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17.01.2006

22:29 Uhr

Schlussbericht New York

Ölpreisanstieg drückt US-Börsen ins Minus

Ein Ölpreisanstieg von fast zwei Dollar hat vielen Anlegern an der Wall Street am Dienstag die Kauflaune verdorben. Bevor Börsenschwergewichte wie IBM, Intel und Yahoo nach Handelsschluss ihre Quartalsberichte vorlegen sollten, schlossen die führenden Indizes deutlich im Minus.

HB NEW YORK. Herabstufungen von Unternehmen wie Advanced Micro Devices und Applied Materials sorgten für weiteren Unmut. Aktien des größten US-Versicherers AIG rutschen ins Minus, nachdem eine Studie die durch die Vogelgrippe entstehenden Zusatzkosten für die Branche auf 133 Milliarden Dollar beziffert hatte. Die Papiere vieler Ölkonzerne hingegen konnten zulegen, nachdem der Ölpreis die 65-Dollar- Marke wieder übersprang.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 0,58 Prozent auf 10.896 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,36 Prozent auf 1282 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,62 Prozent auf 2301 Punkte.

„Ein Ölpreis von über 65 Dollar ist nicht hilfreich und die Iran-Frage liegt den Leuten auf der Seele“, sagte Bill Punk von Punk Ziegel & Co. Nach einer Eskalation der Gewalt in den nigerianischen Ölgebieten und neuangefachten Sorgen, der Iran könnte als Reaktion auf mögliche Wirtschaftssanktionen seine Öllieferungen unterbrechen, hatte der Ölpreis erneut angezogen. Die USA wollen den Iran im Streit um das Atomprogramm des Landes vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zitieren.

Viele Ölkonzerne profitierten jedoch von dem Preisanstieg. Die Papiere von Chevron legten 2,49 Prozent auf 61,86 Dollar zu. Aktien des Konkurrenten ConocoPhillips kletterten 5,76 Prozent auf 64,26 Dollar. Kräftige Zuschläge von 7,59 Prozent auf 76,22 Dollar verzeichneten die Aktien des US-Medizingerätehersteller Guidant, nachdem Boston Scientific sein Übernahmeangebot noch einmal auf nun 80 Dollar pro Aktie erhöht hatte. Anleger des kaufwilligen Konzern hingegen honorierten die aufgestockte Offerte nicht. Der Kurs gab um 5,16 Prozent auf 23,90 Dollar nach.

Für Kursabschläge sorgten auch die Neubewertungen. Merrill Lynch korrigierte seine Bewertung für Papiere von Advanced Micro Devices auf „sell“ von „neutral“. Der Kurs gab um 3,7 Prozent auf 32,86 Dollar nach. Auf „hold“ von „buy“ stufte die Deutsche Bank die Papiere von Applied Materials herunter. Auch die Papiere verloren: Mit 19,76 Dollar lag der Kurs 1,94 Prozent im Minus. Auch die Papiere der Börsenschwergewichte IBM und Intel lagen mit jeweils 0,2 Prozent und 1,05 Prozent im Minus. Beide Firmen sollten nach Börsenschluss ihre Quartalszahlen vorlegen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,65 Milliarden Aktien den Besitzer. 1180 Werte legten zu, 2205 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,72 Milliarden Aktien 1158 im Plus, 1917 im Minus und 138 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 3/32 auf 101-08/32. Sie rentierten mit 4,342 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 8/32 auf 112-25/32 und hatten eine Rendite von 4,517 Prozent.

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