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19.04.2006

18:20 Uhr

Schlussbericht Frankfurt

Dax scheitert knapp an 6 000-Punkte-Marke

Spekulationen auf ein baldiges Ende der US-Zinserhöhungen haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch kräftig nach oben getrieben. Der Dax, der am Vortag noch zeitweise unter 5 900 Punkte notierte hatte, stieg um 1,54 Prozent auf 5 993,76 Zähler und schrammte damit nur knapp an der Marke von 6 000 Punkten vorbei.

HB FRANKFURT. „Das war heute eine tolle Aufholjagd. Zum Schluß hat es dann nicht ganz gereicht“, sagte ein Frankfurter Händler. Auslöser der Zinsspekulationen war die Veröffentlichung des Protokolls der März-Sitzung der US-Notenbank Fed am Vorabend. Danach sind die meisten Notenbanker der Auffassung, dass ein Ende der Zinserhöhungsphase näher rückt. „Das waren endlich mal klare Worte von der Fed“, kommentierte ein Börsianer. Somit rücke zunächst der Ölpreis als Belastungsfaktor in den Hintergrund.“

An den US-Börsen hatten die Anleger am Dienstag fast euphorisch auf die Mitschrift der Fed reagiert. Am Mittwoch pendelten Dow Jones und Nasdaq die meiste Zeit um ihr Vortagesniveau. Auch frische US-Konjunkturdaten hatten am Nachmittag kaum Auswirkungen auf das Handelsgeschehen.

An den Terminmärkten gaben die Preise für Nordsee-Öl und für US-Leichtöl leicht nach, verharrten insgesamt aber auf dem hohen Niveau von mehr als 70 Dollar je Fass (159 Liter). „Heute sehen die Börsianer eher die positiven Aspekte des hohen Ölpreises“, erklärte ein Händler mit Blick auf steigende Kurse bei Energieaktien

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Die Papiere von Thyssen-Krupp und MAN führten unangefochten die Gewinnerliste im Dax an. Thyssen-Krupp erreichten nach einer Empfehlung von Analysten mit einem Plus von in der Spitze 4,6 Prozent auf 25,41 Euro ein Sechsjahreshoch. MAN profitierten von charttechnischen Kaufsignalen sowie einem positiven Kommentar der Analysten von Chevreux und stiegen um knapp sechs Prozent auf ein Rekordhoch von 61,22 Euro. „MAN sind für mich ein Übernahmetitel, obwohl es im Moment dazu keine Spekulationen gibt“, begründete ein Händler die Kursgewinne bei dem Maschinen- und Lkw-Bauer.

Die guten Vorgaben der US-Technologiewerte trieben die Aktien von Siemens um 3,64 Prozent und die des Chipherstellers Infineon um 3,31 Prozent in die Höhe. SAP-Titel verteuerten sich am Tag vor der Veröffentlichung des Zwischenberichts für das erste Quartal um knapp zwei Prozent auf 183,20 Euro.

Im TecDax setzten die Solarwerte ihre Hausse vom Vortag fort. Anteilsscheine von Conergy rückten um 4,37 Prozent auf 172,32 Euro vor. Europas größter Solaranlagenbauer hat einen Spezialisten für die Wasseraufbereitung mit Sonnenenergie übernommen. Die Q-Cells-Aktie musste im Tagesverlauf einen Teil ihrer frühen Gewinn wieder abgeben. Händler sagten, zunächst hätten die Quartalszahlen des Unternehmens die Anleger zu Käufen animiert. Dass Q-Cells mittelfristig allerdings keine Dividende zahlen will, sei am Markt nicht gut aufgenommen worden. Am Ende reichte es für die Papiere noch zu einem Plus von 1,57 Prozent auf 84,30 Euro.

Neun Tage nach dem Börsengang kletterten die Papiere von Wacker Chemie locker über die Marke von 100 Euro und verteuerten sich um fast zehn Prozent auf 108,50 Euro. Eine Analystin nannte zur Begründung die Hoffnung der Anleger auf gute Geschäfte des Unternehmens im Bereich alternativer Energien. „Wenn der Wacker-Börsengang keine Erfolgsgeschichte ist, was dann?“, kommentierte ein Händler die Zugewinne der Aktie. Wacker notiert derzeit mehr als 30 Prozent über dem Zuteilungspreis von 80 Euro.

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