erst am Freitagmittag erwartet.

Ökonomen haben wenig Hoffnung auf eine baldige konjunkturelle Besserung in Europa: "Der Abschwung im Euro-Raum hat im Mai weiter an Fahrt aufgenommen", sagt Chris Williamson vom Datenspezialisten Markit. Die Analysten der internationalen Finanzhäuser haben deshalb ihre Gewinnschätzungen für Europas Unternehmen um rund zehn Prozent nach unten korrigiert, für die Industrie gar um 15 Prozent. Auch deutsche Konzerne wie BASF, Siemens und VW müssen demnach 2012 mit Gewinnrückgängen von mehr als zehn Prozent rechnen.

Ganz anders sieht es dagegen in Amerika aus: Die Finanzexperten prognostizieren den 500 größten Konzernen ein Ergebnisplus von 23 Prozent. Die USA werden also auf absehbare Zeit die Gewinnmaschine bleiben.

Kommentare (54)

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Account gelöscht!

31.05.2012, 08:15 Uhr

Dollarkurs?

Wie ist der seit einem Monat kontinuierlich fallende Euro-/ Dollarkurs zu bewerten. Diese Kursentwicklung scheint kontinuierlich und eher dauerhaft. Anstieg kaum zu erwaten, weiterer Rückgang möglich bis wahrscheinlich.

Frage an die Community:

Welchen Einfluss dürfte das auf die (DAX-)Aktienkruse haben?

Account gelöscht!

31.05.2012, 08:31 Uhr

Zu diesem Thema stand jüngst erst ein interessanter Artikel hier im HB. Und muss sich jeder halt nur individuell die Perlen für sein Portfolio dabei heraussuchen.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien/aktien-im-fokus/anlagestrategie-deutsche-aktien-profitieren-vom-starken-dollar/6683976.html

Optimist

31.05.2012, 08:31 Uhr

Die Unternehmen profitieren doppelt:
Zum einen steigt die Wettbewerbsfähigkeit auf dem amerikanischen Markt, zum anderen die Gewinne, weil sie mehr Euros für die in USA verdienten Dollar erhalten.
Also könnten die Kurse wieder steigen, Schwäche der südeuropäischen Märkte durch Verschuldung dürfte eingepreist sein.

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