Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2006

18:13 Uhr

Schlussbericht

Dax legt Verschnaufpause ein

Ungeachtet der überraschend guten Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat der Dax am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Selbst der höchste Stand des Ifo-Geschäftsklimaindex seit 1991 gab dem Leitindex nur zeitweise Aufwind.

HB FRANKFURT. Wegen Gewinnmitnahmen und der wegen des Ifo-Index steigenden Gefahr weiterer Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank rutschte das wichtigste deutsche Börsenbarometer knapp unter sein Vortagesniveau und schloss bei 5 857,88 Punkten, ein hauchdünnes Minus von 0,07 Prozent. Unmittelbar nach der Veröffentlichung des im Februar unerwartet auf 103,3 (Vormonat: 101,8) Punkte gestiegenen Konjunkturindex hatte der Dax noch auf 5 884 Zähler zugelegt und damit so hoch wie seit Anfang August 2001 nicht mehr notiert. Besonders die Aktien der Metro profitierten von der wachsenden Konjunkturzuversicht.

„Der Ifo-Index hat all den Anlegern Recht gegeben, die für den Aktienmarkt extrem optimistisch sind“, sagte ein Händler. Allerdings teilten viele Börsianer diese Zuversicht nicht und warnten vor Rückschlägen. Im Verlauf hätten sich die Skeptiker durchgesetzt.

Aktienstratege Christian Schmidt von der Helaba machte auch markttechnische Faktoren für den Rückschlag verantwortlich: „Wir haben bei 5 864 Punkten ein wichtigstes Korrekturlevel erreicht gehabt. Da sich der Dax darüber nicht halten konnte, besteht nun die Möglichkeit, dass wir wieder unter 5 800 oder 5 750 Punkte zurückfallen“, sagte Schmidt.

Mit einem Kursgewinn von gut vier Prozent auf 43,80 Euro führten Metro-Aktien unangefochten die Dax-Gewinnerliste an.

„Der Ifo-Index hat die Aktie hochgezogen“, sagte ein Händler. Einige Anleger gingen von einer weiteren Aufhellung der Stimmung im deutschen Einzelhandel aus. Metro zählten in diesem Jahr mit einem Plus von 3,4 Prozent im Dax bisher eher zu den vernachlässigten Werten.

Zu den größten Gewinnern zählten am Tag der Bilanzvorlage die Aktien des Autozulieferers Continental, die 1,8 Prozent auf 87,05 Euro stiegen. „Ohne Einmaleffekte sehen die Zahlen exzellent aus“, begründete ein Händler den Kursgewinn. Zunächst hatte am Markt Enttäuschung über das Zahlenwerk überwogen, so dass Continental in der Spitze fast fünf Prozent an Wert verloren.

Technische Faktoren stützten nach Aussagen von Börsianern die Aktien der Deutschen Bank, die bis zu 1,3 Prozent auf 94,71 Euro zulegten und damit auf dem Niveau von Mai 2001 notierten, später allerdings leicht zurückfielen.

Auf der Verliererseite standen die Aktien des Vortagesfavoriten RWE, die mit einem Minus bis zu drei Prozent den größten Teil ihrer Vortagesgewinne von vier Prozent wieder abgaben. Der Energiekonzern hat seinen Gewinn gesteigert und will den Aktionären für 2005 eine höhere Dividende zahlen. Die Analysten der WestLB erklärten, es gebe aber keinen Grund zum Jubeln, und senkten ihre Empfehlung auf „Hold“ von „Add“. Am Mittwoch hatten Spekulationen auf ein Interesse des Konzerns an der Übernahme europäischer Konkurrenten das Kaufinteresse der Anleger ausgelöst.

Im Nebenwerteindex MDax sorgte Händlern zufolge eine Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS für einen Run auf die Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall, die in der Spitze um gut sieben Prozent zulegten und den Handelstag bei einem Stand von 63,11 Euro beendeten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×