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18.04.2006

22:47 Uhr

Schlussbericht New York

US-Börsen erleben wahren Höhenflug

Hinweise auf ein nahendes Ende der straffen Zinspolitik haben den US-Börsen einen Höhenflug beschert, wie es ihn schon seit Anfang des Jahres nicht mehr an einem Tag gegeben hat. Nach der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls der Federal Reserve konnten an der Wall Street die Gewinne noch ausgebaut werden, die bereits zuvor durch positive Unternehmenszahlen erzielt worden waren.

HB NEW YORK. In Erwartung auf weitere, glänzende Bilanzen zerstreuten sich die Sorgen der Investoren über das neue Allzeithoch der Ölpreise. Vielmehr griffen die Anleger bei Ölunternehmen wie Exxon Mobil kräftig zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11.280 Punkten und einem Tief von 11.074 Punkten. Er verließ den Handel 1,76 Prozent im Plus bei 11.269 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,74 Prozent auf 1307 Punkte. Der Technologie-Index Nasdaq stieg um 1,95 Prozent auf 2356 Zähler. Der Dow Jones legte im Handelsverlauf fast bis zu 200 Punkte zu und verbuchte seinen größten prozentualen Tageszuwachs seit Ende Oktober. Der S&P 500 und die Nasdaq hatten seit Anfang des Jahres keine so großen Tagesgewinne mehr verzeichnet.

Das Sitzungsprotokoll der Fed vom 27. und 28. März bestätigte die Erwartungen der Anleger, die straffe Zinspolitik der US-Notenbank könnte sich schließlich ihrem Ende nähern. In den Notizen hieß es, das Ende des Zinserhöhungszyklus "stehe wahrscheinlich bevor". Viele Analysten gehen davon aus, dass die Fed nach ein bis zwei weiteren Zinsschritten keine weiteren Erhöhungen mehr plant. Steigende Zinsen wirken sich oft negative auf die Aktienkurse aus, das sie die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher in die Höhe treiben.

Das Protokoll werde am Aktienmarkt aufgenommen, als wäre es das Größte, was die Anleger je gehört hätten, sagte Bart Barnettt von Morgan Keegan & Co. "Mit Blick auf das Ende des Zinserhöhungszyklus wussten sie, dass es ansteht, aber sie wollten es einfach nur schwarz auf weiß sehen." Der Dollar verlor nach Veröffentlichung des Fed-Protokolls an Wert. Die US-Währung notierte bei 117,25 Yen nach 117,68 Yen vor Bekanntwerden des Protokolls. Der Euro stieg auf 1,23 Dollar nach 1,2282 Dollar zuvor.

Schon vor Veröffentlichung der Fed-Notizen hatten die Börsen zu einem Höhenflug angesetzt, nachdem unter anderem Merrill Lynch überraschend gute Quartalszahlen in einen Kursaufschlag ummünzen konnte. Die Anteile des größten US-Brokers notierten 1,17 Prozent im Plus bei 79,38 Dollar. Noch am Dienstag wurden die Quartalsergebnisse des weltgrößten Computerherstellers IBM, des Internet-Konzerns Yahoo, des Handy-Produzenten Motorola und von Texas Instruments erwartet.

Die Hoffnung auf weitere starke Quartalszahlen zusammen mit beruhigenden Konjunkturdaten konnte dann auch die Sorgen der Anleger über das neue Allzeithoch der Ölpreise lindern. US-Leichtöl notierte bei 71,11 Dollar, die Nordseesorte Brent wurde zu 72,40 Dollar je Barrel gehandelt. Die Zuspitzung im Atomstreit mit dem Iran sorgte für Nervosität an den Ölmärkten, da nun verstärkt Engpässe bei der Lieferung aus dem Golfstaat befürchtet wurden. Doch die hohen Ölpreise machten gleichzeitig die Branchengrößen zu den Gewinnern auf dem Parkett. Exxon legte 2,4 Prozent zu, ConocoPhillips gewann fast 3,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,84 Milliarden Aktien den Besitzer. 2653 Werte legten zu, 696 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,25 Milliarden Aktien 2194 Werte im Plus, 861 im Minus und 137 blieben unverändert. An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 6/32 auf 96-8/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 4,987 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 1/32 auf 91-5/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 5,078 Prozent.

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