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26.03.2012

17:52 Uhr

Schlussbericht Frankfurt

Dax glänzt mit starkem Wochenauftakt

In den ersten Handelsstunden sah es nach keinem guten Börsentag aus. Doch der Dax bewies Steherqualitäten und konnte, beflügelt von guten Konjunkturzahlen und Ben Bernankes Worten, deutlich im Plus schließen.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDer Start in die neue Handelswoche ist geglückt. Nach einigen Startschwierigkeiten kam der Dax im Handelsverlauf zunehmend in Fahrt und schloss den Montag 1,2 Prozent höher auf 7.079 Punkten. Die zweite Reihe machte heute ebenfalls eine gute Figur. Der MDax stieg um 1,4 Prozent auf 10.803 Punkte und der TecDax lag 1,8 Prozent im Plus auf 801 Zähler.

Aufwind bekam der Dax vom Ifo-Geschäftsklimaindex. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer stieg von 109,6 auf 109,8 Punkte. Nach seiner Veröffentlichung konnte der Index zunächst nicht den erwarteten Kurssprung auslösen. Nervosität beherrschte lange Zeit die Börsen und so konnten die guten Zahlen vom Ifo-Index ihre Wirkung erst zum Nachmittag entfalten.

„Der Markt will nach oben, aber dafür braucht er das Vertrauen, dass die Konjunktur nicht einbricht“, sagte ein Händler. Der Ifo-Geschäftsklimaindex habe dieses Vertrauen gestärkt.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:50 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

"Letztendlich sind wir alle nur Herdentiere"

Zu der Kauflaune trugen auch Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke bei, der ein schnelleres Wachstum der amerikanischen Wirtschaft forderte, um die Arbeitslosigkeit weiter nach unten zu schrauben. Börsianer spekulierten darauf, dass die Federal Reserve damit eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung einläuten könnte.

Bernankes Worte sorgten für starke US-Börsen. Der Dow Jones stieg nach Frankfurter Börsenschluss um ein Prozent auf 13.216 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 lag ein Prozent im Plus auf 1.411 Zähler und der Nasdaq-100 konnte 0,9 Prozent zulegen auf 2.754 Punkte.

Der Euro profitierte ebenfalls von den Spekulationen um eine geldpolitische Lockerung in den USA. Am Abend kletterte der Euro auf 1,3325 US-Dollar.

Freundlicher Wochenstart

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Doch unter den Experten mischten sich auch skeptische Töne. „Die Aussagen werden heute als positiv interpretiert, könnten aber auch als ein Zeichen von Schwäche der US-Wirtschaft gesehen werden“, sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. „Aber letztendlich sind wir eben alle nur Herdentiere und deshalb geht es nun mit Karacho nach oben.“ Die bereits am Freitag erhoffte Bodenbildung dürfte damit am Montagvormittag abgeschlossen worden sein, sagte der Händler. Der Dax hatte in der abgelaufenen Woche 2,3 Prozent verloren und auch am Montag zunächst nachgegeben.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Metro von Analysten negativ bewertet

So wechselreich wie der Dax präsentierten sich auch die Finanztitel. Am Morgen noch deutlich im Plus fielen die Aktien der Deutschen Bank, Commerzbank und der Allianz eine halbe Stunde nach Handelseröffnung genauso deutlich wieder ins Minus. Die Zahlen des Ifo-Index brachten nur kurz frischen Wind. Am Ende verzeichnete die Commerzbank ein Plus von 0,5 Prozent, die Allianz und die Deutsche Bank verteuerten sich jeweils um 1,6 Prozent.

Zu den wenigen Dax-Verlierern am Montag gehörten unter anderem die Papiere von Metro. Eine Senkung des Kursziels der Credit Suisse von 35 auf 31 Euro sorgte für negative Stimmung. Die Aktien sanken um 1,6 Prozent auf 29,51 Euro.

Auf der anderen Seite waren die Aktien von Henkel und HeidelbergCement zu finden. Das Chemieunternehmen schloss 2,6 Prozent höher auf 54,31 Euro und der Baustoffkonzern ging mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 46,35 Euro aus dem Handel.

Kommentare (35)

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gernst

26.03.2012, 09:00 Uhr

Vor dem ifo-Index um 10:00 wird es Zeit für einen Straddle.

Bruzens

26.03.2012, 09:24 Uhr

und fällt auch schon wieder drunter ;-)))

War ja klar...

tumbleweed

26.03.2012, 09:33 Uhr

Sieht wie die Wiederholung von Freitag aus.

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