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15.03.2006

18:28 Uhr

Schlussbericht Frankfurt

Dax kratzt an der 5 900 Punkte-Marke

Die Aussicht auf ein anhaltend robustes US-Wirtschaftswachstum hat dem deutschen Leitindex am Mittwoch Auftrieb gegeben. Zudem sorgten die Spekulationen, dass Bayer als möglicher "weißer Ritter" für Schering in Frage käme, für Bewegung. Zeitweilig stieg der Dax sogar über die psychologisch wichtige Marke von 5 900 Punkten.

HB FRANKFURT. Nach dem Zwischenhoch schloss der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei 5898,48 Punkten. Die Papiere von MAN zogen wegen des geplanten Teilausstiegs bei der Drucksparte MAN Roland in der Spitze um bis zu 7,4 Prozent an.

Rückendeckung erhielt der Dax durch frische Konjunkturdaten. "Der Empire State hellt die Stimmung am Aktienmarkt etwas auf", sagte ein Händler. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von New York stieg im März auf 31,16 Punkte von revidiert 21,02 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 19 Stellen gerechnet.

MAN-Titel beendeten den Handel knapp zwei Prozent im Plus bei 54,51 Euro. "Der Verkauf von MAN Roland ist aus strategischer Sicht sinnvoll, weil sich MAN damit auf das Kerngeschäft konzentriert", sagte ein Händler. MAN will seine Druckmaschinen-Tochter in ein Joint Venture mit dem Investor Allianz Capital Partners einbringen und seinen Anteil dadurch auf 35 Prozent reduzieren. In einigen Jahren soll MAN Roland dann an die Börse gebracht werden.

Angesichts eines optimistischen Ausblicks gehörten auch die Papiere von BMW zu den Favoriten der Anleger. Sie notierten zwei Prozent höher bei 42,70 Euro, nachdem sie zuvor auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch geklettert waren. "Der Ausblick war sehr, sehr gut und lag deutlich über den Markterwartungen", sagte ein Börsianer. Der Münchener Autobauer peilt für 2006 einen Anstieg des operativen Gewinns auf einen Rekordwert von vier Milliarden Euro an.

Stark gefragt waren auch die Titel des Dax-Schwergewichts E.ON, die sich um knapp zwei Prozent auf 94,39 Euro verteuerten. Sie profitierten Händlern zufolge von positiven Analystenkommentaren. Altana zogen am Tag vor der Bilanzvorlage des Bad Homburger Pharmakonzerns um mehr als fünf Prozent auf 49,70 Euro an und waren damit größter Dax-Gewinner.

Die Aktien von Bayer gerieten dagegen unter Verkaufsdruck, nachdem Spekulationen um ein konkurrierendes Übernahmeangebot für Schering die Runde machten. "Am Markt geht das Gerücht um, dass Bayer als "Weißer Ritter' für Schering auftreten will", sagte ein Händler. Am Wochenende hatte Merck eine Offerte für den Berliner Pharmakonzern abgegeben, die Schering zurückwies.

Bayer-Chef Werner Wenning lehnte einen Kommentar ab. Bayer-Titel verloren 0,35 Prozent auf 33,46 Euro. Die Papiere von Schering schlossen 1,36 Prozent im Minus bei 82,61 Euro. Am Montag hatten sie noch mit einem Kursplus von 26 Prozent auf die Merck-Offerte reagiert. Deren im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Aktien erholten sich etwas von ihrem knapp neunprozentigen Kursminus der vergangenen beiden Tage und stiegen in der Spitze auf 79,76 Euro.

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